Valerian: Luc Bessons Orgie für die Sinne jetzt im Kino

Valerian

Es wird bunt, es wird laut und es wird witzig! Luc Bessons neueste Regiearbeit Valerian ist eine reine Orgie für die Sinne. Am ehesten erinnert das Science-Fiction-Spektakel an Luc Bessons Meisterwerk Das fünfte Element. Doch bei der Gestaltung der vielen außerirdischen Wesen, die bei Valerian auftauchen, lässt Avatar oder gar Star Wars grüßen. Die Kinozuschauer erwartet eine Art Jahrmarkt der Aliens mit irrwitzigen CGI-Kulissen. Es ist unmöglich Bessons fantasievoller Welt zu entkommen, man kann nicht anders, als in diese witzige und spritzige Welt einzutauchen und sich dem einzigartigen, visuellen Abenteuer hinzugeben.

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Valerian und Laureline rettet die Galaxie in hippen Kostümen
Universum

Valerian spielt im 28. Jahrhundert, im Mittelpunkt stehen die Spezialagenten Valerian (Dane DeHaan – brilliant auch in A Cure For Wellness) und Laureline (Cara Delevingne), die von der Regierung mit der Aufrechterhaltung der Ordnung im gesamten Universum beauftragt sind. Ihr Kommandant (böse: Clive Owen) ordert die beiden supercoolen Agenten auf eine Sondermission in die atemberaubende Stadt Alpha. In der Mega-Metropole leben Tausende verschiedene Spezies des gesamten Universums vereint und lernen voneinander. Doch eine dunkle Macht wächst im Inneren der Stadt der Tausend Planeten heran – Valerian und Laureline sollen die Galaxie beschützen.

Den Zuschauer erwartet mit Bessons neuestem Werk ein bombastisches Farb-Spektakel, bei dem die eigentliche Story nebensächlich erscheint. Man will regelrecht in diese bunte Welt eintauchen (endlich mal wieder ein Film, bei dem die 3D-Brille zu seiner wahren Bestimmung kommt!) und die vielfältigen Charaktere genießen. In Erinnerung bleibt sicherlich Rihannas sexy Auftritt als Formwandlerin Bubble, die in einer Art Weltraumpuff Valerian mit einem Striptease beeindruckt. Als ihr zwielichtiger Zuhälter gibt Ethan Hawke einen amüsanten Kurzauftritt. Doch vor allem das Zusammenspiel des sich stets neckenden und flirtenden Duos Valerian und Laureline ist gelungen.

Hauptdarsteller entschädigen für Dialogschwächen

Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern Dane DeHaan und Cara Delevingne funktioniert so wunderbar, dass man sie am liebsten in jeder Szene zusammen sehen möchte. Das Agenten-Duo aus der Zukunft sorgt durchgehend für allerfeinste Unterhaltung. Besson übertrieb es zwar hier und da mit der Dichte an Einzeilern und konstruierten Wortgefechten, aber seine beiden Protagonisten überspielen gelegentliche Drehbuchschwächen mit ihrem offensiven Charme.

Einen großen Abzug in der Gesamtwertung des Weltraumrummels gibt es für die Besetzung der Rolle des Sergeant Neza mit dem chinesischen Superstar Kris Wu. Der kanadisch-chinesische Schauspieler und ehemaliger Boygroup-Sänger leiert in der Originalversion im gebrochenen Englisch seine Zeilen mit einer Monotonie runter, dass man aufschreien möchte. Lieber Luc Besson, fand sich denn kein begabterer chinesischer Schauspieler, um einen Kino-Release in China zu begünstigen?! Der chinesische Markt ist für Hollywood von größter Bedeutung: jährlich dürfen nur 34 ausländische Filme in China an den Start gehen. Produktionen mit chinesischen Namen im Cast haben offensichtlich bessere Karten für einen Filmstart, das ist klar. Bei der 180-Millionen-Dollar teuren Produktion von Valerian, der bislang teuerste Independent-Film aller Zeiten, kann man die Besetzung einer Nebenrolle mit einem Superstar aus China durchaus nachvollziehen – aber das nächste mal bitte jemanden mit Talent. Die Chinesen dürfte es zumindest freuen, dass Wus Figur am Ende eine Schlüsselfunktion bekommt und alle rettet.

Das Drehbuch schrieb Besson zu seinem neuen Film selber. Valerian basiert auf dem französischen Kult-Comic Valérian et Laureline von Jean-Claude Mézières und Pierre Christin. Aus unerfindlichen Gründen lautete der deutsche Titel der Comic-Serie “Valerian und Veronique”. In Schweden und den Niederlanden wurden die Helden gar Linda und Valentin benannt.

Wo bleibt Laureline im Filmtitel „Valerian“?

Völlig unverständlich beim aktuellen Filmtitel ist die Aussparung von Laurelines Namen. Die Weltraumagentin ist mindestens genauso wichtig für die Story wie ihr männlicher Gegenpart. Ohne seine Partnerin wäre der Draufgänger und Frauenheld Valerian eine austauschbare Figur. Ein Lob an dieser Stelle an Cara Delevingne, die sich vom internationalen Topmodel zu einer waschechten Schauspielerin mauserte. Ihre Schönheit stört keineswegs, schließlich geht es bei Valerian auch viel um den Look, der durch die futuristischen Kostüme des Designer Olivier Bériot vervollständigt wird. Dass diese von gutaussehenden Darstellern getragen werden, sollte das Auge des Zuschauers nicht stören.

Ein weiteres Model sorgt für wahrlich überirdische Schönheit in Valerian. Die Russin Sasha Luss bot mit ihrem elfenhaften Gesicht eine Vorlage für die außerirdische Prinzessin Lïhio-Minaa vom paradiesischen Planeten Mül, das ausnahmslos von friedliebenden, androgynen (CGI)-Schönheiten bewohnt wird. Doch das Highlight der fantasievollen Kreaturen in Valerian stellt ein buntes, Perlen-kackendes Gürteltier dar:

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Hier seht ihr den Trailer zu Valerian:

 

Tags :Bildquelle :Universum Film

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