Razzia in Karlsruhe: BKA verhaftet Betreiber einer Darknet-Plattform

(Bild: Shutterstock)

Ein 30 Jahre alter Mann aus Karlsruhe soll von seiner Wohnung aus eine Darknet-Plattform betrieben haben, auf der unter anderem Drogen- und Waffenhandel stattfand. Auch der Münchner Amokläufer soll hier tätig gewesen sein.

Die Ermittlungen wurden vom Bundeskriminalamt (BKA) und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) geleitet. Die Verhaftung des Mannes, die die BKA mit Unterstützung der Spezialkräften der Polizei durchführte, erfolgte bereits Donnerstagabend vergangener Woche. Das teilte das BKA heute in einer Presseerklärung mit. Dabei wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt, darunter Computer, Datenträger sowie geringe Mengen Betäubungsmittel. Darüber hinaus konnten die Einsatzkräfte den Server des Beschuldigten lokalisieren und beschlagnahmen.

Dem Mann wird vorgeworfen, seit März 2013 eine deutschsprachige Darknet –Plattform betrieben zu haben, über die unter anderem Drogen- und Waffengeschäfte abgewickelt wurden. Außerdem konnte man auf dem Forum an Falschgeld, gefälschte Personalausweise, ausgespähte Kreditkartendaten und gefälschte Bankkonten gelangen, so das BKA. Insgesamt zählte die Seite mehr als 20.000 Mitglieder.

Auch der Münchner Amokläufer war auf der Plattform tätig

Als konkretes Beispiel wird der Fall des Münchner Amokläufers genannt. Am 22. Juli 2016 hatte im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) der 18-Jährige um sich geschossen und dabei neun Menschen getötet. Anschließend erschoss er sich selbst. Laut BKA soll sich das Geschäft um die zum Einsatz gekommene Waffe auf der nun ausgehobenen Plattform „angebahnt“ haben.

Die Festnahme des Beschuldigten sei das Ergebnis einer monatelangen verdeckten Ermittlung, so das BKA weiter. Am 9. Juni war der Mann dem Haftrichter am Amtsgericht Karlsruhe vorgeführt worden. Dieser verkündete am gleichen Tag einen bereits erlassenen Haftbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen des Verdachts der Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Waffen und Betäubungsmitteln.

Tags :Quellen:BKA
  1. Aber wie haben die den eingekreist und erwischt?

    Oft wurden solche Anbieter über Scheinkäufe durch Behörden eingekreist.
    Nach Waren Zustellung wurde ermittelt an welcher Paketbox Sendung aufgegeben wurde.
    Dann werden Handy- Nummer, die im passenden Zeitfenster x an der Paketbox waren ausgewertet.
    Oder die Paketbox wird beobachtet, bis der Versender diese erneut nutzt.
    Für Beobachtung müssen keine Polizisten sich 24 h auf die lauer legen. Es reicht Cam die das Paket ortet, und nachträgliche Ermittlung der Handy- Nummer.

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