Digitaltechnik im Kinderzimmer ist hilfreich, birgt aber auch Risiken

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Der gesellschaftliche Durchmarsch der Digitaltechnologie macht auch vor Kinderzimmern keinen Halt. Immer mehr Eltern setzen auf online-vernetzte Kommunikationstechnologien, die für Wohlergehen und Sicherheit ihres Nachwuchses sorgen sollen. Doch Internet der Dinge im Kinderbett birgt auch Gefahren, wie Gießener Erziehungswissenschaftler warnen.

Ob Infrarotkamera am Kinderbett, die über dem schlafenden Baby wachen, Sensormatten zur Atemüberwachung oder Geräte, die bei feuchten Windeln Alarm schlagen – internetvernetzte Geräte können für Eltern bei der Erziehung oftmals eine hilfreiche Stütze sein. Doch bei der Sicherheit, die sie vermitteln, übersehen Mama und Papa die Risiken, die sie auch bergen. „Es bringt Eltern schnell in Versuchung, einen Teil ihrer Verantwortung an die Technologie abzugeben“, schreibt Norbert Neuß, Erziehungswissenschaftler der Universität Gießen, in der September-Ausgabe des Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Das Vertrauen auf die Technik führe dazu, dass Eltern schon mal schnell den notwenigen körperlichen Kontakt zum Kind vernachlässigen, so Neuß weiter. Es sei wichtig, dass sich die Elternfürsorge nicht ausschließlich über ein Smartphone äußere. Vielmehr sollten Mama und Papa auch persönlich nach ihrem Baby schauen. Dadurch würden sie eine Nähe zum Kind herstellen, die dieses brauche.

Die vermeintlich sichere Technik

Hinzu komme das Problem, dass Technik niemals fehlerfrei sei. Und: Durch die Anbindung ans Internet bestehe immer die Gefahr des Datenmissbrauchs durch Dritte. Die Daten würden „oft nicht nur im Smartphone gespeichert, sondern auch auf Servern der Anbieter“, kommentiert Marko Schuba, Professor für IT-Sicherheit an der Fachhochschule Aachen, die Gefahrensituation. Zwar bedeute das nicht automatisch, dass die Daten verbreitet würden, aber möglich sei es, so Schuba.

Dennoch plädieren die Experten nicht für eine vollständige Verbannung der digitalen Technik aus dem Kinderzimmer. Sparsam eingesetzt, könne diese den Elternalltag durchaus erleichtern.

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