Bodycam – England will seine Schüler filmen

Watching You by XoMEoX (CC BY 2.0)

In zwei britischen Schulen werden zur Zeit Bodycams getestet. Lehrkräfte könnten damit sogar Ihre Schüler filmen. Wir erklären, was dahinter steckt.

US-Polizisten nutzen sie bereits, hierzulande wird aktuell darüber diskutiert. Die Rede ist von Bodycams, kleinen Kameras, die auf der Schulter oder an der Brust getragen werden können. Das künstliche Auge zeichnet die Gegenüber von Polizisten dauerhaft oder nach Bedarf auf.

Die bloße Anwesenheit der Bodycam soll die Gewalt gegen Polizist*innen reduzieren. Denn wer potentiell gefilmt wird, hält sich womöglich eher zurück. Ist das auch in Schulen nötig? Tom Ellis, Strafrechts-Forscher, berichtet in einem Beitrag für The Conversation über zwei Tests der Bodycams für Lehrkräfte. Damit soll für ein rechtschaffenderes Verhalten der Schüler*innen gesorgt werden, wenn diese damit rechnen müssen, gefilmt zu werden.

Wie auch bei den Bodycams für Polizist*innen laufen die Kameras aber nicht permanent, sondern müssen jeweils aktiviert werden. Auch offizielle Auflagen zur Verschlüsselung und Speicherung der Daten entsprächen denjenigen der Polizei, wie eine Sprecherin des Bildungsministeriums gegenüber dem Guardian erklärt.

Bodycam als Instrument im Bildungswesen?

Ellis führt an, dass die Bodycam einer Lehrkraft helfen könnte, Probleme, die sie vom Unterrichten abhalten, effizienter zu lösen. Außerdem seien sie als Unterstützung der Reflexion denkbar. Lehrkräfte könnten positives oder negatives Verhalten dokumentieren, um gutes Verhalten zu bestätigen oder störendes Verhalten zu analysieren.

Auch mit Eltern ließen sich auf diese Weise leichter Informationen über das Unterrichtsgeschehen bzw. Schüler*innen-Verhalten teilen. Überdies würde eine Bodycam das Kräfteverhältnis im Klassenzimmer wieder ausgleichen, da die Schüler*innen eine Lehrkraft mit dem Smartphone jederzeit ohne deren Wissen filmen könnten.

Ist Überwachung wirklich eine gute Idee?

Natürlich ist die Bodycam nicht unumstritten. Schließlich erzeugt die Kamera, bei der oft gar nicht ersichtlich sei, ob und zu welchem Zweck sie gerade filmt, ein Klima der Angst. Das gilt sowohl für öffentliche Plätze, als auch insbesondere für Klassenräume.

In den USA wurden außerdem bereits Bedenken geäußert, die Kinder in Schulen mit Kameras würden schneller kriminalisieren. Schließlich würden dadurch kleine Vergehen eher zu Fällen für die Polizei. Was haltet ihr von Bodycams in Schulen?

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  1. Body Cams dienen in erster Linie dazu, Polizeigewalt unter den Beamten zu verringern und aufzudecken. Diese ist in Deutschland ein großes Thema. So könnten gewaltbereite Polizisten nicht mehr ungeschoren davon kommen.

  2. England hat eine ganz spezielle Beziehung zu Cams. Seit uralten Differenzen mit IRA sind Cams dort allgegenwärtig. Jeder der z.B. in Londoner U-Bahn war, kann es bestätigen.

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