MWC 2017: Die Highlights im Überblick

MWC Highlight

Es war schön, voll und aufregend: Der diesjährige Mobile World Congress, kurz MWC, in Barcelona ist schon wieder Geschichte. Unsere Highlights der Messe haben wir hier für euch in einem Überblick gesammelt.

MWC 2017 Highlights

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LG G6

Die richtig großen Innovationen blieben in diesem Jahr aus. Dennoch schafften es einige Hersteller, mit ihren neuen Produkten zu überraschen und zu überzeugen. Allen voran konnten Sony und Nokia ihre fast schon totgeglaubten Smartphone- und Handysparten auffrischen. Aber auch die festen Größen der Branche, Huawei, LG, Lenovo und Samsung, zeigten Neuigkeiten. Das bestimmende Thema des MWC 2017 war aber 5G: Der neue, superschnelle Funkstandard, der über kurz oder lang LTE 4G als schnellste Verbindung ablösen wird. Doch der Reihe nach:

Die Geräte Highlights des MWC

Beinahe alle namhaften Hersteller ließen sich beim MWC 2017 blicken und brachten neue Geräte mit. Lenovo kam mit den neuen Moto G5-Modellen, LG zeigte das G6, Sony reiste mit einer Palette neuer Smartphones an und auch Nokia tauchte auf und erweiterte die Smartphonewelt. Während beispielsweise mit dem Moto G5 die Serie an Mittelklassegeräten konsequent weitergeführt wird, konzentrieren wir uns hier mal auf die überraschenden Momente und die Highend-Boliden aus dem Smartphone-Segment.

LG

(Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Das LG G6 liegt trotz seiner Größe gut in der Hand. (Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Den Anfang machte LG mit dem neuen LG G6. Das neue Flaggschiff des südkoreanischen Herstellers wartet mit einem neuen Format auf: Statt auf 16:9 wird beim 5,7 Zoll großen Display auf ein 18:9 (2:1) Format gesetzt. Der Platz der Vorderseite wird komplett genutzt, so dass das Gerät insgesamt genauso groß ist, wie noch das LG G4 mit 5,4 Zoll grossem Display. Die Software wurde natürlich an die neuen Größenverhältnisse angepasst, so dass einem optimierten Nutzererlebnis nichts im Wege stehen sollte. Besonders in den Fokus gerückt wurde die Gaming-Software. Von der modularen Idee des LG G5 rückte LG mit dem neuen Top-Modell ab und verbaut nun den Akku fest. Das Design des Geräts wirkt modern und sehr edel, die gläserne Rückseite fasst sich gut an und lässt das LG G6 weniger nach Nerd-Spielzeug aussehen als noch das G5. Auf erste ausgiebige Tests sind wir jedenfalls sehr gespannt!

Huawei

Die Leica Dual Kamera des Huawei P10 verspricht tolle Fotos. (Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Die Leica Dual Kamera des Huawei P10 verspricht tolle Fotos. (Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Huawei hatte gleich drei Geräte dabei: Zwei Smartphones und eine neue Smartwatch. Das Huawei P10 ist ein neues Top-Smartphones des chinesischen Herstellers und bringt gleich noch eine große Schwester mit: Das P10 Plus. Beide Smartphones haben es in sich. Das kleinere, 5,1 Zoll große Huawei P10 verfügt über eine Displayauflösung in FullHD und einen Kirin 960-Prozessor, der zusammen mit 4 GB RAM für ordentlich Dampf sorgt. Das Highlight des Geräts ist aber die Kamera, die wieder sehr gut sein soll. In Zusammenarbeit mit Leica entstand eine Dual-Hauptkamera mit einer 2,2-Blende, 20 MP monochrom Linse und 12 MP RGB-Sensor.

