Aus und vorbei: Travis Kalanick tritt als Uber-Chef zurück

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Letzte Woche erst hatte Travis Kalanick eine unbefristete Auszeit von Uber angekündigt. Doch aus dem vorübergehenden Rückzug wird nun doch ein dauerhafter. Der Mitbegründer und Chef des Fahrdienstvermittlers muss auf Druck der Investoren zurücktreten.

Dies berichtet heute das Nachrichten New York Times. Kalanick selbst hat die Entwicklung in einem Statement bestätigt. „Ich liebe Uber mehr als alles andere auf der Welt“, wird der Unternehmer von der New York Times zitiert. „In diesem schwierigen Moment in meinem persönlichen Leben habe ich die Forderung der Investoren akzeptiert, beiseite zu treten, damit Uber wieder zum Aufbauen zurückkehren kann und nicht durch einen anderen Kampf abgelenkt ist“, so Kalanick. Mit „persönliche Probleme“ meint der 40-jährige den tragischen Verlust seiner Mutter bei einem Bootsunglück. Sein Vater war bei dem Unfall schwer verletzt worden.

Laut der New York Times hätten fünf Anteilseigner an Kalanick einen Brief mit der Überschrift „Uber Moving Forward“ geschrieben, in dem sie den sofortigen Rücktritt des Unternehmens fordern. Danach bräuchte das Unternehmen eine grundlegende Veränderung. Mit dem Rücktritt wird Kalanick weiterhin Mitglied des Verwaltungsrats bleiben. Dieser teilte in einer von der New York Times zitierten Erklärung mit, dass Uber für Kalanick zwar „immer an erster Stelle“ stand. Mit seinem Rücktritt gebe er dem Unternehmen die Möglichkeit, „ein neues Kapitel“ einzuschlagen.

Kalanick war zuletzt stark unter Druck geraten. Nicht nur hatte der Firmenchef das Unternehmen mit einem aggressiven Führungsstil geprägt. Auch die Unternehmenskultur war unter seiner Führung immer wieder kritisiert worden. Nachdem eine ehemalige Mitarbeiterin in einen Blogg Vorwürfe über sexuelle Belästigung erhoben hatte und weitere Beschuldigungen an die Öffentlichkeit gelangt waren, hatte der Verwaltungsrat eine interne Untersuchung angeordnet. In einem 13-seitigen Bericht hatte der ehemalige Justizministers Eric Holder dem Unternehmen nicht nur grundlegende Probleme bescheinigt, sondern auch diverse Verbesserungsvorschläge gemacht.

Weitere Schritte für eine neue Unternehmenskultur

Neben der Trennung von Kalanick ist ein Zugeständnis an die Uber-Fahrer ein weiterer Schritt des Fahrdienstvermittlers, die Empfehlungen umzusetzen. Unter anderem hat Uber die Trinkgeld-Option in der App eingeführt. Dies hatten die Fahrer lange gefordert. Zwar konnte man als Fahrgast dem Fahrer schon immer Trinkgeld geben, gegen eine offizielle App-Option hatte sich Kalanick jedoch verwehrt. Die Neuerung wurde am gestrigen Dienstag in Houston, Seattle und Minneapolis eingeführt und soll bis Ende Juli landesweit umgesetzt werden.

Kalanick hatte vergangene Woche im Zuge der Turbulenzen bei Uber angekündigt, eine vorübergehende Auszeit zu nehmen. Die Pause wollte er nutzen, um sich zu dem Chef zu entwickeln, den Uber und die Mitarbeiter verdienen.

Tags :Quellen:New York Times

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