LG 38UC99 Test – Der neue Boss ist extrabreit

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Wer einmal am LG 38UC99 Monitor gearbeitet hat, gibt ihn nur ungerne wieder her. Denn das breite 21:9 Format mit hoher 3.840 mal 1.600 Pixel Auflösung kann dank ungeahnt großer Arbeitsfläche die Produktivität deutlich erhöhen. Auch die leichte Krümmung trägt ihren Anteil dazu bei. Doch für einige Anwendungsfälle ist der 1.350 Euro Monitor weniger geeignet. Wir haben den LG 38UC99 im Test.

LG 38UC99 in Bildern

Bild 1 von 22

LG 38U99

 PRO

 CON

(Bild: Übergizmo)Hohe Auflösung und sehr gute Farbdarstellung  Teuer(Bild: Übergizmo)
 (Bild: Übergizmo)Perfekt zum Arbeiten mit vielen kleineren Anwendungen oder einer großen Anwendung, aber…  (Bild: Übergizmo)… nicht für jeden Anwendungsfall optimal
 (Bild: Übergizmo)Nativer USB-Typ-C-Anschluss  
(Bild: Übergizmo)Gute Verarbeitung, sehr gute Optik  
 (Bild: Übergizmo)Freesync / 75 Hz  

Der LG 38UC99 richtet sich an Profis. Das zeigt sich schon am hohen Preis von 1.350 Euro. Er soll Grafiker, Fotografen, Webdesigner und Musiker ansprechen. Eine besonders gute Figur macht er aber vor allem beim Multitasking im Büroalltag und bei Anwendungen, die viele Daten auf einmal anzeigen.

Schon beim Betrachten der riesigen Verpackung wird klar: Der LG 38UC99 ist ein Gigant. Beim Aufbau muss beachtet werden, dass ein Curved-Monitor in dieser Größe nicht einfach auf den Tisch gelegt werden darf. Hier könnten sonst Spannungen entstehen und das Panel beschädigen. Um das zu vermeiden, legt LG eine gekrümmte Styroporunterlage bei. Das Anbringen des massiven Standfußes geht dank eines Klippmechanismus‘ und zwei Flügelschräubchen schnell von der Hand.

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Steht der LG 38UC99 das erste Mal auf dem Schreibtisch, fällt es schwer, nicht beeindruckt zu sein. Nicht nur die schiere Größe stellt sogar die meisten Dual-Monitor-Lösungen in den Schatten. Auch das Design gefällt dank passend geschwungenem Standfuß in Metalloptik und weißem Kunststoff. Abgerundet wird das schicke Äußere durch einen feinen Metallrahmen am Displayrand. Der LG 38UC99 wirkt edel und wie aus einem Guss.

Die Höhe lässt sich um etwa zehn Zentimeter verstellen, die Neigung beträgt laut LG – 5° bis + 15°. Über eine Drehfunktion verfügt der LG 38UC99 nicht, was bei einem 21:9 Monitor in der Größe auch wenig Sinn machen würde.

Insgesamt verfügt der LG 38UC99 über eine hervorragende Ergonomie. Das liegt ganz besonders an der Krümmung. Denn während eine Krümmung in unseren Augen bei einem Fernseher in drei Metern Entfernung kaum Einfluss auf das Seherlebnis hat, sieht das bei einem 90 Zentimeter breiten Monitor in 60 Zentimeter Abstand ganz anders aus.

LG 38UC99 – bessere Ergonomie dank Krümmung

Tatsächlich bietet der LG 38UC99 dank seiner Krümmung einen besseren Blickwinkel auf die Pixel am Display-Rand. Es fühlt sich insgesamt richtig und natürlich an, man gewöhnt sich innerhalb kürzester Zeit daran und vermisst sie bei flachen Monitoren schmerzlich.

