Erato Muse 5 im Test: großes Soundtalent im Plastikgewand

Erato Muse 5 im Test

Der Technikmarkt wird seit geraumer Zeit mit Bluetooth-Kopfhörern überschwemmt. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Der amerikanische Hersteller Erato hat jüngst seine neuen Ohrstöpsel Muse 5 vorgestellt. Sie sind der direkte Nachfolger der Apollo-7-Kopfhörer. Wir haben die neuen Muse 5-Kopfhörer von Erato ausführlich getestet.


Erato Muse 5

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Erato Muse 5 im Test
Die Ladeschale der Erato Muse 5 zeigt den Ladestand der Ohrstöpsel an. (Foto: Übergizmo / Julia Froolyks)

 PRO

 CON

(Bild: Übergizmo)Ausgewogener Sound mit natürlicher Geräuschunterdrückung (Bild: Übergizmo)Keine App verfügbar
 Angenehmer Tragekomfort(Bild: Übergizmo) (Bild: Übergizmo)Klobiges Aussehen
 Akkulaufzeit(Bild: Übergizmo)  Aus Plastik gefertigt(Bild: Übergizmo)
(Bild: Übergizmo)3D-Soundprofile

Lieferumfang

Die Erato Muse 5 Kopfhörer kommen in einem gewöhnlichen Karton daher. Sein Inhalt besteht aus den Ohrknöpfen, der Ladeschale, einem Micro-USB-Kabel und einer ausführlichen Bedienungsanleitung. Zudem liefert der Hersteller zahlreiche Silikon-Aufsätze und sogenannte FitSeal-Hülsen für die perfekte Passform mit.

Ein erster Blick auf die Kopfhörer verrät, dass diese aus Kunstoff gefertigt sind. Die Ladeschale besteht ebenfalls aus Plastik. Hier hat mir persönlich das Metall-Design der direkten Vorgänger Apollo 7 wesentlich besser gefallen.

Design und Tragekomfort

Die beiden Ohrstöpsel wirken recht klobig. Das liegt mitunter an den großen Silikon-Aufsätzen. Diese entpuppen sich jedoch schnell als genial. Unter den Silikon-Ohrstöpseln, die letztendlich im Gehörgang sitzen, befinden sich die FitSeal Silikonhülsen, die beim Tragen ihren Platz innerhalb der Ohrmuschel finden. Da Erato hier ebenfalls verschiedene Größen liefert, sollte für jeden Ohrentyp etwas dabei sein. Die FitSeal-Hülsen der Muse 5 sorgen für unglaublich guten Halt im Ohr, auch beim Sport. Im Gegensatz zu den eher billig wirkenden Silikoflügeln bei den Apollo 7-Kopfhörern von Erato ist das die elegantere (und wirkungsvollere) Lösung. Bevor die Muse 5 perfekt sitzen, muss hier allerdings ziemlich viel herumgefummelt und ausprobiert werden.

Viele Aufsätze und Hülsen werden mitgeliefert.

Viele Aufsätze und Hülsen werden mitgeliefert (Foto: Übergizmo / Julia Froolyks)

Drei Paar FitSeal-Hülsen können mit Silikonstöpseln in vier verschiedenen Größen kombiniert werden. So ergeben sich insgesamt zwölf unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten. Ich habe mich für die Aufsätze in Größe M entschieden und sie mit den kleinsten FitSeal-Hülsen kombiniert. Das positionieren in die Ohren erfolgt mit einer Drehbewegung. Dabei werden die Kopfhörer in den Gehörgang eingeführt und nach hinten weg eingedreht. Dabei entsteht ein starker aber angenehmer Unterdruck, und die Erato Muse 5 sitzen wie angeklebt im Ohr fest. Das unterscheidet die Kopfhörer von vielen anderen Konkurrenzprodukten, bei denen ich öfter mal das Gefühl hatte, ich könnte sie verlieren. Der Unterdruck sorgt zudem nicht nur für guten Halt, sondern bringt auch eine natürliche Geräuschunterdrückung mit. Die Erato Muse 5 verfügen nicht über eine aktive Noise-Cancelling-Funktion.

Die Muse 5 wirken etwas klobig.

