In Firmen ist Windows 10 der Renner

Windows 10 Creators Update (Bild: Microsoft)

Viel schnelle als Windows 7 verbreitet sich Windows 10 in Unternehmen. Offenbar motiviert IT-Abteilungen vor allem die erhöhte Sicherheit des Betriebssystems, es auszurollen.

Die Marktforscher von Gartner erwarten, dass Ende 2017 rund 85 Prozent der Unternehmen Windows 10 einsetzen. Das wäre ein deutlicher Vorsprung gegenüber der Migration auf Windows 7.

„Unternehmen sehen die Notwendigkeit für den Wechsel auf Windows 10. Die Auswertungs- und Implementierungsdauer von Windows 10 hat sich im Vergleich zu Umfragen, die zwischen 2015 und 2016 durchgeführt wurden, von 23 Monaten auf 21 Monate verkürzt“, berichtet Ranjit Atwal, Research Director bei Gartner. „Große Unternehmen planen den Umstieg auf Windows 10 oder werden diesen bis 2018 durchführen.“

Diese Verzögerung erklärt Atwal damit, dass Unternehmen älteren Softwareversionen auf Windows 10 transformieren, oder dass Unternehmen ältere Softwareversionen ersetzen, bevor der Umstieg auf Windows 10 erfolgt.

Doch scheint diese Umstellung in vielen Fällen ohne größere Probleme abzulaufen. Gartner hat Unternehmen für die Studie auch über die Motivation für den Umstieg auf Windows 10 gefragt. Etwa die Hälfte der Unternehmen sieht ein Plus an Sicherheit als wichtigsten Grund. 38 Prozent hingegen sehen Vorteile durch eine optimierte Cloud-Integration in Windows 10. Die Universal Windows-Apps auf mehreren Endgeräten wie PCs oder Tablets sind für 34 Prozent der Unternehmen ein wichtiges Argument, das Support-Ende von Windows 7 im Jahr 2020 für 33 Prozent.

„Windows wird aber nicht als ein drängendes, unternehmenskritisches Projekt gesehen, daher überrascht es auch nicht, dass ein Viertel aller Unternehmen Budget-Probleme erwartet“, so Atwal weiter.

(Bild: Gartner)

Doch nicht nur Windows 10, sondern auch Geräte, die die Vorteile des jungen Betriebssystems voll ausschöpfen, scheinen zunehmend das Interesse der Anwender zu erregen, wie Meike Escherich, Prinzipal Research Analyst bei Gartner erklärt: „Die Absicht, Geräte zu kaufen, hat sich deutlich erhöht.“ Grund dafür seien die Geräte der dritten oder vierten Generation, die für Windows 10 mit längeren Batterielaufzeiten, Touchscreens und anderen Windows-10-Features optimiert sind. „Die Absicht, Convertible-Notebooks zu kaufen, wächst, weil Unternehmen nach Test- und Pilotierungsphasen jetzt dazu übergehen, diese zu kaufen und installieren.“

Neben Convertibles und anderen Windows-10-spezifischen Geräten werden sich wohl auch mehr als ein Fünftel für Thin-Client-Geräte wie Chromebooks, Thin Clients oder Stick-PCs entscheiden, wie Escherich in einem Blog auf silicon.de prognostiziert. Auch wenn solche Kaufabsichten nicht immer Realität werden, zeigten sie doch, dass IT-Manager diesen Lösungen mehr Aufmerksamkeit schenken und sich für ihre Vorteile interessieren.

(Bild: Gartner)

„Der Wechsel zu einer Cloud-Infrastruktur kann häufig auch der Startpunkt sein, um über Thin Clients nachzudenken. Allerdings brauchen Unternehmen nicht nur die Wahl zwischen Thin und Thick Clients – vielmehr wollen sie ein Spektrum von Geräten zur Auswahl, die unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen“, so Escherich.

Die Gartner-Analystin rät Herstellern, dass diese einen hybriden Ansatz verfolgen sollten. In der Mischkalkulation aus Sicherheit, Leistung und Mobilität sowie einem geringen Management-Overhead könnte auch Windows 10 auf einem Cloud-ARM-Prozessor eine interessante Option für Anwendungen sein, die lange Akkulaufzeiten erfordern. „Alternativ kommen auch neue 2in1-Produkte auf den Markt und die Gartner-Umfrage zeigt, dass ein Bedarf für die Integration mit Android-Smartphones besteht.“

Die Umfrage zu Windows 10 wurde zwischen September und Dezember 2016 in sechs Ländern (USA, UK, Frankreich, China, Indien und Brasilien) durchgeführt. Befragt wurden 1014 Personen, die an Entscheidungen zum Windows 10-Umstieg beteiligt waren.

Tags :Quellen:Mit Material von Martin Schindler, Silicon.de

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