US-Behörden bereiten Klage gegen Julian Assange vor

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Seit mehreren Jahren verschanzt sich WikiLeaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft, um sich der Auslieferung an die schwedische Justiz und in der Folge womöglich an die USA zu entziehen. Doch die Amerikaner ziehen die Schlinge um den Aktivisten immer enger. Laut US-Medienberichten bereiten US-Behörden eine weitere Klage gegen Assange vor.

Wie der US-Sender CNN berichtet, feilen die Behörden bereits seit 2010 an einer Klage . Bislang erfolglos. Denn Assange und seine seit 2006 bestehende Enthüllungsplattform waren durch das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt. Außerdem kam das Argument hinzu, dass WikiLeaks nicht alleine agiert habe, sondern bei seinen Enthüllungen mit anderen Medien zusammengearbeitet hat. Ferner haben große Zeitschriften wie die New York Times unabhängig von WikiLeaks brisante Unterlagen veröffentlicht, worauf CNN verweist.

Julian Assange und WikiLeaks – passive Helfer oder aktive Täter?

Nun hätten die Behörden einen Weg gefunden, Assange juristisch zu belangen, berichtet der Sender weiter. Sie könnten beweisen, dass WikiLeaks etwa im Fall der Enthüllungen durch den Whistleblower Edward Snowden eine aktive Rolle gespielt habe. Der ehemalige CIA-Mitarbeiter genießt derzeit Asyl in Russland. Aber auch die Whistleblowerin Chelsea Manning soll auf Anweisung von WikiLeaks gehandelt haben. CNN verweist diesbezüglich auf die Erkenntnisse von CIA-Direktor Mike Pompeo.

WikiLeaks sorgte im Jahr 2010 weltweit für Aufmerksamkeit, nachdem die Enthüllungsplattform rund 250.000 Unterlagen von US-Behörden veröffentlicht hatte, aus denen die Aktivitäten der US-Armee bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan hervorgehen. Die Daten waren zuvor von dem damaligen Soldaten und IT-Spezialisten Bradley Manning gestohlen und der Enthüllungsplattform zugespielt worden. Manning nennt sich heute nach einer Geschlechtsangleichung Chelsea. Sie war verhaftet und zu 35 Jahren verurteilt worden. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hatte sie kurz vor Ende seiner Amtszeit begnadigt.

Assange befindet sich seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er sich der Auslieferung an Schweden zu entziehen sucht. Die Justiz des Landes wirft ihm den sexuellen Missbrauch zweier Frauen vor. Assange bestreitet dies und behauptet, Opfer einer politischen Intrige zu sein. Er befürchtet, eine Auslieferung von Schweden in die USA, wo ihm wegen Geheimnisverrats die Todesstrafe droht.

Tags :Quellen:CNN

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