Studie: Immer mehr Autofahrer stellen Daten zur Verfügung

vorratsdatenspeicherung

Vielen deutschen Autofahrern ist der Schutz ihrer Fahrzeuge vor Diebstählen wichtiger als ihre Privatsphäre. Die meisten würden ihre Daten den Kfz-Versicherungen zur Verfügung stellen - im Vertrauen darauf, dass ihr Auto wiedergefunden wird. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa.

Die von der Versicherungsgruppe CosmosDirekt in Auftrag gegebene Studie „Sicherheit und Komfort im Auto“ hat erbeben, dass 71 Prozent der deutschen Autobesitzer für einen besseren Diebstahlschutz ihre Fahr- und Fahrzeugdaten zur Verfügung stellen würden. 31 Prozent der 1.004 befragten Autofahrerinnen und Autofahrer würden ihre Daten sogar „auf jeden Fall“ preisgeben. 40 Prozent würden sie „eher“ übermitteln.

Dabei haben Männer offenbar weniger Bedenken über die Datentransparenz als Frauen. 75 von 100 der männlichen Fahrer sind bereit, ihre Daten zu opfern. Bei den Frauen sind es unwesentlich weniger: 66 Prozent. Dabei macht es keinen Unterschied ob man jung oder älter ist. 70 Prozent der jüngeren Fahrer zwischen 18 und 29 Jahre würden ihre Daten preisgeben. Bei den 60 Jährigen und älter sind es 72 Prozent.

Die Hoffnung der Fahrer: dass ihr Auto nach einem Diebstahl durch die Datenübermittlung mit Hilfe einer so genannten Telematik-Box oder einer Telematik-App weltweit geortet werden kann. „Durch die Übermittlung von Fahr- und Standortdaten kann ein gestohlenes Fahrzeug lokalisiert und Dieben so das Handwerk gelegt werden“, erklärt Frank Bärnhof, Kfz-Versicherungsexperte bei CosmosDirekt in einem Pressestatement.

Versicherungen sammeln Daten, Kunden sparen Geld

Viele sehen in der Telematik-Technik aber auch eine Möglichkeit, Geld einzusparen. Denn durch die Dateneinsicht können Versicherungen ihre Tarife auf das jeweilige Fahrverhalten ihrer Kunden abstimmen. Mit anderen Worten: je verantwortungsloser ein Fahrer fährt, umso höher fällt die Kfz- Versicherungsprämie aus. Je vorsichtiger und vorausschauender er unterwegs ist, umso größer sind seine Ersparnisse. Im Dezember vergangenen Jahres hatte eine Studie von CosmosDirekt ergeben, dass fast die Hälfte aller deutschen Autofahrer (47 Prozent) für die Option eines günstigeren Versicherungsbeitrages ihre Fahrdaten an die Kfz-Versicherungen übermitteln würden.

Tags :Quellen:CosmosDirekt
  1. „Freiwillig“ aber auch unfreiwillig!
    Den modernere Autos speichern viele Daten in Logdateien, die spätestens bei nächsten Werftaufenthalt ausgelesen werden können, falls diese nicht bereits davor via GSM zu Autohersteller gefunkt wurden. (Z.B. Geschwindigkeit, Beschleunigung, Abbremsen, ggf. auch GPS Daten mit Bewegungsprofilen, usw…)
    Diese Daten können in verschiedenen Szenarien u.a. auch gegen den Autokäufer / Fahrer verwendet werden können. Z.B. nach Verwicklung in einen Unfall, können die Behörden diese Daten beschlagnahmen, diese gegen den Fahrer verwenden, und damit sehr teure Urteile gegen die Fahrer beweisen und erwirken. Ggf. auch Knast! (Diese Nachteile müssen gegenüber z.B. 15 % Versicherungsprämierabatt abgewogen werden!)

    Die Autoindustrie fragt nicht danach, ob der Autokäufer es erlaubt, und handelt gegen den Willen und Interessen der Kunden!
    Der Gesetzgeber bzw. die Datenschutzbeauftragten müssten die Hersteller verpflichten, alle gespeicherten Daten dem Kunden anzuzeigen und das Sammeln vorher explizit genehmigen lassen. (Nicht nur in AGB auf Seite 27 als anerkannt unterjubeln)
    Und die Bevölkerung müsste auch diese Nachteile sensibilisiert werden, und Autohersteller die die Kunden ausspähen meiden und mit Konsumboykot bestrafen.

    Und nur gegen Auto- Diebstahl ist ein oder zwei gut versteckt eingebaute GPS- Tracker (Stück ab ca. 15 €) viel effizienter, als Daten den Versicherungen zu liefern…

  2. Ja das mit freiwillig oder unfreiwillig ist so eine Sache, denn die Hersteller wissen es geschickt die smarte Revolution so schmackhaft wie nur möglich zu machen, natürlich auch mit Hinweis, dass ohne die Smartlösung auch einige Extras oder Komfortfunktionen nicht geordert werden können, so ist man dann doch eher gezwungen ;-)

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