Apples Planet of the Apps: Ein Schuss in den Ofen

Planet of the Apps (Bild: Apple)

Das war wohl nichts. Apples erste eigene Serie namens „Planet of the Apps“ ist ein einziger Reinfall. Die erste Folge ist seit gestern kostenlos via iTunes zu sehen. Weitere Folgen werden im Wochenrhythmus via Apple Music ausgestrahlt. Es ist allerdings kaum vorstellbar, dass auch nur irgendjemand sich dank dieser Serie zu einem Apple-Music-Account überreden lässt, wenn er oder sie noch keinen hat.

Die Prämisse der Serie ist schon nicht besonders gut. Aber man kann verstehen, warum Apple das so gemacht hat: Drei Stars, Jessica Alba, Gwyneth Paltrow und will.i.am, und der Tech-Investor Gary Vaynerchuck wählen sich jeweils aus einem Pool ein App-Entwickler-Team aus. Dieses Team wird von dem jeweilig als Mentor agierenden Star über Wochen begleitet, um am Ende einen Investor finden zu können. Gleichzeitig begleitet Apple die Apps der Entwickler-Teams und featured sie im App Store, allerdings nicht im deutschen App Store.

Apples Planet of the Apps hat weder Kompetenz noch Ideen oder wenigstens Drama

Nun hat die Serie gleich mehrere größere Probleme. Gute Apps sieht man darin kaum – stattdessen gibt es viele möchtegern-Start-Ups mit undurchdachten Konzepten. Denn eine gute Idee, hinter der ein fähiges Entwickler-Team steht, findet auch ohne diese monatelange Show einen Investor. Und zwar viel schneller und ohne das Risiko des öffentlichen Scheiterns. In der Show selbst gibt es nur wenige dramatische Elemente, anders als bei ähnlich aufgebauten Shows wie Deutschland sucht den Superstar. Einige der Stars enttäuschen vielmehr mit oberflächlichen Plattitüden, die vermuten lassen, dass ihre bisherige Erfahrung im Business-Bereich hauptsächlich in der Tätigkeit als werbendes Gesicht besteht. Echte Kompetenz ist auf den ersten Blick eigentlich nur bei Vaynerchuck zu finden. Dem aber geht einfach das schauspielerische Talent ab, um seine teils vernichtenden Urteile kameragerecht rüberzubringen. Deshalb die Empfehlung an Apple: Stellt die Serie sofort ein und verschenkt das Geld. Da ist auch der Werbeeffekt größer.

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