Huawei Nova 2 im Test: Portrait- & Selfie-Superstar

Huawei Nova 2 im Test

Vor wenigen Tagen hat Huawei das Nova 2 für Deutschland offiziell angekündigt. Wir haben das Smartphone in den letzten Tagen ausführlich getestet und verraten euch, warum uns das Nova 2 positiv überrascht hat.

Huawei Nova 2

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Huawei Nova 2 Display (Bild: Übergizmo)

Design & Verarbeitung

Das Design des Huawei Nova 2 kommt einem schnell bekannt vor – was zunächst nichts schlechtes bedeuten muss. Das Aluminium Unibody Gehäuse erinnert stark an ein iPhone 7 oder an das Huawei P10. Das liegt vor allem daran, dass die Rückseite unseres Testgeräts matt schwarz gehalten ist und die Antennenstreifen am Gehäuserand verlaufen. Umso schöner ist es zu sehen, dass Huawei auf ein Paar Details geachtet hat, um sein neuestes Telefon vom P10 abzuheben. Zum einen sind die Seiten auf Hochglanz poliert und glänzen dadurch schön im Licht. Zum anderen besitzt der An/Aus Knopf eine diagonal geschliffene Struktur, die ihn haptisch von den anderen Tasten absetzt.

Die Verarbeitungsqualität ist Huawei-typisch auf einem sehr hohen Niveau. Spaltmaße besitzt das Telefon nicht, alle Tasten haben einen knackigen, gut definierten Druckpunkt und alle Öffnungen und Anschlüsse sind präzise gearbeitet.

Huawei Nova 2 in der Hand

Huawei Nova 2 in der Hand (Bild: Übergizmo)

Display

Das Nova 2 setzt die Tradition der kleinen Smartphones fort. Der Bildschirm misst 5 Zoll in der Diagonale und macht das Telefon kompakt. Es könnte allerdings noch etwas kompakter ausfallen, was an den recht dicken Rändern oberhalb und unterhalb des Displays liegt. Ein LG Q6 ist hier etwas fortschrittlicher und bringt ein 5,5 Zoll Panel (wenn auch im 18:9 Format) in einem ähnlich großen Gehäuse unter.

Die Auflösung ist mit Full High Definition (1920 * 1080 Pixel) sehr gut. Auf 5 Zoll ergibt das eine Pixeldichte von 443 Pixel pro Zoll. Fotos und Text sind sehr scharf, die Farben werden natürlich und angenehm gesättigt dargestellt. Die Helligkeit ist ordentlich, sodass der Bildschirm des Huawei Nova 2 bei allen Lichtverhältnissen gut ablesbar ist.

Dualkamera des Huawei Nova 2

Dualkamera des Huawei Nova 2 (Bild: Übergizmo)

Portraits und Selfies wie ein Weltmeister

Der Star des Huawei Nova 2 ist die Kamera, beziehungsweise die Kameras. Auf der Rückseite findet sich neben einem 12 Megapixel Weitwinkel mit f/1.8 Blende ein 8 Megapixel Sensor mit doppelter Brennweite und einer Blende von f/2.4. Diese Kombination hat zwei Vorteile: Erstens hat man einen doppelten optischen Zoom, der somit im Vergleich zum digital-Zoom verlustfrei arbeitet. Zweitens, die Kamera unterstützt einen Portraitmodus, der Gesichter besonders hervorhebt.

Der Portraitmodus war das Feature, das die Redaktion überrascht hat. Die Verwendung der doppelten Brennweite im Vergleich zu einem Honor 9 oder Huawei P10 lässt Gesichter natürlicher wirken. Wer gerne Personen auf der Straße oder Veranstaltungen fotografiert, wird es praktisch finden, dass man nicht so nah an die Personen herantreten muss, um sie aufzunehmen.

Huawei Nova 2 Test auf dem Bozner Markt

Kamera-Test auf dem Bozner Markt (Bild: Übergizmo)

Die Qualität der Fotos lässt sich sehen. Auf dem Bozner Markt in Mittenwald, einem traditionellen Mittelaltermarkt, konnten wir hervorragende Ergebnisse mit dem Huawei Nova 2 erzielen. Die Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund funktioniert meistens erstaunlich gut, selbst wenn das Gesicht nicht direkt sichtbar ist. Zoomt man etwas hinein oder betrachtet die Bilder am Computer, fallen einem einige Stellen im Schärfeverlauf auf, die nicht perfekt sind. Wer die Fotos allerdings nur am Telefon betrachtet und über soziale Netzwerke wie Instagram oder Whatsapp teilt, und das werden wohl die meisten Nutzer machen, wird diese Schönheitsfehler kaum bemerken.