Strom bezieht der LG 38UC99 über ein außergewöhnlich großes und starkes 180 Watt-Netzteil. Diese Power ist auch nötig, schließlich kann der Monitor zum Laden von Zweitgeräten verwendet werden. Laut Datenblatt zieht der Monitor unter Volllast 57 Watt und im Standby-Betrieb unter 1 Watt.

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Auf der Rückseite verbergen sich gut zugänglich alle wichtigen Ports. Besonders hervorzuheben ist der USB-Typ-C-Anschluss mit Thunderbolt-Unterstützung. Kompatible Notebooks übertragen darüber nicht nur pixelgenau das Bild, sie werden außerdem gleichzeitig geladen und nutzen die zwei USB-3.0-Ports auf der Rückseite des LG 38UC99, über die zum Beispiel Peripheriegeräte oder Massenspeichererweiterungen angeschlossen werden können. Das ist besonders bei ultraflachen Notebooks und ihrem Mangel an Anschlüssen ein echter Vorteil.

Im Lieferumfang befinden sich neben den Kabeln für Displayport, HDMI und USB-C auch ein USB-C- auf USB(-A)-Adapter. Passend zur Rückseite sind alle Kabel weiß.

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Im LG 38UC99 wurden zwei Lautsprecher mit je 10 Watt verbaut, die einen anständigen Klang erzeugen, allerdings Audiophile nicht zufrieden stellen wird. Wer die internen Lautsprecher nur ab und an nutzt, kann sich jedoch externe Lösungen sparen.

Etwas kurios finden wir, dass die Lautsprecher via Bluetooth angesteuert werden können. Deutlich sinnvoller hätten wir gefunden, wenn wir den Sound via Bluetooth vom Monitor an externe Geräte schicken könnten. Das geht jedoch nicht. Schade.

Tolles Bild

Die Bildqualität gefiel uns im Test sehr gut. Bereits bei den Werkseinstellungen zeigt das Panel sanfte, farbneutrale Übergänge der Graustufen. Gegenüber negativen Effekten bei der Abweichung vom optimalen Blickwinkel zeigt sich der LG 38UC99 unbeeindruckt. Auch bei sehr spitzen Blickwinkeln bleibt die Farbwiedergabe stabil. Kommt noch hinzu, dass dank des gekrümmten AH-IPS-Panels die tatsächlichen Blickwinkel des Betrachters zum Rand hin stabiler sind als bei geraden Monitoren.

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Bei komplett schwarzem Bild sind zu den Ecken hin kleinere Lichthöfe zu sehen. Dies lässt sich wohl bei einem 21:9 Curved—Monitor dieser Größe kaum vermeiden. Die Verteilung der Helligkeit wirkt dagegen sehr ausgeglichen. Hier fielen uns kaum Bereiche auf, die sich vom homogenen Gesamtbild absetzen.

Die Farbwiedergabe des LG 38UC99 ist exzellent! Bereits ab Werk wurde der Monitor kalibriert, was auch in dieser Preiskategorie absolut keine Selbstverständlichkeit ist. Alle Farben wirken natürlich und gerade im direkten Vergleich mit anderen Monitoren hervorragend. Wir konnten keine Farbausreiser entdecken. An dieser Stelle sei gesagt, dass unsere Meinung zum Panel ausschließlich auf unserer subjektiven Meinung basiert. Datenfetischisten legen wir den Colorimetric Report von PRAD ans Herz.

Ein Menü, wie es sein sollte

In das Menü gelangt man über einen Druck auf den kleinen Joystick, der sich mittig am unteren Displayrand befindet. Dabei merkt man, dass LG in den letzten Jahren viel Erfahrung im Monitor-Segment sammeln konnte. Denn das OSD wirkt perfekt organisiert. Egal ob schnell die Lautstärke verstellt oder Bild-in-Bild-Funktionen angepasst werden sollen – das Menü ist trotz seiner Komplexität stets logisch und verständlich aufgebaut. Hier sollte jeder schnell zum gewünschten Menüpunkt navigieren können.


