Disney beendet Kooperation mit Netflix und gründet eigenen Streaming-Dienst

Bild: Netflix

Der Walt-Disney-Konzern will zwei Streaming-Dienste ins Leben rufen, einen für Sportsendungen, den anderen für Filme und Serien aus eigener Produktion. Der große Verlierer dieses Vorhabens ist Netflix, mit dem Disney die erst kürzlich beschlossene Zusammenarbeit beenden wird.

Wie Disney heute mitteilte, wird der „multi-sport video streaming service“ bereits Anfang 2018 gelauncht. Das Angebot wird gleichgeschaltet sein mit dem des Sportsender ESPN und soll rund 10.000 regionale, nationale und internationale Sportveranstaltungen und Events im Jahr umfassen. Abgedeckt sollen mit dem Streaming-Dienst Sportarten wie Basketball, Hockey, Fußball und Tennis.

Der 2019 startende film- und serienbasierte Streaming-Dienst wird sich auf den Inhalten aus dem eigenen Archiv stützen. Wobei Disney sich in der Mitteilung explizit auf die Eigenproduktionen und die von Pixar Animation beruft. Demnach werden ab 2019 unter anderem die Animationsfilme „Toy Story 4“ und „Frozen 2“ sowie die derzeit als Realfilm entstehende Zeichentrick-Neuauflage von „Der König der Löwen“ auf Disneys Streaming-Dienst erhältlich sein.

Was die Produktionen der Filmstudios Marvel Studios und Lucasfilm angeht, die sich ebenfalls im Besitz Disneys befinden, darüber hat sich der Mickey-Mouse-Konzern verschwiegen. Mögliche Szenarien sind, dass Disney die Lizenzen für deren Content an einen dritten Streaming-Dienst abtreten oder sie auf seiner eigenen Plattform anbieten wird, wie das Filmmagazin Variety mutmaßt.

Im Zuge seiner Streaming-Dienst-Initiative hat Disney just seine Anteile an dem Streaming-Infrastruktur-Anbieter BAMTech erhöht. Der Medienkonzern war seit einem Jahr bereits mit 33 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, für weitere 1,58 Milliarden US-Dollar hält er nun 75 Prozent von BAMTech.

Netflix verliert Rechte an Disney-Produktionen

Mit dieser Entwicklung schaut Netflix in die Röhre. Einer der weltweit führenden Streaming-Dienste hatte mit Disney erst im September letzten Jahres eine Kooperation beschlossen, durch die er sich die Aufführungdsrechte für den gesamten Film- und Serien-Katalog Disneys gesichert hatte. Neben den Eigenproduktionen des Konzerns gehören dazu auch die Filme von Marvel Studios („Iron Fist“), Pixar Animation („Toy Story“-Reihe) und Lucasfilm („Star Wars“-Franchise), die sich Netflix jährlich rund 300 Millionen Dollar kosten ließ.

Die Kooperation soll ab 2019 mit den in diesem Jahr startenden Filmen aus der Disney-Familie beendet werden, wie der Konzern schreibt. Filme, die bis dahin produziert werden, wird Netflix bis Ende 2019 weiter anbieten, wie der Streaming-Dienst mitteilte. Nicht ausgeschlossen ist, dass die Inhalte von Marvel Studios weiterhin auf Netflix erhältlich sein werden.

Tags :Quellen:Walt Disney Company Variety

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