Lara Croft GO Review: Rundenbasiert in der Gruft

(Bild: Übergizmo)

Nach dem großen Erfolg des rundenbasierten Hitman GO hat Entwickler Square Enix bereits 2015 den Quasi-Nachfolger Lara Croft GO veröffentlicht. Apples Spiel des Jahres 2015 für iPhone ist jetzt für die Playstation 4 und Vita erschienen. Wir haben getestet, wie gut sich der Mobile-Titel auf der großen und kleinen Konsole macht.

Lara Croft GO Review

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Lara Croft GO
(Bild: Übergizmo)

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Kurzweiliges und unterhaltsames Spielprinzip  (Bild: Übergizmo)Steuerung will es manchmal arg genau wissen
 (Bild: Übergizmo)Letzte Level und Zusatzmissionen haben fordernden Schwierigkeitsgrad…  (Bild: Übergizmo)… der ruhig schon früher so sein könnte
 (Bild: Übergizmo)Schöner plastischer Grafikstil  (Bild: Übergizmo)Zehn Euro sind umfangstechnisch etwas frech
 (Bild: Übergizmo)Levels mit Endgegner bringen nette Abwechslung

Lara Croft GO Launch Trailer

Gräber plündern? Let’s GO!

Vor allem Fans der fernöstlichen Kultur dürfte Go etwas sagen. Das strategische Brettspiel kommt ursprünglich aus China und wird dort seit etwa 2500 Jahren gespielt. Lara Croft GO, der Vorgänger Hitman GO und der Nachfolger Deus Ex GO haben aber nur noch wenig mit der chinesischen Variante gemein. Im Grunde bedient sich Lara Croft GO lediglich am rundenbasierten Bewegen von Lara über das virtuelle Spielfeld. Macht Lara einen Zug, macht die Gegner-KI ebenfalls einen.

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Auf dem Weg zum Levelziel ist bei Lara Croft Go strategisches Vorgehen gefragt (Bild: Übergizmo)

Wer die Protagonistin aus Tomb Raider kennt, wird vom Szenario nicht überrascht sein. Die Hobby-Archäologin Lara ist mal wieder auf der Suche nach einem Artefakt, welches sich in einer Gruft im Dschungel verbirgt. Mit einer wilden Geschichte oder Dialogen hält sich Lara Croft GO gar nicht erst auf, sondern stürzt euch sofort ins Geschehen. Das spielt ihr aus der isometrischen Perspektive, also von schräg oben.

Dabei bewegt ihr Lara immer um ein Feld, bevor sich alle Gegner und ausgelöste Fallen bewegen und ihr wieder am Zug seid. Dabei haben die drei Gegnertypen verschiedene Bewegungsmuster. Schlangen sitzen auf der Stelle und sorgen für ein Level-Neustart, wenn ihr das Feld vor ihnen betritt. Riesenspinnen laufen einen Pfad entlang und Salamander verfolgen euch in zwei Feldern Abstand, bis ihr sie in Fallgruben entsorgt oder ihren Pfad mit verschiebbaren Säulen unterbrecht.

Strategisch zum Levelziel

Lara hat dabei stets das Ziel ein leuchtendes Feld im Abschnitt zu erreichen, um weiter zu kommen. Tomb Raider-typisch nutzt sie dazu ihre Kletterfähigkeiten, um sich an Abhängen und Wänden entlang zu hangeln oder Gegner mit ihren Pistolen zum Sterben zu überreden. Das erweist sich anfangs noch als relativ einfach, aber vor allem in den letzten Leveln des Hauptspiels geht es deutlich strategischer zu. Fallgruben, Pfeile und die berühmte Indy-Falle machen euch da das Leben schwer.

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Auf den Spuren von Indiana Jones. Die Indy-Falle in Aktion (Bild: Übergizmo)

Dort müsst ihr eure Aktionen so planen, dass Gegner zur richtigen Zeit auf einem bestimmten Felde stehen. Dann hebt sich eine Plattform, mit der ihr dem Levelziel näher kommt. Seid ihr zur falschen Zeit auf der Plattform, bleibt diese unten. Planung ist auch beim Kampf mit dem Endgegner gefragt, einer riesigen Schlange, die euch verschlingt, wenn ihr zu lange auf einem bestimmten Pfad steht. Gerade in diesen Abschnitten zeigt Lara Croft GO seine Stärken in Gegensatz zu den oft recht einfachen Leveln am Anfang.

Eine echte Herausforderung sind die beiden Zusatzstories, die Square Enix der Playstation 4- und Vita-Version beigepackt hat. Die stellen echte Kopfnüsse dar und stocken das mit zwei bis drei Stunden kurze Lara Croft GO nochmal um ein paar weitere auf. Die neuen, regenerierenden Gegnertypen und deutlich mehr Fallen erfordern da taktisches Vorgehen, das meist erst nach einigen Versuchen zum Erfolg führt.

Darf es eine Runde mehr sein?

Der Wiederspielwert des grafisch sehr stimmigen und plastischen Games hält sich leider etwas in Grenzen. Lediglich das Sammeln aller in Urnen versteckter Juwelen und Artefakte animiert dazu, die Level noch einmal zu besuchen. Hier merkt man Lara Croft GO die Smartphone-Herkunft an, da es etwas an Tiefe fehlt – wie bei so vielen Mobile-Titeln. Und auch die Touch-Steuerung funktioniert besser als die Variante mit dem Controller auf der PS4 oder der Vita.

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Artefakte everywhere! In jedem Level gibt es versteckte Schätze zu finden (Bild: Übergizmo)

Nicht oft, aber dann natürlich genau an kritischen Stellen, will es das Spiel ganz genau wissen. So passiert es schon mal, dass ihr Lara in den sicheren Tod bewegt, statt den Speer in Richtung Gegner zu werfen. Das Drücken von (Bild: Übergizmo) und schräg in die Richtung des Gegners wird da erfordert. Bewegt ihr den Thumbstick nur gerade nach rechts oder links, wird Lara zu Schlangenfutter. Da die Speicherpunkte sehr fair auch zwischen Levelabschnitten liegen, ist der Frust aber eher minimal.

Fazit

(Bild: Übergizmo)
Lara Croft GO ist wie die anderen Titel der Square Enix GO-Reihe ein nettes Knobelgame mit stimmig übernommenem der „großen“ Spielereihe. Als Mobile-Port fallen Story und Tiefgang flach und die Steuerung will es in seltenen Fällen arg genau wissen. Von einem Desaster wie bei The Last Guardian ist das Spiel aber weit entfernt.

Mit rund zehn Euro ist Lara Croft GO preislich etwas hoch angesetzt, wenn man bedenkt, dass die mobile Version für Android oder iOS bereits für zwei Euro oder im Sale für noch weniger zu haben ist. Wer Laras Abenteuer aber gerne auf dem ganz großen Display erleben will oder noch auf einer Vita daddelt, darf gerne zuschlagen.

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