Netflix will Inhalte an Mobile-User anpassen

Filme auf Tablet und Handy

Netflix plant seine Eigenproduktionen, sowohl Serien als auch Filme, künftig in zwei Fassungen anzubieten. Mobil-Nutzer sollen demnach eine eigene Schnittfassung auf ihrem Handy streamen können. Format und Größe des Bildausschnitts soll auf Handys angepasst werden.

Wir erinnern uns an die Fernsehröhre: Früher wurden Breitbildformate knallhart auf 4:3 zugeschnitten. In künstlerischer Hinsicht war das schon immer sehr fragwürdig. Ganze Landschaften verschwanden auf unseren Fernsehern oder gar ein halber Schauspieler, der in der falschen Ecke des Originalformats rumstand. Regisseure von Kinofilmen hatten sicherlich nicht die Couchpotatoes im Sinn, als sie ihre monumentalen Aufnahmen für die große Leinwand filmten. 

Netflix Chief Product Officer Neil Hunt verriet kürzlich seine verrückte Idee, dass es Inhalte bald in zwei verschiedenen Versionen geben könnte:

“It’s not inconceivable that you could take a master [copy] and make a different cut for mobile. It’s something we will explore over the next few years.“

( „Es ist nicht undenkbar, dass wir aus einem Master eine eigene Schnittfassung für Handys machen. Das ist etwas, dass wir in den nächsten Jahren ausprobieren werden.“)

Verrückte Idee oder natürliche Konsequenz?

Ist seine Idee wirklich verrückt oder nur die natürliche Konsequenz aus einem veränderten Konsumverhalten? Zuerst landeten die Videokassetten auf dem Sperrmüllhof. Nun verschwinden DVDs nach und nach von den Regalen (wenn sie es nicht schon vor Jahren taten…). Mit Bildschirmen auf denen wir heute unsere Streaminginhalte konsumieren verhält es sich widersprüchlich: Auf der einen Seite werden Fernseher immer größer und bombastischer und auf der anderen Seite streamen immer mehr Menschen auf ihren Smartphones. 

Hunt wies darauf hin, dass gerade in asiatischen Ländern, allen voran in Indien, Handyscreens zu den bevorzugten Endgeräten für den Konsum von filmischen Inhalten zählen. 

Regisseure und Cutter, die für Netflix produzieren, können sich in Zukunft also auf Überstunden einstellen. Nicht nur, dass Serien bald mit alternativen Handlungsverläufen gefilmt werden, nun wird auch noch auf das Wiedergabegerät der Konsumenten Rücksicht genommen. Schöne neue Welt.

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