Kampfansage an Amazon: Auch Wal-Mart denkt an ein fliegendes Warenhaus

Walmart (Bild: Gizmodo.com)

Der Einzelhandelskonzern Wal-Mart hat ein Patent für ein in der Luft schwebendes Lagerhaus angemeldet, von dem aus Drohnen ausfliegen sollen, um den Kunden ihre bestellte Ware auszuliefern. Damit tritt der US-Konzern in unmittelbare Konkurrenz mit dem Online-Versandhändler Amazon, der ähnliche Pläne hat.

Der Handelsriese Wal-Mart wird von mehreren Seiten angegriffen. Auf der einen Seite steht er mit seinen Einzelhandelsfilialen in Konkurrenz mit Supermarktketten wie Aldi und Lidl, die sich zunehmend auch auf dem US-Markt ausbreiten. Auf der anderen Seite wird dem Konzern immer mehr Kundschaft von Amazon weggeschnappt, der nicht nur eine große Produktpalette anbietet, sondern die Artikel auch immer schneller ausliefert. Die Kunden nutzen gerne den Service, einzukaufen, ohne sich dafür in den nächsten Supermarkt oder Fachgeschäft zu begeben.

Erhöht wird der Druck auf Wal-Mart auch durch Amazons Pläne, nach der jüngst angekündigten Übernahme der US-Supermarktkette Whole Food in den Lebensmitteleinzelhandel einzusteigen. Die Anleger des Handelsriesen waren nach Bekanntwerden der Pläne jedenfalls nicht gerade begeistert und ließen den Aktienkurs der Warenhauskette prompt um mehrere Prozentpunkte absacken. Doch so schnell will Wal-Mart nicht klein beigeben.

Nicht nur investiert der US-Konzern kräftig in den Ausbau seines Onlinegeschäfts. Er will Amazon auch mit einer Waffen schlagen, deren Patent das Online-Versandhaus im April letzten Jahres in den USA angemeldet hatte: die Idee eines in der Luft fliegenden Warenhauses, von dem aus die Kunden mittels unbemannter Drohnen versorgt werden sollen.

Fliegendes Luftschiff steuert Städte an

Wie Bloomberg gestern meldet, hat der Handelsriese seinerseits ein Patent für ein fliegendes Lagerhaus angemeldet. Laut einer dem Wirtschaftsmagazin vorliegenden Skizze hat das Flugobjekt die Form eines Luftschiffes, das in 200 bis 400 Metern Höhe schweben soll und sich entweder autonom bewegen oder von Menschen ferngesteuert werden könnte. Wichtiges Element des Konzepts sind Drohnen, welche die Bestellungen vom Luftwarenhaus zu den Kunden ausliefern. Wie genau die Produktverteilung funktionieren soll, ist noch unklar. Denkbar wäre laut dem Analysten von Sanford C. Bernstein, Brandon Fletcher, dass das Luftschiff mehrere Städte anfliegen könnte, um dann einen Schwarm an mit Waren ausgestatteten Drohnen zu den Kunden zu entsenden. Auf dem Rückweg wären sie mit Nachschubware ausgestattet, mit der sie das Luftschiff wieder auffüllen könnten. Wie Amazon mit seinem Airborne Fulfillment Center verspricht sich auch Wal-Mart nicht nur eine schnellere Lieferung, sondern auch Kostenersparnisse durch das Umgehen von Logistikunternehmen. Zudem könnte ein fliegendes Warenhaus ein größeres Marktareal abdecken.

Tags :Quellen:Bloomberg

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