Das größere Modell, das P10 Plus, kommt noch einmal etwas aufgebockt daher. Die Bildschirmdiagonale beträgt 5,5 Zoll und die QHD-Auflösung macht das Display noch einen Tacken schärfer. Die Kamera besteht aus derselben Leica-Technik, allerdings bekommt sie eine 1,8-Blende. Auch im Huawei P10 Plus steckt der Kirin 960, allerdings wird er von 6 GB Arbeitsspeicher unterstützt.

In den Handel kommen beide Geräte schon bald: Das P10 Ende März, das P10 Plus wird Anfang April in den deutschen Läden auftauchen. Die Kosten liegen bei 599 Euro für das P10 und 749 Euro für das P10 Plus.

 

Nokia

(Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Nostalgie pur! Die Neuauflage des Nokia 3310 kommt nah an das Original heran. (Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Zunächst wird es bei Nokia nostalgisch: Mit dem 3310 bringt der finnische Hersteller eine Neuauflage seines ehemals beliebtesten Handy-Modells auf den Markt. Das Gerät ist ein klassisches Handy ohne Touchdisplay. Es verfügt über eine 2 Megapixel starke Kamera und ein QVGA-Farbdisplay. Besonders interessant sind die Akkulaufzeit von etwa einem Monat sowie der Preis von nur 49 Euro. Für Leute, die sich einfach kein Smartphone anschaffen wollen, ist dies eine super Nachricht.

 

(Bild: Nokia)

Das Nokia 6 kommt nun doch auch nach Europa. (Bild: Nokia)

Doch auch auf dem Smartphone-Markt will Nokia wieder eine Rolle spielen. Seit dem Verkauf der Mobilfunksparte an Microsoft war es sehr still um die finnische Firma geworden. Zwar kamen zwei Android-Geräte auf den Markt, die sich aber nie durchsetzen konnten. Mit den neuen Devices soll sich dies nun ändern. Die Geräte werden von HMD Global unter dem Markennamen Nokia hergestellt – so ganz original sind sie also nicht mehr.

Das Nokia 6 konnte schon Anfang des Jahres in China angeschaut werden und soll nun doch nach Europa kommen. Es ist mit seinem Snapdragon 430, einer 16 MP Kamera sowie einem 5,5 Zoll großem Display ausgestattet. Der Kostenpunkt liegt bei 229 Euro. Mit dem Nokia 3 kommt ein Einstiegsgerät für 149 Euro auf den Markt. Es verfügt über einen Quadcore-Prozessor und 2 GB RAM. Das IPS-Display ist 5 Zoll groß, die Kameras schießen Fotos mit 8 Megapixel. 

Das Nokia 5 hingegen zeigt sich stärker: Dank 4 GB RAM und Snapdragon 430 wird es ein wenig schneller und stärker sein als das Nokia 3. Es ist mit Android 7.1.1 ausgestattet und verfügt über eine Hauptkamera mit 13 Megapixel Auflösung und 2,0-Blende. Der Preis für dieses Smartphone liegt bei 189 Euro. Ob Nokia es wieder auf den europäischen Topseller-Markt schafft, bleibt abzuwarten. Nach wie vor gibt es viele Fans, die sich sicher über die neuaufgelegten Geräte freuen.

Sony

(Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Das Sony Xperia XZ Premium ist eines der Highlights des MWC 2017 (Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Sony? Stimmt, die gibt es ja auch noch. Es war relativ ruhig geworden um den japanischen Hersteller, zumindest was Smartphones betrifft. Es kamen zwar immer wieder gute Geräte auf den Markt, aber der große Wurf war in den letzten Jahren nicht dabei. Das könnte sich nun ändern, denn mit dem Sony Xperia XA1 bzw. XA1 Ultra und dem Xperia XZ Premium bzw. XZs kommen gleich vier Smartphones auf den Markt.

