Gegen Internetkriminalität: Brandenburg richtet Cyber-Competenzcenter ein

(Bild: Shutterstock)

Um der zunehmenden Bedrohung durch Internetkriminalität entgegenzuwirken, hat das Brandenburger Landeskriminalamt ein Cyber-Competenzcenter (CCC) eingerichtet. Das geht aus den Recherchen des Rundfunks Berlin Brandenburg hervor. Die Presseabteilung des Polizeipräsidiums habe den Sachverhalt zwar bestätigt, Einzelheiten nannte sie jedoch nicht.

Zwar ist mit dem CCC ein Instrument geschaffen worden, mit dem der Anstieg von Cyber-Kriminalität bekämpft werden soll. Für die Opposition ist diese Maßnahme jedoch nicht wirksam genug. Sie fordert, dass auch die Kompetenz in den Direktionen und Inspektionen gestärkt werden sollen. Zudem wird angezweifelt, ob mit dem CCC das gesamte Ausmaß der Cyberkriminalität bekämpft werden kann.

Der rbb zitiert in diesem Zusammenhang den Innenpolitischer Sprecher der CDU, Björn Lakenmacher: „Allein beim Landeskriminalamt sind Großverfahren möglich, aber alles andere in Punkto Internetkriminalität kann man nicht bearbeiten“, so Lakenmacher. „Mit anderen Worten: Die großen Fälle werden vielleicht bearbeitet, die kleineren nicht mehr. Wir müssen uns da viel besser aufstellen.“

Als Beispiel für die Effektivität des CCC hinsichtlich „großer Fälle“ nennt der rbb den Fall eines 40-jährigen Mannes in Woltersdorf. Laut der Staatsanwaltschaft Verden wird dem festgenommenen Familienvater Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vorgeworfen. Er soll einem international agierenden Cyberring angehören. Von den 16 Verdächtigen wurden vier von der Polize verhaftet.

Bundesländer rüsten sich für den Kampf gegen Internetkriminalität

Mehrere Bundesländer haben zuletzt als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Internetkriminalität mehrere Maßnahmen zur Bekämpfung des Phänomens ergriffen. Neben der Aufstockung des Personals wie Ermittler und Staatsanwälte werden auch Spezialabteilungen mit IT-Experten eingerichtet respektive finanziell und personell verstärkt.

Bayern hat nach dem Amoklauf in einem Münchner Einkaufszentrum im Juli letzten Jahres die Zentralstelle für Cybercrime (ZCB) aufgestockt. Saarland verfügt seit Anfang dieses Jahres ein Sonderdezernat für „Cybercrime“. Auch Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin haben Geldmittel und Personal ihrer Einrichtungen verstärkt. Das Cyber-Competenzcenter des Brandenburger Landeskriminalamts werde demnächst der Öffentlichkeit vorgestellt, heißt es in dem Bericht von rbb.

Tags :Quellen:rbb

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