Die Muse 5 wirken etwas klobig (Foto: Übergizmo / Julia Froolyks)

Koppeln und Einschalten der Erato Muse 5

Bei den Erato Apollo 7 hatte der Hersteller noch auf unabhängige Kopfhörer gebaut. Hier mussten beide Stöpsel mit dem Telefon verbunden werden. Der Vorteil bei dieser Konzeption ist, dass es keine Unterbrechungen der Verbindung zwischen beiden Hörern kommen kann. Bei den Muse 5 setzt Erato wieder auf einen Master-Ohrstöpsel, der die Audioinformationen an den passiven Ohrstöpsel weiterleitet. Das ist praktisch, da man in der Bluetooth-Geräteliste nur ein Gerät koppeln muss.

Das Koppeln mit dem iPhone funktionierte im Test einwandfrei.

Das Koppeln mit dem iPhone funktionierte im Test einwandfrei (Foto: Übergizmo / Julia Froolyks)

Um den Pairing-Vorgang mit dem Smartphone zu starten (ich habe ein iPhone 7 Plus für den Test benutzt), muss der Knopf des linken Ohrstöpsels für fünf Sekunden durchgängig gedrückt werden. Eine Frauenstimme bestätigt mit „Power on“ und gleich danach mit „Pairing“. Erst jetzt kann der Knopf wieder losgelassen werden. Durch den Unterdruck im Ohr ist das Drücken der Knöpfe allerdings etwas unangenehm. Nachdem der linke Ohrstöpsel in Betrieb ist, muss auch der rechte eingeschaltet werden. Hier genügen etwa zwei Sekunden drücken. Auch hier bestätigt eine computerartige Frauenstimme zuerst „Power On“ und dann mit „True wireless stereo connected“ das erfolgreiche Koppeln der Stöpsel untereinander.

Erato Muse 5 im Test

Die Tasten der Muse 5 ziert das Hersteller-Logo (Foto: Übergizmo / Julia Froolyks)

Langes Studium für die Tastenfunktionen

Die Erato Muse 5 verfügen über eine Vielzahl an Tastenfunktionen. In den Wochen meines Tests musste ich die Bedienungsanleitung mit mir führen, um die Befehle immer wieder nachlesen zu können. Dabei unterscheiden die Muse 5 zwischen langem Druck, sehr langem Druck oder kurzem Drücken der Knöpfe. Außerdem haben der linke sowie rechte Ohrstöpsel unterschiedliche Funktionen, die beim Drücken ausgeführt werden:

Tastenfunktionen des linken Ohrstöpsel

  • Druck für zwei Sekunden: Einschalten, Track zurück, Telefonat beenden
  • Druck für fünf Sekunden: Kopplung aktivieren
  • Einmal drücken: Telefonat annehmen, Musikwiedergabe starten / pausieren
  • Zweimal drücken: Lautstärke leiser, Siri oder Google Assistant aktivieren
  • Viermal drücken: Erato-Surround einstellen

Tastenfunktionen des rechten Ohrstöpsel

  • Druck für zwei Sekunden: Ein-/Ausschalten, Track vor
  • Einmal drücken: Musikwiedergabe starten / pausieren
  • Zweimal drücken: Lautstärke lauter

Besonders interessant ist hier die Funktion des linken Ohrstöpsels „Erato-Surround“. Dieser Wiedergabemodus lässt den Klang der Erato Muse 5 tiefer und räumlicher erscheinen. Der Hersteller nennt diesen Modus auch 3D Surround – er ist bei der ersten Inbetriebnahme der Kopfhörer bereits aktiviert. Um den Modus zu verändern, muss via linker Taste viermal gedrückt werden, dann wird der „Wide 3D“-Modus aktiviert. Hier ist der Sound noch ein wenig räumlicher dargestellt. Laut Erato basiert der Modus auf die Trennung des rechten und linken Audiosignals. Im Praxistest zeigt sich im 3D-Modus wirklich ein sehr gutes Surround-Erlebnis. Die Funktion lässt sich auch abschalten.

Die Erato Muse 5 können auch Apples Siri aufwecken.

Die Erato Muse 5 können auch Apples Siri aufwecken (Foto: Übergizmo / Julia Froolyks)

So klingen die Erato Muse 5

Die Passform der Erato Muse 5 hat mich bereits begeistert. Doch neben dem Tragekomfort ist natürlich der Klang essentiell. Hier haben mich die Muse 5 absolut überzeugt. Ohne aktiviertem Modus bringen die Kopfhörer bereits einen ordentlichen Klang zustande, der ausgewogen und tief erscheint. Höhen und Bässe sind hier sehr gut miteinander abgestimmt. Der Erato-Surround-Modus macht das Musikhören mit den Muse 5 zu einem echten Vergnügen. Die Musik klingt greifbar und dreidimensional.