Das Xperia XA1 verfügt neben einem 5 Zoll großem HD-Display über einen Octacore-Prozessor und 3 GB RAM. Der 32 GB große interne Speicher kann per MicroSD-Karte um bis zu 256 GB erweitert werden. Der besondere Clou ist aber die Kamera: Sie löst in 23 Megapixel auf und wird von einem Hybrid-Autofokus unterstützt, der speziell bei bewegten Motiven für sehr gute Fotos sorgen soll. Das Xperia XA1 Ultra legt nochmal ein paar Schippen drauf: Mit seinem 6 Zoll großen FullHD-Display ist es ein Phablet. Es verfügt ebenfalls über einen Octacore-Prozessor, bekommt aber 4 GB RAM spendiert. Die Kamera ist dieselbe wie im kleineren Gerät.

Aber warum kleckern, wenn man auch klotzen kann: Das Sony Xperia XZ Premium soll der Konkurrenz zeigen, wo der Hammer hängt. Ab Juni wird es das 5,5 Zoll große Smartphone geben, welches in unglaublichen 2160 x 3840 Pixel auflöst. Sony selbst sagt, dass man die Bildschirme der Bravia-Fernseher nun auf das Smartphone gebracht habe. Der Prozessor des Geräts ist der brandneue Snapdragon 835, der von 4 GB RAM unterstützt wird. Auch die Xperia XZ-Geräte bekommen sehr gute Kameras. Die 19 Megapixel Cam des XZ Premium kommen ein Fünf-Achsen-Bildstabilisator, ein Drei-Sensor-System sowie die Motion Eye-Technologie zum Einsatz. Bei bewegten Motiven soll sie besonders gute Bilder liefern. Auch die Videokamera soll etwas ganz besonderes sein: Es sollen Zeitlupenvideos mit bis zu 960 fps möglich sein.

Das mit 5,2 Zoll etwas kleinere XZs wird mit derselben Kamera ausgestattet sein, bekommt aber „nur“ den Snapdragon 820 mit 4 GB RAM spendiert. Dadurch wird es allerdings auch etwas günstiger zu haben sein. Beide Geräte sind zudem staub- und wasserdicht.

Blackberry

Das neue BlackBerry KeyOne auf dem MWC 2017. (Bild: Ubergizmo / Lenz Noelkel)

Das neue BlackBerry KeyOne auf dem MWC 2017. (Bild: Ubergizmo / Lenz Noelkel)

Allen, die immer noch die physische Tastatur ihrer Blackberrys oder PocketPCs vermissen, sei gesagt, dass es Hoffnung gibt. Die chinesische Firma TCL, der nun Blackberry gehört, bringt mit dem Blackberry KEYOne ein neues Gerät auf dem Markt. Ein 4,5 Zoll großes Display, ein Snapdragon 625 Octacore-Prozessor und eben die physische Tastatur sollen das Gerät unter die Leute bringen. Als Betriebssystem ist Googles Android 7 vorinstalliert. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht: Der neue Blackberry KEYOne wird 599 Euro kosten.

Samsung

Mit neuem S-Pen: Das Samsung Galaxy Tab S3 (Bild: Ubergizmo / Lenz Noelkel)

Mit neuem S-Pen: Das Samsung Galaxy Tab S3 (Bild: Ubergizmo / Lenz Noelkel)

Der durch das Galaxy Note 7-Desaster gebeutelte Hersteller aus Südkorea brachte in diesem Jahr kein Smartphone mit zum MWC. Zwar wartete die Fachwelt auf das Galaxy S8, doch präsentiert wurden zwei Tablet. Diese haben es aber in sich und sind direkte Antworten auf das iPad Pro von Apple und das Surface Book von Microsoft.

Beim Galaxy Tab S3 handelt es sich um ein Tablet, welches in einem 9,7 Zoll großen S-AMOLED auf den Markt kommt. Es ist mit Googles Android 7 ausgestattet und kann mit dem S-Pen und einer Tastatur benutzt werden. Der S-Pen ist sogar im Lieferumfang enthalten. Das Galaxy Tab S3 zeigt sich als gute Android-Alternative zum iPad Pro. Es verfügt über sehr ähnliche Features und bietet auch die Microsoft Office Suite (for Android). Den neuen S-Pen konnten wir schon ausprobieren und müssen sagen, dass er sich sehr gut benutzen lässt.

