Kodak Ektra – Das Kamera-Smartphone im Test

(Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Die einstige Branchengröße Kodak hat eine Kamera heraus gebracht, die gleichzeitig ein Smartphone ist. Oder ein Smartphone, das gleichzeitig eine Kamera sein will. Was davon stimmt und ob Kodak einem der beiden Ansprüche gerecht wird, haben wir für euch getestet.

Kodak Ektra Test

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Kodak Ektra
mde(Bild Übergizmo / Lenz Nölkel)

 PRO

 CON

 (Bild: Übergizmo)Schöner Retro-Look…  (Bild: Übergizmo)… der beim Anfassen überall Plastik offenbart
 (Bild: Übergizmo)Dedizierter Auslöse-Button…  (Bild: Übergizmo)… der aber etwas träge funktioniert
 (Bild: Übergizmo)Bilder sind OK…  (Bild: Übergizmo)… aber weit weg von Kodaks alter Größe
 (Bild: Übergizmo)Videos in 4K möglich  (Bild: Übergizmo)Farben bei Bildern übersättigt, im Low-Light schwache Fotos
 (Bild: Übergizmo)Nur durschnittliche Smartphone-Performance
 (Bild: Übergizmo)32 Gigabyte Speicher sind für ein Kamera-Smartphone etwas wenig

Kodak Ektra: Retro-Look mit Haken

Es gab mal Zeiten, als der Name Kodak fest verwoben mit Film und Fotografie war. Im Wandel der Zeit sind Kameras aber digital geworden (witzigerweise dank Kodak), Bilder werden nur noch selten ausgedruckt und in der Filmbranche setzt man längst auf Festplatten statt Filmrollen. Nachdem Kodak 2012 fast Konkurs war, hat sich das Unternehmen deutlich kleiner wieder neu aufgestellt und versucht nun an alte Größe anzuknüpfen.

(Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Auf den ersten Blick macht die Kodak Ektra eine gute Figur (Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Der neuste Versuch ist die Kodak Ektra, die von Bullitt im Retro-Look produziert wird. Das Gehäuse wirkt auf den ersten Blick wie Leder, entpuppt sich beim Anfassen aber leider als billiges Plastik, genauso der Rand im Alu-Look. Das Case hat auf der rechten Seite eine Ausbuchtung, mit der man die Ektra gut halten kann. Wie bei einer richtigen Spiegelrelfex- oder Kompaktkamera eben auch. Vom Look her also nett, vom Material her leider nicht.

Die durchschnittlichen Kameras der Kodak Ektra

Je nachdem ob man die Ektra als Smartphone mit Kamera oder Kamera mit Smartphone ansieht, ragt auf der Vorder- beziehungsweise Rückseite das Objektiv prominent heraus. Die Auflösung des Sensors darunter beträgt 21 Megapixel bei einer Blende von f/2.0 und bringt optische Bildstabilisierung (OIS) in sechs (!) Achsen mit. Vor allem hier trumpft die Ektra gegenüber Kameras anderer Smartphones auf, die meist nur über digitale Bildstabilisierung (DIS) verfügen.

(Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Unter dem Objektivring verbirgt sich eine optische Bildstabilisierung in sechs Achsen (Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Trotz Features wie Fast Focus bei der Haupt- und Phase Detection Auto Focus (PDAF) bei der Selfiecam mit 13 Megapixeln braucht die Ektra doch etwas lange um Fotos zu schießen. Das kann über einen eigens dafür installierten Auslöser-Button passieren, der aber erst fotografiert, wenn man den Knopf los lässt und nicht beim drücken.

Bildqualität und Kamera-Features

Die Verarbeitung mit dem Super 8- und anderen Filtern dauert eine gefühlte Ewigkeit und die Bildqualität ist leider nicht so gut, wie man es von beiden Kameras erwarten könnte. Die Farben wirken stellenweise arg übersättigt, vor allem rot und grün sehen leider unnatürlich aus. Bei wenig Licht hilft sicherlich die Bildstabilisierung, aber wirklich bombig sind die Bilder nicht.