Noch einfacher wird die Menüführung über die Mac- und Windows-Software OnScreen-Control. So lassen sich alle wichtigen Funktionen direkt über die Software steuern. Dabei kann das Öffnen beliebiger Programme Presets auslösen. Auch der Menüpunkt Screen-Split, in dem der Bildschirm in verschiedene Bereiche aufgeteilt werden kann, erwies sich im Test als praktisch. Zieht man nun eine Anwendung in den vorher definierten Bereich, passt sie sich automatisch an die Größe des Fensters an.

Freesync und 75 Hz

Auch wenn es sich darüber streiten lässt, ob ein derart großer Monitor im 21:9 Format gut für Games geeignet ist, integriert LG AMDs Freesync-Technik im 38UC99. Freesync soll analog zu Nvidias G-Sync bei schnellen Bewegungen Motion-Blur und Tearing reduzieren. Voraussetzung für Freesync ist eine kompatible AMD GPU.

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Bei der Bildwiederholung schafft der LG 38UC99 maximal 75 Hz. Das ist für Gaming ausreichend, kommt aber nicht an die Gaming-Spezialisten heran, die teilweise bis zu 144 Hz unterstützen.

LG 38UC99 Fazit

Der LG 38UC99 ist für einige Anwendungsfelder perfekt, aber eben nicht für alle. Zunächst sollte vor dem Kauf abgewogen werden, ob das 21:9 Format (eigentlich ist es sogar 24:10) für die eigene Nutzung sinnvoll ist.

So eignet sich das Format weniger für Ego-Shooter, da das Auge in hektischen Situation kaum den kompletten Bildschirm erfassen kann. Auch nerven beim 16:9 Medienkonsum die breiten schwarzen Balken links und rechts. Dafür ist es für Anwendungen, die auf einem Bildschirm viele Daten darstellen, optimal. Hier sei Excel und Videoschnittsoftware hervorgehoben. Aber auch für den multitasking-orientierten Büroalltag ist dieses Format perfekt.

(Bild: Übergizmo)

Das gebogene Display ist toll, hat aber nicht nur Vorteile. So erzeugt es gerade in Verbindung mit der Überbreite des Monitors ein so nie erlebtes Immersionsgefühl, was besonders bei Spielen tief ins Geschehen zieht. Schon nach kurzer Zeit wollten wir nicht mehr auf flache Panels umsteigen. Aber wir hörten auch von Grafikern, die sich darüber beschwerten, dass sie bei Grafikanwendungen keine geraden Linien mehr sehen.

Dank Freesync und 75 Hz eignet sich der LG 38UC99 durchaus zum gelegentlichen Zocken. Die fast perfekte Farbwiedergabe qualifiziert ihn für Grafikanwendungen. Besonders Spaß machte er uns aber durch seine hohe Auflösung und der Größe von 38 Zoll (eigentlich 37,5 Zoll), hier passt wirklich unglaublich viel auf einen Bildschirm. Der LG 38UC99 ersetzt Zwei-Monitor-Lösungen perfekt.

Toll finden wir die perfekte Verarbeitung und ganz besonders die USB-C Unterstützung. Endlich kann man aktuelle Notebooks mit entsprechendem Port ohne Adapter anschließen und den Monitor als Anschluss-HUB nutzen. Der LG 38UC99 kommt derzeit auf einen Straßenpreis von 1.350 Euro, was für viele noch eine ganze Ecke zu viel sein kann.

 

 

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  1. Sieht auf jeden Fall sehr repräsentativ aus und dürfte sogar einige Besucher einschüchtern…
    Man müsste aber als Chef es allen Mitarbeitern kaufen, sonst gibt es Neid und dadurch schlechteres Betriebsklima…
    Wäre aber für Privatnutzer ein 4K TV mit 3.840 x 2.160 Pixel nicht viel preiswerter?

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