Wissenschaftler: Das Smart Home ist sicherheitstechnisch eine Katastrophe

Smart Home (Bild: Gfk)

Waschmaschinen mit dem Smartphone von unterwegs einschalten, ein Kühlschrank, der sich via Onlineshopping selbst befüllt: Das Smarthome verspricht eine bequeme Zukunft. Doch wer sein Zuhause vernetzt, geht nach einem Bericht des Focus ein enormes Sicherheitsrisiko ein.

„Denn bei den meisten Geräten kommen Hacker mit viel simpleren Methoden als dem WannaCry-Virus ins System“, erklärt Christian Rossow, Professor am Center für IT-Security der Universität des Saarlandes, gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus. „Mit wenig Aufwand erhalten sie vollen Zugriff, da die Software in den Geräten so gut wie nie nach Sicherheitsaspekten programmiert wird.“ Als jüngstes Beispiel diene der Ausfall von 900.000 Routern bei der Deutschen Telekom im November 2016.

Der Bonner Kommunikations-Konzern muss täglich mehrere Millionen Cyberangriffe auf seine Systeme abwehren. „Wir sind ein hochattraktives Ziel“, erklärt Thomas Tschersich, Vice President Internal Security & Cyber Defense, im Focus.

„Zum einen betreiben wir mit unserem Netz eine kritische Infrastruktur. Zum anderen sind die Millionen von Datensätzen unserer Kunden bei Kriminellen begehrt.“ Noch in diesem Jahr will die Telekom deshalb ihr Cyber-Defense-Center vergrößern und Personal aufstocken. Das ist allerdings nicht leicht. „Fachkräfte für Cybersecurity sind nach wie vor weltweit Mangelware“, so Tschersich.

Und wie seht ihr das? Ist das Smart-Home in Risiko? Strebt ihr selber eines an oder habt bereits mit dem Umbau begonnen? Schreibt uns eure Erfahrungen doch einfach in die Kommentare.

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  1. Die Unsicherheit ist bekannt – und sie scheint niemanden zu stören. Die Mehrzahl der Kunden sehen Sicherheit als übertriebenen Aufwand – wer macht schon regelmäßig Backups zumindest seiner unwiderbringlichen Daten?

    Den Herstellern fehlt der Druck, solange die Gerichte bei fehlerhafter Software von „ist halt unvermeidbar“ ausgehen und gar nicht prüfen, ob hinreichend Aufwand getrieben wurde, Fehler zu vermeiden.

    Der Gesetzgeber sieht Sicherheit dann als gegeben, wenn er möglichst einfach möglichst viel überwachen kann, siehe Pflicht zum Einbau der Smart Meter.

    Der unsichere Wahnsinn wird soch demzufolge ungehindert ausbreiten :-(

  2. Was wird aus meinem Smart Home wenn das Internet „down“ ist. Wie nimmt dann das smarte Türschloss mit dem Server des Herstellers auf?

  3. Orvel lässt grüßen!
    Konsumenten werden mit Bequemlichkeit gelockt.
    Und müssen dafür auch noch recht teuer mit Euros bezahlen,
    Und kaufen dabei auch Wanzen für verschiedene Parameter gegen sich selbst.

    Hier müsse die Konsumenten viel stärker aufgeklärt werden,
    und der Gesetzgeber muss die Hersteller und die Inverkherbringer von solchen Wanzen extrem hart bestrafen, bis zu Vertriebsverbot!
    Nur ob der Staat es wirklich will? Ggf. greift es selbst auf die Daten der Bürger zu…

    Hinzu kommt das fast alle Systeme nicht genormt / kompatibel sind, und auch nicht in der Lage Alles zu steuern.

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