Facebook Instant Articles: Auch Guardian zieht sich zurück

Guardian-Algorithmus-Zeitun

Facebook kann seine Versprechen bezüglich der Vorteile von Instant Articles nicht halten. Mehrere namhafte Medien, darunter der Guardian, beenden die Kooperation deshalb.

Über Instant Articles auf Facebook können Medien ihre Inhalte direkt an das soziale Netzwerk übergeben. Wer der jeweiligen Facebook-Seite folgt, muss also nicht mehr auf deren Website weitergeleitet werden, um die Inhalte zu lesen, sondern kann den kompletten Artikel direkt auf Facebook einsehen. Das Rezipieren von journalistischen Inhalten sollte also noch schneller funktionieren – aber inmitten des Facebook-Netzes.

Vor knapp zwei Jahren stellte Facebook das Angebot vor. Verlage erhofften sich höhere Reichweiten und steigende Werbeeinnahmen. Die überließ Facebook den Medien nämlich, wenn diese die Anzeigen selbst akquiriert hatten. Wenn Facebook hingegen die Werbeanzeigen organisierte, erhielt der Verlag immerhin 70 Prozent der Einnahmen.

Instant Articles: kein Trend von langer Dauer?

Trotzdem rechnen sich die Instant Articles nicht. Die New York Times, einst Facebook-Partner beim Launch der Instant Articles, zog sich vor wenigen Wochen komplett zurück. Die Monetarisierung der eigenen Mobil-Seite bringe mehr, sagte Kinsey Wilson, Produkt- und Technologiechef der New York Times. Forbes, Quartz und Cosmopolitan folgten dem Rückzug.

Nun verabschiedet sich auch The Guardian, der letztes Jahr noch jeden Artikel auf Facebook über Instant Articles gepostet hat. The Guardian beendete nicht nur das Engagement mit Facebook, sondern auch beim Format Apple News.

„Wir haben umfangreiche Versuche mit Facebooks Instant Articles und Apple News durchgeführt, um zu erwägen, wie gut sie zu unseren  journalistischen und geschäftlichen Zielen passen. Nach der Auswertung haben wir uns dazu entschieden, unsere Artikel-Veröffentlichungen auf beiden Plattformen zu stoppen“, teilte ein Guardian-Sprecher gegenüber DigiDay mit.

Die 196 Jahre alte britische Tageszeitung will die Leserinnen und Leser lieber in das „vertraute Umfeld“ des Guardian bringen, um dadurch eine tiefere Bindung aufzubauen.

Werden weitere Verlage dem Guardian folgen?

Auch FAZ-Digitalchef Mathias Müller von Blumencron machte ähnliche Erfahrungen wie die Verantwortlichen beim Guardian. „Instant Articles an den Konzern zu verschenken, macht schlicht keinen Sinn“, twitterte von Blumencron. „Instant Articles bringen leider kaum zusätzlichen Traffic und schon gar kein Geld.“

 

Tags :Via:Nils Jacobsen, Meedia

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