Dara Khosrowshahi als Uber-Chefposten bestätigt, Travis Kalanick soll bleiben

Selbstfahrendes Uber Auto in Pittsburgh (Bild: Uber/Youtube)

Der Carsharing-Konzern Uber hat den aus dem Iran stammenden Unternehmer Dara Khosrowshahi offiziell als neuen Firmenchef bestätigt. Der 48-Jährige hat schon Führungsqualitäten gezeigt und deutlich gemacht, dass sein Vorgänger Travis Kalanick beim Unternehmen bleiben soll.

Die Entscheidung des Uber-Verwaltungsrats, Khosrowshahi als Nachfolger des aus dem Amt gedrängten Firmenmitbegründers Travis Kalanick war am vergangenen Sonntag gefallen. Nun hat das Unternehmen die Mitarbeiter des Fahrdienstvermittlers darüber offiziell in Kenntnis gesetzt. In einem dem Magazin Recode vorliegenden Schreiben an die Belegschaft heben der Uber-Verantwortlichen die Erfahrung des aktuell amtierenden Expedia-Chefs hervor sowie sein Talent und seine visionäre Kraft. Khosrowshahi sei der beste Mann, um Uber in die Zukunft zu führen, die Unternehmenskultur zu verbessern und den Konzern zum besten Arbeitsplatz zu machen.

Laut dem Wirtschaftsmagazin Wall Street Journal plane Khosrowshahi das Angebot anzunehmen. Derzeit arbeite man bei Uber daran, den Vertrag zu finalisieren. Der Unternehmer teilte dem Blatt mit, dass er seinen aktuellen Chefposten bei Expedia verlassen werde. „Das war eine der schwersten Entscheidungen meines Lebens“, gestand Khosrowshahi in einem Brief an die Expedia-Mitarbeiter, wie Recode berichtet. Er räumte ein, dass er Angst habe, das eine Unternehmen für das andere zu verlassen. Doch habe er immer am meisten gelernt in Zeiten von Veränderungen, in denen er neue Aufgaben meistern musste. Man müsse sich aus der „Komfortzone bewegen, um Kräfte zu entfalten, von denen man nicht weiß, dass man sie hat“, so der Unternehmer.

Khosrowshahi demonstriert bereits Stärke

Obwohl er den Chefposten bei Uber noch nicht offiziell innehat, hat Khosrowshahi bereits Stärke demonstriert. Laut Recode soll er beim Bewerbungsgespräch verlangt haben, dass sich der Verwaltungsrat aus dem Tagesgeschäft heraushält. Entsprechend soll seine Bewerbungsmappe unter dem Motto gestanden haben: “ Don’t call me, I’ll call you“. Führungsqualitäten hat er aber auch hinsichtlich des ehemaligen Uber-Chefs Travis Kalanick bewiesen. Dem Wall Street Journal teilte er mit, dass dieser auch künftig ins Unternehmen eingebunden bleiben soll. Details nannte er nicht. Kalanick hatte im Juni dieses Jahres als Unternehmenslenker nach Misswirtschaft und etlichen Skandalen zurücktreten müssen.

Khosrowshahi leitet seit 2005 das Reiseportal Expedia. Geboren wurde er 1969 in Teheran. Mit neun Jahren kam er in die USA, wohin seine Familie im Zuge der Iranischen Revolution geflohen war. In der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island machte er seinen Abschluss als Ingenieur. Vor seiner Zeit bei Expedia war er CEO des Medienunternehmens IAC. Khosrowshahi sitzt auch im Verwaltungsrat der US-Zeitung The New York Times.

Tags :Quellen:Wall Street Journal Recode

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