Mit Mehl können autonome Autos stillgelegt werden

Google-Testwagen auf Basis von Lexus-SUV

Was braucht man, um ein autonom fahrendes Auto in eine Falle zu locken? Etwas Mehl und eine gehörige Portion Kreativität, wie ein Aktionskünstler jetzt zeigte.

Der britische Künstler James Bridle hat demonstriert, wie leicht sich autonom fahrende Autos durch ihr eigenes Regelwerk in die Irre führen lassen. Bridle nahm eine Tüte Mehl und zeichnete damit einen Kreis aus die Straße, umgeben von einer gestrichelten Linie.

Als das autonome Auto in diesen Kreis einfuhr, machte es alles richtig, schließlich darf man auf einen Fahrstreifen einfahren, der mit einer gestrichelten Linie gekennzeichnet ist. Nur herausfahren ist nicht erlaubt, solange die Linie durchgezogen ist. Daran hielt sich das Auto auch und kam aus dem Kreis nicht mehr heraus, auch wenn dieser nur aus Mehl bestand.

Im Video sieht man sogar, dass es Versuche unternimmt, und kurz anfährt, um einen Ausweg zu finden. Aber aus diesem Kreis gibt es kein Entrinnen ohne gegen die programmierten Regeln zu verstoßen.

Man mag einwenden, dass es solche Zeichen in der Realität nicht gibt. Aber wenn sich ein Fahrzeug auf diese Weise täuschen lässt, wäre es nur zu leicht zu manipulieren. Fahrerlose Autos können durchaus ein Mehr an Sicherheit bieten, aber wie dieses kurzweilige Experiment eindrucksvoll beweist, sind dabei noch viele offene Fragen zu klären.

[Update vom 27.03.2017] Bei dem ausgetricksten System handelt es sich jedoch nicht um ein autonomes Fahrzeug eines Herstellers. Bridle hat dafür selbst die Open-Source-Software Austeere entwickelt, und sein Fahrzeug darüber mit Sensoren, Kameras und neuronalen Netzen in Eigenregie zu einem ‚autonomen System‘ umgerüstet.

Selbstfahrenden Systeme vereinen laut der Darstellung des Künstlers und Entwicklers einige sehr interessante Technologien, wie Bilderkennung und künstliche Intelligenz. Aber damit würden, wie der Brite erklärt, auch soziale Themen wie die Automatisierung und die Veränderungen in der Art der Arbeit und auch die Verschiebung von Machtverhältnissen zusammenhängen.

Wie Bridle in einem Interview mit Vice  mitteilt, habe diese Falle an einer Straße am Berg Parnass in Griechenland gebaut. Als Grund gibt er verschiedene Gründe an: „Es ist Teil eines großen Ganzen aus Arbeit, Forschung, Schreiben und Herumexperimentieren, um die aktuellen Technologien von Automatisierung besser zu erkunden und zu verstehen, um diese besser einzusetzen aber auch um diesen zu trotzen.“

Tags :Quellen:Mit Material von Martin Schindler, ZDNet.de
  1. Das wäre eine Straftat!
    § 315 StGB = Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr
    https://dejure.org/gesetze/StGB/315b.html

    …Handelt der Täter unter den Voraussetzungen des § 315 Abs. 3, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren…

  2. Man könnte auch die Sensoren von selbstfahrenden Autos mit Laser / Spraydosen / Pulver aus Feuerlöscher / usw. irreführen, und das Auto stoppen, und dann ausrauben… Wen man also während der Fahrt Nickerchen macht, sollte man für solche Fälle eine weckende Alarmanlage haben. Es könnte aber auch zu Unfällen führen wenn das System gestörte Sensoren nicht erkennt und nicht automatisch stoppt.

    Mein futuristischer Wunsch: Selbstfahrender Luxuswohnmobil. Man steigt abends ein, tippt Ziel Koordinaten ein, schläft 7 … 8 h, und wacht am Ziel auf, und macht sich schönen Tag. Und bei Laune das gleiche am neuen Abend… Leider dauert es noch ca. 5…7 Jahre.
    Berlin >>> Düsseldorf >>> Paris >>> Nizza >>> Marseille >>> Barcelona >>> Lissabon >>> Gibraltar >>> usw. Jeden Tag was Neues.
    An besten mit E-Antrieb weil dann keine Sprit- Steuer anfallen. Europa Reise für unter 100 € Stromkosten!

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