Netflix darf ab 2018 nicht in Cannes teilnehmen

(Bild: Netflix)

Empfindliche Schlappe für Netflix. Der Streaming-Dienst hat im Streit mit dem Filmfestival von Cannes hoch gepokert – und verloren. Das Festival schließt Netflix ab nächstes Jahr aus seinem Programm aus.

Netflix und das Cannes-Festival hatten in den vergangenen Wochen um die Grundsatzfrage der Filmverwertung verhandelt. Der Streaming-Dienst blieb bis zuletzt unnachgiebig, will seine Produktionen exklusiv auf seiner Plattform anbieten – ohne das Recht einzubüßen, sie vorher auf Filmfestivals zu präsentieren. Cannes fordert dass alle Festivalfilme auch in den französischen Kinos gezeigt werden müssen.

Man bedaure, dass der Streaming-Dienst in dieser Frage unbeweglich geblieben ist, heißt es in einer Stellungnahme des Festivals. Auch Netflix-Chef Reed Hastings äußerte sich zum Sachverhalt. Er sieht ein Komplott gegen sein Unternehmen am Werk. „Das Establishment schließt sich gegen uns zusammen“, schreibt der Unternehmer am 10. Mai auf seinem Facebook-Profil. „‚Okja‘ ist ein großartiger Film, doch die Kinoketten wollen uns blockieren, damit wir nicht im Wettbewerb von Cannes teilnehmen“, so Hastings.

Netflix‘ starre Haltung in diesem Punkt ist durchaus nachvollziehbar. Frankreich hat eine besonders strenge Gesetzgebung hinsichtlich der Verwertungsrechte von Filmen. Um die Kinoketten zu schützen, dürfen Kinofilme etwa erst nach vier Monaten auf DVD erscheinen. Bis zu 30 Monaten dauert es, bis sie im gebührenfreien Fernsehen aufgeführt werden dürfen. Streaming-Dienste können sie erst nach drei Jahren auf ihre Plattformen stellen.

Netflix und Amazon dieses Jahr zum ersten Mal in Cannes dabei

Dieses Jahr hat Netflix noch die Chance, sich in Cannes zu beweisen. Der Streaming-Dienst konnte zwei Filme in die Wettbewerbssektion unterbringen, den Abenteuerfilm „Okja“ von „Snowpiercer“-Macher Bong Joon-ho und die Tragikomödie „The Meyerowitz Stories“ von Kultregisseur Noah Baumbach. Aber auch Konkurrent Amazon ist zum ersten Mal im Wettbewerb des wohl wichtigsten Filmfestivals der Welt vertreten. Er konkurriert mit Todd Haynes‘ Literaturverfilmung „Wonderstruck“ und dem Drama „You Were Never Really Here“ von Lynne Ramsay um die Palmen.

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