Das Galaxy Book von Samsung ist ein Business Gerät und tritt in die ziemlich großen Fußstapfen des Microsoft Surface Book. Es kommt mit Windows 10 auf den Markt und verfügt je nach Version über ein 10,6 Zoll großes TFT LC-Display oder ein 12 Zoll großes S-AMOLED. Bei beiden Geräten ist der S-Pen und die Tastatur inklusive, dafür sind sie mit Preisen ab 729 Euro und ab 1229 Euro recht teuer. Im ersten Antesten zeigten sich die Galaxy Books aber ziemlich angenehm zu bedienen – lediglich für das Falten des Covers, um es in die richtige Position zu bringen, benötigt man viel Übung.

Neue Technologien

Interessant sind aber nicht nur die Geräte, sondern auch die Technologien, die dahinter stehen. In diesem Jahr drehte sich bei sehr vielen Herstellern alles um den neuen Funkstandard 5G. Aber auch neue Techniken zum Schnellladen von Akkus wurden gezeigt, allen voran verspricht der chinesische Hersteller Meizu hier Großes.

5G

Beginnen wir aber mit 5G. Der neue Funkstandard soll über kurz oder lang das Netz erweitern und 4G ablösen. Mobiles Internet wird also noch schneller und stärker werden. Die Arbeiten am neuen Funkstandard laufen schon seit einigen Jahren, doch dass es schon 2018 soweit sein soll, dass man es mit Mobilgeräten nutzen kann, kam dann doch sehr überraschend. Ausgangspunkt sollen die olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang (Südkorea) sein. Mit der neuen Technologie verspricht sich die Branche nicht nur rasend schnelles Internet, sondern auch extrem stabile Verbindungen, die zum Beispiel für selbstfahrende Autos nötig sind.

Meizu Super mCharge

Nie wieder ein leerer Akku? Meizu will es möglich machen. (Bild: Meizu)

Nie wieder ein leerer Akku? Meizu will es möglich machen. (Bild: Meizu)

Das komplette Smartphone aufzuladen, kann selbst mit Quick Charge Technik schon eine Weile dauern. Viele Leute, die ihr Smartphone sehr oft nutzen, brauchen auch untertags immer wieder Stromquellen – und haben dann nur wenig Zeit. Meizu zeigte auf dem MWC 2017 nun aber eine Lösung, die dem einen oder der anderen Freudentränen in die Augen zaubern könnte. Mittels Super mCharge soll es bald möglich sein, einen 3000 mAh starken Lithium-Ionen-Akku in nur 20 Minuten komplett aufzuladen.

Möglich wird dies über eine Ladungspumpe, die über zwei Gruppen von Wandlungsschaltkreisen verfügt. Konkret heißt dies, dass die Hälfte der Spannung, die im 11 V bzw. 5 A starken Anschluss verfügbar ist, gleich ins den Akku hineingegeben wird. Was aber viel wichtiger ist: Die Temperatur bleibt bei dieser Art des Akkuladens konstant bei 39 Grad, der Akku und das Gerät können so keinen Schaden nehmen, laut Meizu. Auch die Leistung des Akkus wird nicht geschmälert, in Testläufen verhielten sich 800 Mal per Super mCharge geladene Akkus nicht auffällig und zeugten von keinem größeren Leistungsverlust als unter „normalen“ Ladeumständen.

Die Technologie von Meizu wird in ein oder zwei Jahren auf den Markt kommen und könnte das Ladeverhalten durchaus verändern. Meizu selbst sagt in seiner Pressemitteilung, dass es sich nicht nur um die schnellste, sondern auch um die sicherste aller Ladetechniken handle.

 

Tags :Quellen:MWC 2017Bildquelle :Sony, Samsung, Nokia

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