Feinstaubmessgerät selbst bauen

(Screenshot: Übergizmo)

Die Luftqualität in Städten ist oftmals schlecht. Wie schlecht genau, kann man relativ einfach herausfinden. Für kleines Geld kann man sich ein eigenes Feinstaubmessgerät bauen.

Feinstaub, also in der Luft befindliche flüssige oder feste Teile wie Ruß, Stickoxide, Ammoniak oder – mit besonders hohem Anteil – Reifenabrieb, ist ungesund. Kein Wunder. Je nach Größe der Teilchen kann der Feinstaub laut Umweltbundesamt “bis in die Bronchien und Lungenbläschen und ultrafeine Partikel bis in das Lungengewebe und sogar in den Blutkreislauf eindringen.”

Schleimhautreizungen und lokale Entzündungen in der Luftröhre und den Bronchien können die Folge sein. Aber auch eine verstärkte Plaquebildung in den Blutgefäßen, eine erhöhte Thromboseneigung oder Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems.

Was tun?

Zunächst gilt es herauszufinden, wann und wo genau die Feinstaubbelastung tatsächlich gefährlich hoch ist. Das kann auch in kleinen Städten an verschiedenen Orten sehr unterschiedlich sein. Offizielle Messwerte kommen in der Regel erst mit zeitlicher Verzögerung ans Licht – und auch dann nach Mittlungen, die extreme Schwankungen oft unsichtbar machen. Ihr selbst könnt die Luftqualität messen und den Feinstaub sichtbar machen. Das Open Knowledge Lab Stuttgart hat kostengünstige Messgeräte entwickelt. Für rund 37 Euro lassen sich die folgenden Bauteile besorgen:

 NodeMCU ESP8266, CPU/WLAN
SDS011 Feinstaubsensor (früher PPD42NS)
DHT22, Temperatur & Luftfeuchtigkeit (optional)
– Käbelchen
– USB Kabel z.B: flach 2m Micro-USB
– Steckernetzteil USB
– Kabelbinder
– Schlauch, durchsichtig, Durchmesser 6 mm (Baumarkt)
– Wetterschutz, Marley Silent HT Bogen (DN 75 87°)

Feinstaubmessgerät veröffentlicht Ergebnisse

Anschließend baut man das Feinstaubmessgerät zusammen und spielt die Firmware auf. Schwierig ist das nicht! Die komplette Anleitung des Open Knowledge Lab aus Stuttgart gibt es online unter http://luftdaten.info/feinstaubsensor-bauen/. Das fertige Messgerät wird schlussendlich beispielsweise auf dem Balkon oder Fensterbrett platziert und ins eigene WLAN eingebunden. Darüber werden die Messergebnisse schließlich in folgende öffentliche Karte eingebunden: http://deutschland.maps.luftdaten.info/  

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Je mehr Messstationen existieren, desto genauer zeichnet sich also ab, wo und wann die Lage kritisch wird. So unterstützt man letztendlich und hoffentlich Politik und Behörden dabei, gesundheitsschädlichen Feinstaub zu reduzieren. Oder überdenkt das eigene Verhalten, das Feinstaub mit begünstigt. 

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