Neuverfilmung von Die Mumie: Mission Impossible mit Tom Cruise

Titelbild Mumie

Heute startet Die Mumie in den Kinos und man wünscht sich die Universal Studios hätten dieses “Monster”-Projekt für immer in ihrem Archiv-Sarkophag ruhen lassen.

Die Mumie

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Sofia Boutella spielt eine weibliche Mumie
Universal Pictures

Lang ist es her, dass Boris Karloff mit verzerrter Miene und Bandagen um seinen Körper in Die Mumie (1932) Kinozuschauer in Angst und Schrecken versetzte. Heute ist die Mumie weiblich, eine Sexbombe und trägt ein CGI-Kostüm. Zumindest in Alex Kurtzmans Neuverfilmung des Gruselstoffes. Die Universal Studios reanimierten den Horrorklassiker und nannten ihn, wer hätte das gedacht: Die Mumie.

Mit Dark Universe startete das Hollywood-Studio seine eigene Reihe. Nach dem Vorbild des Marvel Cinematic Universe oder Warners DC Extended Universe sind mehrere Horrorklassiker als Stand-Alone-Filme geplant, die dann wiederum in einem Crossover-Mix miteinander verknüpft werden. Als Bindeglied der einzelnen Gruselfilme fungiert Russell Crowe als Dr. Henry Jekyll. Universal sollte sich aber besser einen Plan B überlegen, denn wenn die kommenden Filme aus ihrem Dark Universe dem Auftakt der Reihe treu bleiben, könnten die Monster bald freiwillig in ihre Särge zurückkriechen.

Im Vorfeld zu Die Mumie wurde die Stimmung ordentlich angeheizt. Eine düstere, ernste Geschichte wurde uns versprochen. Kein Blödelspass, wie die Reihe mit Brendan Fraser die zwischen 1999 und 2008 veröffentlicht wurde. Universal versprach uns Horror – bekommen haben wir ein albernes Actionspektakel, das jegliches Gruseln durch überlaute CGI-Effekte gänzlich auslöscht.

Gruselig an der Neuverfilmung ist lediglich das unerklärlich jugendliche Aussehen des Zugpferdchens Tom Cruise. Ob er sich nun selber nachts mit Bandagen einwickelte, um seinen ewig glatten Teint zu erhalten oder sonstige Verjüngunskuren auf sich nahm, der mittlerweile 54-jährige Mime scheint ein Mittel für die ewige Jugend gefunden zu haben.
Anders lässt es sich nicht erklären, dass der ein Jahr jüngere Russell Crowe neben ihm wie ein alter Onkel aussieht.

Die Mumie: Platte Dialoge und laute Action

Die Mumie zerstört jegliche Hoffnung auf einen spannungsgeladenen Horrorfilm gleich zu Beginn. Tom Cruise spielt den Hallodri Nick Morton der mit seinem Kumpel Chris Antiquitäten im Irak plündert. Die beiden liefern sich einen Schlagabtausch von platten Dialogen, typische Einzeiler des Hollywood-Popcorn-Kinos. Als Zuschauer wird einem schnell klar: Hier folgt eine knapp zweistündige Unterforderung seiner Gehirnzellen.

Die Handlung beginnt überschaubar, doch wird mit jeder Minute des Films unlogischer und wirrer: Nick findet das Grab der Pharaonentochter Ahmanet (eine algerische Schönheit: Sofia Boutella) in einer tiefen Gruft. Das Fundstück ist allerdings nicht irgendein Sarg einer gewöhnlichen Prinzessin. Ahmanet tötete ihren Vater und seinen neugeborenen Sohn, der ihr den Rang als Erbin streitig machte. Als Strafe für ihre blutigen Taten wurde sie lebendig mumifiziert – quasi die ultimative Steigerung zu lebendig begraben. Noch vor ihrem Tod beschwor sie Seth, den ägyptischen Gott des Todes, der viele Jahrhunderte später Unheil über die Menschheit bringen sollte und Nick verfluchen wird.

Kurz vor einem IS-Angriff wird der Sarkophag aus der Gruft geborgen und samt Inhalt nach London verfrachtet. Doch schon im Flugzeug beginnt der alte Fluch zu wirken. Nicks Kumpel Chris verwandelt sich in eine Art Zombie und will alle Passagiere töten. Das Flugzeug stürzt ab und einzig die Archäologin Jenny (austauschbar: Annabelle Wallis) überlebt. Scheinbar. Denn wenig später erwacht Nick auf dem Tisch des Pathologen und merkt, dass er gar nicht so tot ist, wie er es sein sollte. Die Mumie erwacht wieder zum Leben und wütet in London rum. Neben Jenny und Nick, will auch Dr. Jekyll (Russell Crowe) die teilverweste Schönheit mit der doppelten Iris aufhalten.

Ja, Dr. Jekyll. Die Figur aus Stevensons Novelle “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde”. Der Wissenschaftler wirkt gänzlich fehl am Platz. Ein Crossover mit der Mumie erscheint unnötig konstruiert. Eine immerhin recht ansehnliche Kampfszene zwischen Cruise und Crowe rechtfertigt das Aufeinandertreffen der Figuren. An Action wurde in “Die Mumie” nicht gespart, nur an der Dramaturgie und der Ausarbeitung der Charaktere.

Zwar langweilt man sich zu keiner Sekunde in dem Action-Spektakel, aber das liegt nicht an der fesselnden Story. Mit 3D-Brille auf der Nase in einem Dolby Atmos Kino wird man regelrecht von den bombastischen Effekten gefangen genommen. Das kann man mögen. Oder auch nicht. Wer Kinofilme nicht als reine Reizüberflutung für Augen und Ohren erleben möchte, der kann sich eine Kinokarte für Die Mumie sparen. 

Tags :Bildquelle :Copyright: Universal Pictures

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