Die Zukunft gehört Netflix und Co.? Nein, Fernsehen läuft noch immer!

(Foto: Shutterstock)

Der Untergang des traditionellen Fernsehens wird angesichts der Aufholjagd von Video-Streaming-Diensten und VoD-Angeboten immer wieder gerne beschworen. Tatsächlich nutzen immer Mehr Zuschauer die Möglichkeit, Inhalte jederzeit und dem persönlichen Geschmack entsprechend auf Knopfdruck abzurufen. Doch das lineares Fernsehen ist noch lange nicht abgeschrieben. Im Gegenteil: Der Anteil der Fernsehzuschauer hierzulande ist zuletzt wieder etwas angestiegen, wie eine Studie der Hochschule Fresenius belegt.

Laut der Studie ist die Zahl der Nutzer, die ausschließlich online TV-Inhalte abrufen, deutlich angestiegen. Wie nicht anders zu erwarten war, ist die Affinität zu Online-Streaming-Diensten und VoD-Angeboten umso größer, je jünger die Nutzer sind. Von den 18- bis 24-Jährigen griffen im vergangenen Jahr fast ein Drittel, genauer: 28 Prozent ausschließlich auf Online-TV-Angebote zurück. Im Jahr zuvor waren es noch 21 Prozent. Bei der Altersgruppe 25 bis 34 Jahren liegt der Anteil bei 21 Prozent.

Nicht nur die Zahl der Nutzer von Video-Streaming steigt in Deutschland kontinuierlich. Auch hinsichtlich der Nutzungsintensität verzeichnen die Studienleiter einen Anstieg – zumindest bei den jüngeren Zuschauern. Von den 18- bis 24 Jährigen schauten letztes Jahr 28 Prozent mehr als elf Stunden in der Woche Streaming-Inhalte. Ein Jahr zuvor war es mit 27 Prozent unwesentlich weniger. Bei den 25- bis 34-Jährigen ist der Anteil der Langzeit-Streamer von 22 auf 25 Prozent gestiegen, bei der Altersgruppe 35 bis 44 Jahre sogar von 16 auf 23 Prozent.

Bei den älteren Menschen stellten die Studienveranstalter dagegen einen Abwärtstrend fest. Waren es bei den 45 – bis 54-Jährigen 2015 noch 14 Prozent, die mehr als elf Stunden in der Woche Inhalte streamten nutzten, fiel der Anteil letztes Jahr auf 12 Prozent. Bei den 55+-Jährigen waren es 2016 nur 10 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als noch im Jahr zuvor.

Traditionelles Fernsehen gewinnt seine Zuschauer zurück

Die älteren Zuschauer sind es auch vor allem, die gerne wieder auf das Programmangebot traditioneller Fernsehsender zurückgreifen. Ganz offenbar tun sie sich schwer damit, selbst zu entscheiden, was sie auf Streaming- und VoD-Plattformen sehen wollen. Viel lieber wollen sie sich wohl dem Angebot der Programmveranstalter fügen.

Offenbar ist dies ein Trend, der sich auch bei jüngeren Zuschauern bemerkbar macht. Denn auch von den 18 – bis 24-Jährigen kehren immer mehr zum linearen Fernsehen zurück. Es werde deutlich, so die Studienleiter, „dass sowohl in der Altersgruppe 55+ als auch in der jüngsten Gruppe (18 bis 24 Jahre) der Anteil derjenigen, die ausschließlich traditionell fern schauen, wieder leicht gewachsen ist.“ Anscheinend sei so mancher, der die Online-Dienste ausprobiert hat, wieder zurück zum traditionellen Fernsehen gekommen.“

Die jährlich durchgeführte Studie der Hochschule Fresenius stützt sich auf die Antworten von 1027 Personen, die im Zeitraum vom 30. November bis zum 7. Dezember 2015 befragt wurden. Zwischen 30. November 2016 bis zum 5. Dezember 2016 standen 1003 Menschen Rede und Antwort.

Tags :Quellen:Hochschule Fresenius

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