Es ist kein komplettes Desaster aber leider weit weg von einem Samsung Galaxy S7 beispielsweise. Und nach dem MWC vor einigen Wochen leider auch von den Fotos kommender Mittelklasse-Smartphones. Dieser Umstand und dass die Bedienung doch etwas umständlich und teils arg langsam ist, machen die Ektra nicht unbedingt als Kamera empfehlenswert, die sie ja vorrangig sein will. Zumindest lassen sich viele Einstellungen in der App vornehmen und ihr könnt mit Filtern und anderen Features rumspielen. Und 4K Videos kann die Ektra auch.

Specs und Preis

Was den Smartphone-Teil angeht: Nun ja, verbaut ist ein Helio X20-Prozessor mit acht Kernen, getaktet mit 2,3 Gigahertz und durch drei Gigabyte RAM unterstützt. Dass für ein Smartphone, dessen Hauptfeature die Kamera ist, nur 32 Gigabyte Speicher für Bilder verbaut sind, lässt eine Augenbraue hoch gehen. Dafür könnt ihr den Speicher aber per microSD-Karte erweitern.

(Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Das matte Full HD-Display des Kodak Ektra (Bild: Übergizmo / Lenz Nölkel)

Der 3000 mAh-Stunden große Akku wird per USB-C geladen und hält bei moderatem Knippsen und Smartphone-Nutzung etwas weniger als einen Tag. Das Display ist übrigens fünf Zoll groß, matt und OK, OLED wäre aber beim Preis von rund 500 Euro nicht schlecht gewesen.

Fazit

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Designtechnisch und vom Konzept her ist die Kodak Ektra einigermaßen durchdacht, wie so häufig haperts dann aber bei der Umsetzung. Dass der Leder-Metall-Look sich als Plastik herausstellt ist genauso schade, wie die Performance der Kamera. Bei Low-Light sind die Bilder leider etwas verrauscht, bei ausreichend Licht stimmt dagegen die Farbbalance nicht.

Der Smartphone-Part ist in Ordnung, zumal Kodak beziehungsweise Bullitt das Android nicht mit Unnötigem überfrachtet hat. Die eigene Kamera-App bietet tatsächlich eine Menge cooler Features und Einstellungsmöglichkeiten mit, bedient sich aber etwas träge.

Wer also auf den netten Look steht und sich gerne noch Mal eine Kodak-Kamera leisten gönnen möchte, kann bei der Ektra zuschlagen. Wer aber gute Bilder machen möchte, ist mit den meisten anderen Smartphones in der Preisklasse besser beraten.

Lies auch: PANASONIC CM1 IM TEST: DIE KAMERA, DIE AUCH SMARTPHONE SEIN WILL

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  1. es ist mir ja schleierhaft, wie ihr bei eurer Pro- und Kontratabelle, zum einen die OKay-en Fotos als Pro-Argument auflistet und zum anderen bei den massiven Contra-Argumenten und dem Preis noch 3 von 5 Sternen vergebt…

    1. Weil sie im Vergleich mit anderen Kameras „OK“ sind, aber unter der Prämisse, dass es sich um eine vollwertige Kompaktkamera im Smartphone-Format handelt eben nicht alle Anforderungen unter diesem Gesichtspunkt erfüllt.

      Designtechnisch sieht die Ektra unserer Ansicht nach ja auch echt cool aus und liegt zum Knippsen gut in der Hand. Zudem ist das Smartphone in Ordnung. Also drei Sterne :)

      1. War was mißverständlich formuliert, denn ich hab nicht die Erwähnung der CM1 vermißt sondern die Angabe der Sensorgröße der Ektra. Aber das wurde ja jetzt beantwortet und macht noch mal mehr den Unterschied zur CM1 deutlich – wobei ich schon etwas auf den Bildstabilisator neidig bin :-)

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