Godot darf arbeiten: Elon Musks Boring Company bohrt Tunnel in Los Angeles

Elon Musk, Boring Company

Lange mussten Elon Musk und sein Unternehmen Boring Company warten auf die Genehmigung für den Bau des Verkehrstunnelsystems in Los Angeles. Nun hat die Firma den Vertrag offenbar in der Tasche. Denn laut Musk hat der Tunnelbau in der kalifornischen Metropole nicht nur begonnen, sondern bereits den ersten Bauabschnitt fertiggestellt.

Elon Musk gehört sicher zu den schillerndsten Unternehmerpersönlichkeiten seiner Generation. Was sich nicht zuletzt auch an den ungewöhnlichen und vielsagenden Namen seiner Firmen und Projekte zeigt. Seinen Elektroauto-Konzern Tesla etwa benannte er nach dem Physiker und Erfinder Nikola Tesla, dem Wegbereiter der elektrischen Energietechnik. Die Boring Company ist ein ironisches Wortspiel aus „langweilig“ und „bohren“. Und ein zentrales Element dieser Firma ist der sogenannte „Godot“, ein 1.200 Tonnen schwerer und rund 120 Meter langer Bohrer, der unter der Erde den Weg für das Verkehrstunnelsystem bahnen soll.

Der „Godot“ zeugt auch für ein gewisses Maß an Sarkasmus im Charakter Musks. Schließlich ist der Name der Titelfigur von Samuel Beckets „Warten auf Godot“ entlehnt, jenem Theaterstück also, in dem zwei Charaktere auf einen dritten, Godot, warten, der bis zuletzt nicht auftaucht. Eine absurde Situation, die Musk vertraut sein dürfte. Denn wie der 46-Jährige Mitte Juni auf Twitter mitteilte, befand er sich damals mit dem Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, zwar in Verhandlungen um die Genehmigung der Bohrarbeiten unter der Stadt. Doch offenbar schien sich das „Warten“ auf den Vertragsabschluss ähnlich aussichtslos zu gestalten wie das „Warten auf Godot“. Denn im gleichen Eintrag deutete Musk die Situation hinter den Kulissen an. Genehmigungen, so der Unternehmer resignierend, würden komplizierter sein als das eigentliche Bauen.

Autoverkehr unter der Stadt

Nun aber scheint der Vertrag unter Dach und Fach und die Boring Company durfte mit den Bauarbeiten endlich beginnen, wie Musk heute erleichtert auf Twitter mitteilte. Demnach sei das „Warten auf Godot“ zu Ende. Die Bohrarbeiten in Los Angeles hätten begonnen und das erste Segment sei bereits fertiggestellt, so Musk. Dabei dürfte es sich um den Abschnitt jener ersten Verbindung handeln, die laut The Verge zwischen dem Los Angeles International Airport und den Ortschaften Culver City, Santa Monica, Westwood und Sherman Oaks entsteht. Vorgesehen ist unter der Stadt ein Netzwerk aus insgesamt 30 Tunneln, die laut Musk Auto-, Motor- und Fahrrädern aber auch Fußgängern Ausweichmöglichkeiten bieten sollen.

Musk will mit einem komplizierten Verkehrstunnelsystem, den Verkehr unter die Erde verlegen, um die Straßen in den Großstädten zu entlasten und ganz nebenbei die Umwelt zu schützen. Laut einem kürzlich vorgestellten Konzept würden Autos in den Tunneln mittels Schlitten befördert werden. Teil des unterirdischen Verkehrs soll auch das Hyperloop-Projekt sein, bei dem es sich um einen Hochgeschwindigkeitszug handelt, der durch eine Vakuum-Röhre befördert wird. Ob sich die Visionen Musks tatsächlich umsetzen lassen oder wir – wie die Becket-Figuren auf Godot – vergeblich darauf warten werden, wird sich noch herausstellen müssen. Im Konzeptvideo von Boring Company sieht das Vorhaben jedenfalls vielversprechend aus.

Tags :Quellen:Twitter The Verge

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