110 Millionen Euro: EU straft Facebook ab

(Bild: facebook)

Facebook hat bei der Übernahme von WhatsApp gelogen. Die Europäische Union straft das soziale Netzwerk deshalb mit einer Zahlung von 110 Millionen Euro ab. Es hätte wohl deutlich mehr sein können.

„Falsche oder irreführende“ Angaben hat Facebook bei der Übernahme von WhatsApp gemacht. Die EU-Kommission wird das Unternehmen von Mark Zuckerberg deshalb mit einer „bedeutenden“ Summe bestrafen und will damit angeblich auch andere Firmen abschrecken. Das geht aus Berichten der Financial Times und des Wall Street Journal hervor.

Facebook hat bei der Anmeldung der Übernahme von WhatsApp behauptet, es sei unmöglich, einen automatischen Abgleich zwischen User-Daten beider Plattformen herzustellen. Im Dezember teilte die EU-Wettbewerbsbehörde hingegen mit, dass diese Möglichkeit in Wahrheit schon damals bestanden habe. Margrethe Vestager, zuständige EU-Kommissarin, sprach vor einem halben Jahr bereits von „falschen oder irreführenden Angaben“. Facebook hingegen beteuert, man habe korrekte Angaben über technische Fähigkeiten und Pläne gemacht.

(Relativ) teure Lüge: EU hätte wohl mehr von Facebook verlangen können

Die EU-Kommission kann der Financial Times und dem Wall Street Journal zufolge eine Strafe von bis zu einem Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Bezogen auf das vergangene Jahr wären dies im Falle des sozialen Netzwerks 276 Millionen Dollar (rund 248 Millionen Euro). Die EU-Kommission hat den möglichen Strafbetrag also bei weitem nicht ausgeschöpft – sofern man den Umsatz von 2016 zugrundelegt. Angesichts der 22 Milliarden Dollar schweren Übernahme von WhatsApp im Jahr 2014 sowie des Jahresgewinns von Facebook, der 2016 bei 10,22 Milliarden US-Dollar lag, hätte das Unternehmen wohl auch 276 Millionen Dollar Strafe verkraftet.

Tags :Quellen:ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, spoBildquelle :Facebook

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