Das Blut spritzt und es wird düster – Eine Kritik zu Alien: Covenant

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Wenn du ein Fan der Alien-Filmreihe, insbesondere des ersten Teils aus dem Jahr 1979 bist, dann ist der 18. Mai ein großer Tag für dich: Alien: Covenant von Altmeister Ridley Scott startet in den Kinos.

Alien: Covenant ist ein Prequel zum Original Alien und ein Sequel vom Prequel Prometheus – Dunkle Zeichen. Wie auch immer, Alien: Covenant ist nach Alien, Aliens, Alien 3, Alien – Die Wiedergeburt, den schrecklichen Crossover-Filmen Alien vs. Predator 1 und 2, sowie dem Prequel Prometheus der nächste in der Reihe, der sich mit Raumschiffen und Xenomorphen (diese ekligen Alien-Viecher) abgibt.

Alien: Covenant ist das, worauf Fans seit Sigourney Weavers Abschied nach dem vierten Teil gewartet haben. Der neue Film der Reihe besinnt sich seiner Herkunft und bietet einen düsteren Science-Fiction-Horror-Film ähnlich der Original-Atmosphäre. Ridley Scott entfernte sich mit Prometheus – Dunkle Zeichen thematisch und stilistisch zu weit weg von Alien. Das Ergebnis war ein fast schon philosophischer Film, der zu wenig Xenomorphe und Horror bot. Er hinterließ verwirrte Alien-Fans mit zu vielen Fragezeichen – die Enttäuschung war groß. Nun will es Scott mit Alien: Covenant wieder gut machen und gibt sein Bestes.

Katherine Waterston erinnert stellenweise an Sigourney Weaver

Katherine Waterston erinnert stellenweise an Sigourney Weaver

Das Endergebnis kann sich wirklich sehen lassen in puncto Spannung und Atmosphäre, trotz einiger Schwächen bei den Charakteren – oder besser gesagt dem Mangel an diesen. Das Drehbuch lässt wenig Raum für großartige Auftritte seiner Figuren. Ein wenig bedenklich ist die Tatsache, dass die Figur mit der größten Persönlichkeit ein Android ist. Die Menschen in Alien: Covenant, die sich auf einem Kolonisationsschiff befinden auf dem Weg in ein neues Leben zu dem abgelegenen Planeten Origae-6, bleiben größtenteils farblos.

Androiden mit viel Persönlichkeit

Schauspieler Michael Fassbender in seiner Doppelrolle als Android David (das bekannte Modell aus Prometheus) und Walter macht wie immer einen hervorragenden Job. Dass die anderen Darsteller nicht im Gedächtnis bleiben, liegt nicht an ihrer schauspielerischen Leistung, sondern hauptsächlich am straffen Erzähltempo des Films, der wenig Raum für Entfaltung bietet. Einzig der Neu-Captain Oram (Billy Crudup) bietet eine psychologisch betrachtet interessante Figur – zumindest im ersten Drittel des Films, danach verlaufen die Konflikte im Sand. Keine Zeit für zwischenmenschliches Geplänkel, wenn da draußen verschiedenste Alien-Ausgeburten auf die Crew wartet. Hauptdarstellerin Katherine Waterston als Daniels darf ebenfalls im ersten Drittel des Films mit soetwas wie Tiefgang glänzen.

Michael Fassbender in der Eröffnungsszene

Michael Fassbender in der Eröffnungsszene

Wegen der drohenden Explosion eines Sternes, wird die Besatzung des Kolonisationsschiffes Covenant sieben Jahre zu früh aus ihrem künstlichen Tiefschlaf geweckt. Sie müssen gleich nach dem Aufwachen mit der Krisensituation umgehen, was durch den Verlust ihres Captains (James Francos wohl kürzester Auftritt aller Zeiten!), der in seiner Tiefschlafkapsel verbrannte, erschwert wird. Seiner Frau Daniels, die Teil der Crew ist, bleibt nicht viel Zeit zum trauern. Oram, der neu ernannte Captain, erwartet Höchstleistung bei der Reparatur des beschädigten Raumschiffes. Schließlich haben sie die Verantwortung über 2000 Passagiere, die sich ebenfalls im Tiefschlaf an Bord befinden.

Als die Crew ein mysteriöses Notsignal von einem nahegelegenen Planeten empfängt, hofft sie auf eine Verkürzung ihrer siebenjährigen Reise, die noch bevorsteht. “Take me home, Country Roads” ertönt aus dem Funksignal, der Countryklassiker scheint ein sicheres Zeichen für menschliche Besiedlung auf dem nahegelegen Planeten zu sein. Ein Teil der Crew begibt sich auf eine Expeditionsreise, die schließlich zum Horrortrip wird.

Alien: Covenant nichts für empfindliche Kinogänger

Gleich nach Landung verdichten sich die Ereignisse und es dauert nicht mehr lange, bevor man als Zuschauer die erste widerliche Begegnung mit einem Xenomorph machen darf. Oh ja, es spritzt ordentlich Blut in Alien: Covenant. Für Kinogänger mit empfindlichem Magen sei Enthaltsamkeit an der Kinotheke geraten. Ridley Scott sparte nicht an Kunstblut in Szenen (und es gibt einige davon) wo die Xenomorphe spektakulär ekelerregend aus den Körper ihrer Wirte herausbrechen. Alien: Covenant ist nicht nur Science-Fiction mit Thrill, sondern vor allem allerfeinster expliziter Horror.

Stoff für Alpträume

Stoff für Alpträume

Die Szenen auf dem Planeten bieten einige Erklärungen, die man bei Prometheus vermisst hatte und kurzzeitig geht auch Alien: Covenant auf die existenzialistischen Fragen seines Vorgängers ein. Gerade als man Tempoverlust befürchtet, schafft es der Regisseur im letzten Drittel seines Films nochmal mächtig Gas zu geben. Die klaustrophobischen Szenen auf dem Raumschiff am Ende erinnern an Alien, die Spannung lässt tatsächlich nicht nach. Und so darf man das Kino freudig über eine gebührende Fortsetzung der Alien-Reihe verlassen und sich auf weitere Teile freuen. Ridley Scott verkündetete erst vor kurzem, dass ein weiterer Teil mit dem Titel Alien: Awakening folgen soll, der die Alien-Prequel-Reihe als Trilogie abschließen wird. Falls die Reihe insgesamt erfolgreich wird, schließt Scott weitere Alien-Filme nicht aus.

Hier seht ihr den Trailer:

Tags :Bildquelle :© 2017 Twentieth Century Fox

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