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Die Selfies können mit aktivierter Hintergrundunschärfe unrealistisch wirken (Bild: Übergizmo)

Wer lieber sich selbst anstatt andere fotografiert, dem wird die Selfie-Kamera gefallen. Mit einer Auflösung von 20 Megapixeln überzeugen die Selfies mit vielen Details und einer guten Schärfe. Die Frontkamera verfügt ebenfalls über einen Portraitmodus. Dieser passt die Belichtung so an, dass Gesichter möglichst natürlich aussehen. Mit einem Tastendruck wird eine große Blende simuliert und der Hintergrund verschwimmt. Dies klappt nicht so gut wie bei der hinteren Kamera und sieht oft unnatürlich aus. Ein Beauty-Modus ist in zehn Stufen einstellbar und bügelt Falten und Hautunreinheiten glatt.

Huawei Nova 2: Mädchen auf dem Bozner Markt

Die Freistellung der Personen funktioniert erstaunlich gut (Bild: Übergizmo)

Von der Personenfotografie abgesehen kann das Huawei Nova 2 ebenfalls sehr schöne Bilder schießen. Die Farben sind natürlich und gut gesättigt, die Kontraste sind angenehm und der Dynamikumfang gut. Es stehen diverse Modi, so unter anderem ein professioneller Modus mit vielen manuellen Einstellmöglichkeiten, zur Auswahl. Videografen werden vom Huawei Nova 2 allerdings eher enttäuscht sein. Die fehlende optische und elektronische Bildstabilisierung führt dazu, dass Bewegtbilder immer leicht wackeln. Die groß beworbene 4K-Aufnahme des Vorgängers wird ebenfalls nicht unterstützt.

Hardware: Mittelklasse mit viel Speicher

Von der Ausstattung ist das Huawei Nova 2 klare Mittelklasse – bis auf den mit 64 GByte sehr üppig bemessenen Speicher. Der verbaute HiSilicon Kirin 659 Prozessor (4 x 2,36 Gigahertz, 4 x 1,7 Gigahertz) verrichtet seine Arbeit flott. Apps öffnen meist schnell, Multitasking ist mit 4 GByte Arbeitsspeicher kein Problem. Ab und zu war das Nova 2 in der Kamera App etwas langsam, ob es an der August-Hitze oder den knapp hundert geschossenen Fotos während kürzester Zeit lag, können wir uns nicht erklären. Ein Neustart hat geholfen.

Aufwendige Spiele wie Real Racing 3 sind spielbar, allerdings nicht durchgängig flüssig. Wenn es im Spielverlauf grafisch etwas aufwendiger wird, verliert das Nova 2 sichtbar an Frames. Ein Honor 9, LG G6 oder ein Samsung Galaxy S7 sind in dieser Preisklasse sehr viel flotter unterwegs. Bei der Benutzung im Alltag reicht die Performance mehr als aus.

Wirklich schade ist, dass das Huawei Nova 2 kein 5GHz WLAN unterstützt. Das konnte nicht nur der Vorgänger besser, sondern auch so gut wie alle anderen Smartphones in dieser Preisklasse. Insbesondere im Stadtbereich gibt es viele 2,4 GHz Netze, die sich gegenseitig stören, sodass der WLAN-Empfang eingeschränkt sein kann.

Huawei Nova 2 Standby Button (Bild: Übergizmo)

Huawei Nova 2 Standby Button (Bild: Übergizmo)

Sonstiges

  • Bei der Software setzt Huawei auf Android 7.0 und die Benutzeroberfläche EMUI 5.1. Diese bringt einige zusätzliche Funktionen an Bord wie beispielsweise einen Gerätemanager, der das Telefon nach Viren durchsucht oder den Speicher bereinigt.
  • Der Fingerabdrucksensor ist ungleich wie beim Huawei P10 auf der Rückseite verbaut. Er entsperrt das Telefon schnell und zuverlässig. Auch der Zugang zu Apps lässt sich per Fingerabdruck sichern.
  • Der Akku fasst 2950 Milliamperestunden. Eine über den Tag verteilte aktive Nutzung von etwa 4 Stunden ist ordentlich. Wer das Nova 2 weniger benutzt, wird auch auf zwei Tage Laufzeit kommen.

Übergizmo Ranking 4 Sterne

Huawei Nova 2: Fazit

Das Huawei Nova 2 hat eine klare Stärke: Die Kamera. Der Portraitmodus liefert großartige Ergebnisse, die sich bestens dafür eignen, um auf sozialen Netzwerken geteilt zu werden.  Wer gerne und viel vor allem Menschen fotografiert, findet mit dem Huawei Nova 2 einen guten Begleiter.

Im Preisbereich von etwa 400 Euro gibt es aber auch einiges an Konkurrenz. Ein Honor 9, Samsung Galaxy S7 oder ein LG G6 bieten mehr Performance und besseren WLAN-Empfang, können dafür aber keine so guten Portrait-Aufnahmen und Selfies schießen.

Fazit: Insgesamt ist das Huawei Nova 2 empfehlenswert. Sollte der Preis in Zukunft noch etwas sinken, wird das Smartphone noch attraktiver.

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