Oftmals setzen Kopfhörerhersteller auf einen starken Bass, um den Sound hochwertiger erscheinen zu lassen. Bei den Muse 5 ist das nicht notwendig. Der Bass ist nicht zu heftig und trotzdem satt im Klang. Alles in allem ist der Sound der Erato Muse 5 stark konkurrenzfähig mit den Marktführern wie Teufel oder Bose. Eine integrierte Geräuschunterdrückung bieten die klobigen Ohrknöpfe zwar nicht. Das ist aufgrund der guten Abdichtung durch die FitSeal-Hülsen aber gar nicht nötig. Von Außen dringen kaum Schallwellen ein.

Akkulaufzeit und Ladeschale

Die Erato Muse 5 bieten je Stöpsel eine interne Akkukapazität von 100 mAh. Die Ladeschale fasst Strom bis 700 mAh. Die Ohrstöpsel können somit etwa drei Mal mithilfe der Ladeschale vollständig aufgeladen werden. Laut Hersteller bieten die Kopfhörer eine Musikwiedergabe von vier Stunden und eine Sprechzeit von bis zu sechs Stunden pro Ladung. Das kann ich mit meinem mehrwöchigen Praxistest in etwa bestätigen. Dabei benötigen die Kopfhörer nach vollständiger Entleerung etwa zwei Stunden, bis sie wieder voll aufgeladen sind. Die Muse 5 lassen sich einfach und ohne große Probleme in die Ladeschale einsetzen. Schade ist, dass der Plastikdeckel nicht mit der Schale verbunden ist. Hier hätte ich mir eine Schiebelösung wie bei den Apollo 7 gewünscht. Die Schale besitzt außerdem pro Hörer eine LED um den aktuellen Ladestand anzuzeigen.

LEDs an der Schale verraten den aktuellen Ladestand der Muse 5

LEDs an der Schale verraten den aktuellen Ladestand der Muse 5 (Foto: Übergizmo / Julia Froolyks)

Technische Spezifikationen

Die Muse 5 sind zwar klobig, dafür sehr leicht: Ein Kopfhörer bringt 8,5 Gramm auf die Waage. Die Ladeschale ist ebenfalls sehr leicht und wird vom Hersteller mit 46 Gramm angegeben. Die Erato Muse 5 sind nach IPX5 zertifiziert und eignen sich somit aufgrund ihrer Wasserdichtigkeit durch Nanobeschichtung besonders gut für schweißtreibende Aktivitäten. Die Kopfhörer decken einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 KHz ab und können bis zu zehn Meter vom gekoppelten Gerät entfernt werden, ohne dabei die Verbindung zu verlieren.

Preise und Verfügbarkeit

Die Erato Muse 5 kosten etwa 200 Euro und liegen damit im höheren Preissegment. Sie lassen sich über Amazon oder andere Elektronikhändler beziehen und sind seit etwa vier Wochen im Handel.

Die Kopfhörer lassen sich problemlos in der Hülle verstauen

Die Kopfhörer lassen sich problemlos in ihrer Hülle verstauen (Foto: Übergizmo / Julia Froolyks)

Fazit: es lohnt sich

Die Erato Muse 5 machen Spaß. Der Preis ist mit knapp 200 Euro relativ weit oben angesetzt, dafür erhält man einen glasklaren und ausgewogenen Sound aus sehr angenehm sitzenden Bluetooth-Kopfhörern. Schade, dass Erato mit den Muse 5 immer noch keine App mitliefert, über die die Soundprofile angepasst werden könnten. Das Drücken auf die Kopfhörer ist aufgrund des Unterdrucks außerdem manchmal sehr unangenehm. Hier ein Tipp von mir: lieber den Druckpunkt etwas höher zur Ohrmuschel hin wählen, als direkt auf dem Gehörgang.

Etwas irritierend ist zudem die billig wirkende Erscheinung der Muse 5. Die gute Technik hätte meiner Meinung nach ein hochwertiges Aludesign verdient – auch in Anbetracht des Preises. Beim Tragen sehen die Kopfhörer außerdem sehr klobig aus, da sie weit aus dem Ohr hervorlugen. Die Erato Muse 5 kann ich aber aufgrund ihrer Passform und dem sehr guten Klang wärmstens empfehlen.

(Bild: Übergizmo)

 

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