Wonder Woman kämpft nicht nur mit den Waffen einer Frau

Wonder Woman

Batman, Superman, Spiderman, Mann, Mann, Mann. Nun kommt mit Wonder Woman endlich eine weibliche Heldin mit Superkräften, die ihren männlichen Weltretter-Kollegen in nichts nachsteht. Gal Gadot spielt diese faszinierende Frau mit übernatürlichen Fähigkeiten, die im ersten Weltkrieg den kriegstreiberischen Herren zeigt, wo es lang geht.

Wonder Woman

Bild 1 von 7

Es knistert ordentlich zwischen Gal Gadot und Chris Pine
© 2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC ENTERTAINMENT, LLC

Warner Bros. engagierte ganz untypisch für eine Multi-Millionen-Dollar-Produktion eine Frau für die Verfilmung von Wonder Woman. Regisseurin Patty Jenkins schaffte es einen Kassenschlager zu inszenieren, der sogar Die Mumie (hier lest ihr die Übergizmo-Kritik) in den US-Kinocharts hinter sich lässt. Die Wunderfrau will jeder sehen – und das zurecht! Die neueste Comicverfilmung aus dem DC Extended Universe besticht durch eine spannende Geschichte mit einer spannenden Heldin, in der Action, Humor und auch ein Schuss Romantik nicht zu kurz kommen.

Eine gute Viertelstunde vergeht, bis der erste Mann in Wonder Woman erscheint. Prinzessin Diana lebt auf einer abgeschirmten Insel voller Frauen, die alle als Kriegerinnen ausgebildet werden. Auf der Amazonen-Insel sind Männer seltene Gäste und so wird die Notlandung des Piloten Steve Trevor (Chris Pine) zum Highlight der Inselbewohner. Doch nur die unerfahrene Diana empfindet Faszination beim Anblick des gutaussehenden Soldaten. Die anderen Inselbewohnerinnen und vor allem Dianas Mutter Königin Hippolyta (Connie Nielsen) wünschen sich, dass der ungebetene Gast so schnell wie möglich verschwindet.

Als Steve Diana von dem grauenvollen Krieg der Menschen berichtet, beschließt die schöne Amazone in seine Welt zu folgen. Diana ist überzeugt, dass dieser Krieg das Ergebnis der Machenschaften des Kriegsgottes Ares ist. Noch ahnt Diana nicht, dass der erste Weltkrieg nicht nur an einer Front ausgetragen wird und, dass die Menschen, die sie unbedingt retten will, es vielleicht gar nicht alle wert sind.

Wonder Woman: Halbgöttin ohne Lebenserfahrung

Wonder Woman ist nicht nur ein Action-Abenteuer, sondern auch eine Art Coming-of-Age-Geschichte. Diana ist eine starke Frau mit festen Überzeugungen, der es aber in vielen Situationen noch an Lebenserfahrung fehlt. Drehbuchautor Allan Heinberg kreierte wundervoll witzige Dialoge, die ihren Humor meist aus Dianas Unerfahrenheit mit Männern und der modernen Zivilisation beziehen.

Für etliche Lacher sorgen Dianas Unwissenheit über ihren eigenen Sex-Appeal. Wonder Womans knappes Kostümchen, das die Vorzüge des israelischen Ex-Models Gadot bestens zur Geltung bringt, würde selbst im heutigen London für Aufsehen sorgen – unvorstellbar, was es für eine Wirkung in der Zeit des ersten Weltkrieges haben musste. Ihre überirdische Schönheit wird auch durch ein graues Sekretärinnen-Kostüm mit passender Brille nicht entstellt – wobei dieser Anzug kein langes Leben hat.

Bereits kurze Zeit später befreit sich Diana von den Zwängen der damaligen Mode und reißt die einschränkende Kleidung von ihrem Leib und präsentiert sich in “voller” Montur zwischen zwei Schützengräben. Lustig: im Englischen nennt man dieses Niemansland zwischen zwei Fronten passenderweise “No Man’s Land” – nur Wonder Woman traut sich in das Maschinengewehrfeuer der Feinde und rettet ein gesamtes Dorf.

Gal Gadot verkörpert die Halbgöttin-Amazone Diana mit soviel Anmut und gleichzeitig Verletzlichkeit, dass sie sich am Ende zu einer wahren Göttin der Herzen verwandelt. Diese Frau will man definitiv noch in weiteren Filmen sehen, selbst wenn man die Sequel-Prequel-Remake-Sucht der Studios nervtötend findet. Wonder Woman hatte bereits einen Auftritt in Batman v Superman und wird im November 2017 in Justice League erneut neben ihren männlichen Kollegen kämpfen dürfen. Doch auch ein echtes Sequel ihres Solo-Auftrittes scheint als sehr wahrscheinlich bei dem Riesenerfolg, den sie derzeit feiert.

Bei vielen anderen Superheldenfilmen wird auf Nebencharaktere zu wenig Wert gelegt und so enden diese als austauschbare Stereotypen. In Wonder Woman gibt es Platz für viele hervorragende Schauspieler wie David Thewlis, Robin Wright oder Danny Huston als Oberbösewicht Ludendorff. Als Sidekicks von Wonder Woman glänzen Saïd Taghmaoui als Sameer und Ewen Bremner als Scharfschütze Charlie mit kaum verständlichem Schottischen Akzent in der Originalversion (dieser dürfte vor allem Trainspotting-Fans als Spud bekannt sein).

Wonder Woman verkörpert Frauenpower pur: Sehenswert für alle Frauen – und Männer!

Tags :Bildquelle :© 2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC ENTERTAINMENT, LLC

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising