Ehemalige Angestellte: Bei Uber herrscht Sexismus-Kultur

(Bild: James Martin/CNET )

Eine ehemalige Angestellte von Uber erhebt schwere Vorwürfe gegen den Fahrdienst-Vermittler. Wie die Software-Entwicklerin Susan Fowler in einem am vergangenen Wochenende veröffentlichten Blog ausführlich schreibt, herrscht bei dem US-amerikanischen Unternehmen eine Sexismus-Kultur. Firmenchef Travis Kalanick kündigte an, der Sache nachzugehen und hart durchzugreifen.

Während ihrer 14-monatigen Anstellung bei Uber seien ihr einige „seltsame“ Dinge widerfahren, schreibt Fowler. An ihrem ersten Tag in einem neuen Team habe ihr Vorgesetzter ihr eine Reihe von E-Mails geschickt, in denen er ihr ein eindeutiges Angebot machte. Er lebe mit seiner Partnerin in einer offenen Beziehung und suche nach Frauen, mit denen er Sex haben wolle, soll der Mann in den E-Mails geschrieben haben, von denen Fowler Screenshots gemacht habe.

Fowler beschwerte sich daraufhin bei der Personalabteilung und dem Management. Doch anstatt angemessen mit der Sache umzugehen, habe man ihr ein Angebot gemacht. Sie könne entweder die Abteilung wechseln oder bleiben. Im zweiten Fall würde ihr Chef ihr eine schlechte Bewertung geben, wogegen sie nichts tun könnten. Nachdem Fowler sich zunächst dafür entschieden hatte zu bleiben, wechselte sie später die Stelle.

In den nächsten Monaten habe sie mehrere Frauen getroffen, die eine „ähnliche“ Erfahrung gemacht hätten. Und zwar mit demselben Manager, von dem es seitens des Personalabteilung zuvor geheißen hatte, es wäre seine erste sexuelle Belästigung gegenüber einer Mitarbeiterin gewesen. Später hätte sich eine andere Frau über ihn beschwert – mit dem gleichen Ergebnis wie in ihrem Fall.

Machtkämpfe bei Uber führen zu Chaos

Außerdem macht Fowler in ihrem Blog auf Machtkämpfe innerhalb der Unternehmensstruktur aufmerksam. Manager würden ihre Vorgesetzten untergraben, um ihre Positionen einzunehmen. Daraus würden sie kein Geheimnis machen, sondern darüber in Gegenwart von Mitarbeitern sogar prahlen. Dieser „Game of Throne“-ähnlicher Machtkrieg, so Fowler, hätte „bedeutende“ Auswirkungen auf das Unternehmen. Nicht nur würden Projekte unerledigt bleiben, es herrsche auch ein organisatorisches Chaos.

Während Fowlers interne Beschwerde auf taube Ohren stieß, könnte ihr öffentlicher Blog Konsequenzen nach sich ziehen. Uber-Chef Travis Kalanick kündigte auf seinem Twitter-Account an, gegen Sexismus in seinem Unternehmen vorzugehen. Was Fowler beschreibe, sei „abscheulich“ und verstoße gegen alles, an das man bei Uber glaube, schreibt der Unternehmer am heutigen 20. Februar. Jeder, der glaube, ein solches Verhalten sei in Ordnung, werde gefeuert.

Uber sorgte in den vergangenen Monaten immer wieder für Negativschlagzeilen. Vor wenigen Wochen geriet das Unternehmen in Kritik, als es half, einen Streik der New Yorker Taxifahrer gegen den so genannten „muslim ban“ der US-Regierung zu brechen. Auch CEO Kalanick zog den Unmut der Öffentlichkeit auf sich, nachdem er dem Wirtschaftsrat des US-Präsidenten Donald Trump beigetreten war. Nach der Kritik verließ er den Posten wieder.

Tags :Quellen:BlogVia:Bloomberg

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