Ex-Bild-Chef Kai Diekmann berät Fahrdienstvermittler Uber

Bild: Sir James

Für manche Beobachter ist es nur ein logischer Schritt, nachdem Kai Diekmann in den vergangenen Monaten auf der sozialen Plattform Twitter immer wieder mit Uber-freundlichen Posts aufgefallen war. Nun hat der ehemalige "Bild"-Herausgeber einen Posten beim US-Fahrdienstleister angenommen. Hier darf sich der Journalist als Berater des Unternehmens in politischen Fragen einbringen.

Wie das Online-Magazin t3n.de und das Nachrichtenblatt Spiegel Online am heutigen Freitag, den 14. April 2017 berichten, ist Diekmann Mitglied des „Public Policy Advisory Board“ von Uber. Zu seinen Aufgaben in dem Gremium soll die „kulturelle Übersetzungsarbeit“ zwischen dem Unternehmen und der europäischen Politik sein. Erklärtes Ziel des „Public Policy Advisory Board“ sei es nicht, Lobbyarbeit zwischen Wirtschaft und Politik zu betreiben. Uber versteht die Gruppe vielmehr als „internen Feedbackkanal“.

Die Mitglieder des Gremiums treffen sich einmal im Jahr in San Francisco. An Bord sind nach Angaben von Uber unter anderen der frühere US-Verkehrsminister Ray LaHood, die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes, der Ex-Premierminister von Peru, Roberto Daniño, sowie die saudi-arabische Unternehmerin und Prinzessin Reema bint Bandar al-Saud.

Uber hat Beratung nötig nach den vielen Kontroversen

Die Beratung durch externe Experten hat Uber bitter nötig. Der 2009 gegründete Personenbeförderungsdienst hat in den letzten Monaten nach diversen Skandalen einiges an Image eingebüßt. Im Februar dieses Jahres schrieb die Software-Entwicklerin Susan Fowler in einem Blog, dass bei Uber eine von Sexismus geprägte Unternehmenskultur herrsche. Im gleichen Monat geriet Uber-Chef Travis Kalanick in die Kritik, nachdem im Internet ein Video aufgetaucht war, in dem er sich mit einem Uber-Fahrer stritt.

Für Aufsehen sorgt Uber immer wieder auch mit seinem aggressiven unternehmerischen Vorgehen. Die Google-Schwesterfirma Waymo wirft dem Fahrdienstleister in einer Klage Datendiebstahl vor. In einigen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, ist das Angebot Uber Pop teilweise oder ganz verboten. Dabei werden Vermittlungen zwischen privaten Fahrern und Kunden angeboten.

Diekmann hatte das Verlagshaus Axel Springer SE im Januar dieses Jahres verlassen. Hier war er zuletzt als Herausgeber der „Bild“-Gruppe tätig. Zuvor arbeitete er als Chefredakteur der Tageszeitung „Welt am Sonntag“ und ab 2001 als Chefredakteur des Boulevardblatts „Bild“.

Tags :Quellen:t3n Spiegel Online

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