Uber entlässt 20 Mitarbeiter nach Sexismus-Beschwerden

(Bild: Uber)

Nachdem eine ehemalige Mitarbeiterin vor wenigen Monaten in einem Blog systematische Diskriminierung und die sexistische Unternehmenskultur beim Fahrdienstermittler angeprangert hatte, zieht der Konzern nun Konsequenzen. Mehr als 200 Vorwürfe wurden geprüft und 20 Mitarbeiter entlassen. Es drohen weitere Kündigungen.

Wie das Nachrichtenmagazin New York Times gestern unter Berufung auf einen Uber-Mitarbeiter berichtet, habe das Unternehmen die Maßnahmen bei einer Mitarbeiterversammlung in der Firmenzentrale in San Francisco verkündet. Die Entlassungen sollen im Laufe der letzten Monate erfolgt sein. Um welche Mitarbeiter es sich handelt, steht nicht fest. Laut New York Times gehören hochrangige Führungskräfte dazu.

Eingeleitet wurden die Untersuchungen, nachdem die Programmiererin und ehemalige Uber-Mitarbeiterin Susan Fowler im Februar dieses Jahres in einem Blog die sexistische Kultur beim Unternehmen angeprangert hatte. Darin schrieb sie unter anderem, dass sie bereits am ersten Tag ihrer Anstellung von einem Vorgesetzten ein Sex-Angebot erhalten hatte. Als sie den Vorfall der Personalabteilung meldete, habe man ihr lediglich vorgeschlagen, die Abteilung zu wechseln.

Bei der von der Wirtschaftskanzlei Perkins Coie geleiteten Ermittlung wurden 215 Beschwerden geprüft,  schreibt die New York Times weiter. Bei 47 Fällen soll es sich um sexuelle Belästigungen handeln, 54 Vorwürfe würden in den Bereich Diskriminierung fallen. Ferner gebe es etliche Fälle unprofessionellen Verhaltens und Mobbing. Insgesamt hat das Unternehmen 20 Mitarbeiter entlassen. In 57 Fällen sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Bei 100 Beschwerden sah Uber keine Notwendigkeit zu handeln.

Die Skandale rund um Uber

Uber stand in den vergangenen Monaten nicht nur wegen Sexismus und einem „‚Game of Throne‘-ähnlichen“ Machtkampf zwischen Mitarbeitern, wie Fowler weiter schrieb, für Schlagzeilen. Auch mit seiner aggressiven Wachstumsstrategie sorgt der Fahrdienstermittler immer wieder für Aufsehen. So befindet sich das Unternehmen im Rechtestreit mit der Google-Schwesterfirma Waymo, die Uber Datendiebstahl im Bereich des autonomen Fahrens vorwirft. Anfang dieses Jahres musste der Fahrdienst-Vermittler Kritik einstecken, nachdem er einen Streik der New Yorker Taxifahrer brechen half.

Aber auch Uber-Chef Travis Kalanick trug zum Negativimage seines Unternehmens bei. So war im Internet ein Video aufgetaucht war, in dem er sich mit einem Uber-Fahrer heftig stritt. Darüber hinaus soll er sich selbst immer wieder abfällig über Frauen geäußert haben.

Tags :Quellen:New York Times

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising