HPE will „The Machine“ auf Alzheimer ansetzen

(Bild: HPE)

Bei MRT-Scans in der Demenzforschung müssen große Daten verarbeitet werden. Die neue, deutlich schnellere Rechnerarchitektur von HPE´s "The Machine" soll hier eingesetzt werden.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) ist auf neue Technologien natürlich angewiesen. Einen großen Vorteil verspricht man sich daher auch von der Computerarchitektur „The Machine“. Hewlett Packard Enterprise (HPE) stellte sie kürzlich vor. Für beschleunigte Analysen und präzisere Ergebnisse in der Hirnforschung des DZNE sollen Rechner in Palo Alto sowie Entwicklungssysteme des DZNE künftig „The Machine“ nutzen.

Im Forschungszentrum fallen etwa bei der Aufnahme von Bildern des Gehirns durch MRT (Magnetresonanztomographie) gewaltige Datenmengen an, deren Verarbeitung mit herkömmlicher Rechnerinfrastruktur zu hinderlichen Einschränkungen zwingt. Bei aufwendigen Messungen können bis zu 0,5 GByte Rohdaten in der Sekunde – und damit bis zu 2 TByte in der Stunde – anfallen, die nicht vollständig zu speichern sind, sondern nach Umrechnung in Bilder mit weit geringerem Informationsgehalt verworfen werden.

Abhilfe soll hier HPEs neue Rechnerarchitektur mit „Memory-Driven Computing“ bringen – als deren Kern ein sehr großer Arbeitsspeicher und nicht mehr der Prozessor zum Einsatz kommt.

Bis zu 8000 mal schneller als herkömmlicher Rechner

„The Machine“, von der HPE auf der http://de.ubergizmo.com/2017/03/15/8000-mal-schneller-the-machine-von-hpe-soll-neue-computer-aera-einleiten.html den ersten Prototypen zeigt, soll als Arbeitsspeicher-zentrische Architektur die seit rund 60 Jahren gebräuchlichen Computerarchitekturen ablösen. Bei dieser radikal neuen Architektur kommunizieren auf bestimmte Arbeitslasten spezialisierte Prozessoren über optische Verbindungen mit einem universellen Speicher. Die Trennung von Hauptspeicher und Massenspeicher wird somit aufgehoben.

Für den neuen Speicher setzt HPE auf Memristoren. Aufgrund von Simulationen geht das Unternehmen von einer 8000-mal höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit bei vielen Workloads im Vergleich zu heutigen Rechnern aus.

HPE nennt Einsatzmöglichkeiten in der Medizin

In der Kooperation mit dem DZNE soll sich mit Pilotanwendungen zeigen, wie „The Machine“ zur schnelleren und umfassenderen Berechnung von Ergebnissen zu nutzen ist. Als weitere Beispiele, bei denen viele TByte Daten anfallen, nennt Hewlett Packard Enterprise die Erstellung von Gen-Daten und die automatisierte Mikroskopie lebender Zellen.

Die Wissenschaftler am DZNE erhoffen sich völlig neue Erkenntnisse zu den Ursachen von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen. Die neue Architektur könnte sich als ideale Plattform erweisen, um die MRT-Daten vollständig zu speichern und zu aussagekräftigeren Bildern zu verarbeiten – mit potentiell großen Vorteilen über die Forschung hinaus für die gesamte diagnostische Praxis.

Tags :Via:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.deBildquelle :(Bild: HPE)

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