Spider-Man darf endlich wieder Teenager sein

Spider-Man

Spider-Man darf endlich wieder ein echter Teenager sein! Newcomer Tom Holland gibt sein Solo-Debüt als Spinnenmann in der dritten Spider-Man-Reihe, die mit Spider-Man: Homecoming einen gelungenen Auftakt feiert.

Spider-Man: Homecoming

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Außenseiter in der Highschool: Ned (Jacob Batalon) und Peter Parker
© 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Tom Holland ist zwar kein Teenager mehr, aber seine zarten 21 Jahre sieht man ihm nicht an. Der Brite ist wohl der erste Spider-Man, der auch als Spider-Boy durchgehen könnte. Spider-Man ist schließlich ein 15-jähriger Schüler, der auf einmal zum Superhelden mutiert und mit seiner neuen Situation klarkommen muss. Regisseur Jon Watts konzentriert sich auf eben diese Erzählperspektive. In Spider-Man: Homecoming darf man einem naturwissenschaftlich begabten Nerd bei seiner Begeisterung für die eigenen Superkräfte zuschauen. Noch nie war Spider-Man so liebenswürdig und lustig, wie Tom Hollands Verkörperung des Spinnenhelden.

Sam Raimis „Spider-Man“-Filme mit Tobey Maguire, die zwischen 2002 und 2007 entstanden, sind von Kritikern und Zuschauern gleichermaßen begeistert aufgenommen worden. Doch das Alter machte der Reihe einen Strich durch die Rechnung: Tobey Maguire, der beim dritten Teil bereits 31 Jahre alt war, ging einfach nicht mehr als Highschool-Schüler durch – trotz seinem jungenhaften Äußeren, war er zu weit entfernt von der ursprünglich vorgesehenen Figur. Mit Andrew Garfield folgte 2012 mit The Amazing Spider-Man eine unnötige Neuauflage der Geschichte. Unverständlicherweise entschied sich Sony, Rechteinhaber von Spider-Man, hier ebenfalls für einen Schauspieler, der fast doppelt so alt war, wie der Superheld der Comicvorlage. Viel Neues konnte der Amazing Spider-Man nicht bieten und nach Teil 2 im Jahr 2014 war auch für Garfield Schluss.

Spider-Man: Homecoming – Soloauftritt für die Spinne

Der neue Spider-Man ist nun Teil des Marvel Cinematic Universe (MCU). Er durfte bereits in The First Avenger: Civil War mit den anderen Superhelden mitmischen. Mit Homecoming folgt jetzt sein erster Soloauftritt, der Fans nicht enttäuschen sollte. Peter Parker ist diesmal ein waschechter Teenager. Um dies gleich von Beginn an zu demonstrieren, entschied sich Regisseur Jon Watts – trotz einem Budget von 175 Millionen US-Dollar – seinen Hauptdarsteller Holland zur Einführung mit einer Handykamera selber drehen zu lassen. Der begeisterte Teenie Peter dreht ein Videotagebuch über seinen Auftritt im Kreise der Avengers. Die gezeigten Szenen kennen treue MCU-Fans aus The First Avenger: Civil War, doch diesmal werden sie ausschließlich aus Peter Parkers Sicht gezeigt. Sein Einsatz mit den Avengers mutiert zum Schülerausflug. Spider-Man ist ein Tony-Stark-Jünger, der sich vor Begeisterung kaum zurückhalten kann. Er flippt aus, so wie eben 15-Jährige ausflippen würden, die unverhofft mit ihren Idolen Seite an Seite kämpfen dürften.

Der neue Soloauftritt des Spider-Mans ist frisch, jung, unverbraucht und eben nicht ganz solo. Tony Stark alias Iron Man tritt als sein väterlicher Mentor auf, wobei väterlich nicht wirklich auf Tony Stark zutrifft.  Spider-Man: Homecoming ist ein großer Spaß, der durchgehend genügend Lacher bietet, um selbst zu lang geratene Actionszenen wieder aufzulockern. Eine willkommene Neuerung dieser „Spider-Man“-Reihe ist der Verzicht auf die Origin Story. Mittlerweile sollten Zuschauer wissen, wie Spider-Man zu Spider-Man wurde und wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm. Eine Vorgeschichte wurde weggelassen, um dafür mehr Platz für Spider-Mans Alltag als unbeliebter Highschool-Schüler und als gefeierter Superheld der Nachbarschaft zu lassen. Tom Hollands Spider-Man jagt Fahrraddiebe, weist Passanten den Weg und fliegt tollpatschig unkoordiniert durch die Lüfte von New York. Tony Stark schenkt dem Superhelden-Jüngling ein Hightech-Kostüm, doch noch liebenswürdiger erscheint der Spinnenjunge, wenn er in seinem selbstgebastelten Jogginganzug-Kostüm mit Taucherbrille auf Verbrecherjagd geht.

Spider-Man: Homecoming amüsant, aber ohne Tiefe

Spider-Man: Homecoming ist eine zweistündige, amüsante Bewährungsprobe des 15-jährigen Superhelden, der von Tony Stark ernst genommen und als fester Teil der Avengers-Truppe aufgenommen werden möchte. Mit Waffenhändler Adrian Toomes alias Vulture scheint endlich ein ernstzunehmender Feind in Spider-Mans Welt aufzutauchen. Michael Keaton liefert eine hervorragende Performance als Oberbösewicht, die am ehesten mit seiner oscarnominierten Rolle in Birdman gleichzusetzen ist. Insgesamt bietet das Drehbuch von Homecoming, das unter anderem von Regisseur Jon Watts selber geschrieben wurde, für alle Nebendarsteller sehenswerte Szenen. Aus komödiantischer Sicht, ist die Rolle von Peters Kumpel Ned hervorzuheben. Der kaum erfahrene Jacob Batalon glänzt als Spider-Mans nerdiger Sidekick und sorgt für ähnlich viele Lacher wie Jon Favreau als Tony Starks Assistent Happy.

So amüsant der neue Spider-Man auch geworden ist, so fehlt ihm doch die Tiefe, die Sam Raimis Interpretation damals lieferte. Spider-Man: Homecoming berührt weniger die Seele, als die Lachmuskeln – bietet jedoch unterhaltsames Popcorn-Kino, die Lust auf ein Sequel macht.

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  1. In der ÜberGizmo Redaktion fallen personelle Änderungen auf:
    Chef- Redakteur Matthias Sternkopf schreibt seit Anfang 2017 keine Beiträge mehr.
    Dafür werden Beiträge von Timea Sternkopf häufiger, die mit ihren Themen scheinbar feminine Leserinnen ansprechen will. Z.B. mit muskulösen Siper- MANN…

    Die Namensgleichheit „Sternkopf“ regt zu Spekulationen an, ob da ein Verwandtschaftsgrad besteht?
    Z.B. die Tochter Timea hat den Job des Vaters übernommen, der sich jung zu Ruhe gesetzt hat und den Rest seiner Zeit ohne Arbeit genießt?
    Oder hat der Matthias eine jüngere Freundin geheiratet die seinen Namen angenommen hat?
    Oder ???

    Auch sonst ist die Anzahl weiblicher Redakteure , Praktikantinnen angestiegen, was in Themenwahl eine Färbung hierlässt.

      1. Konstruktive Anregung.
        Das aktualisierte Impressum bestätigt meine Annahme:
        Früher war Herr Matthias Sternkopf der Chefredakteur und unter vielen Beiträgen stand sein Name.
        Aktuell ist er zum Gründungsredaktuer mutiert…
        Warum auch immer…

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