China blockiert auch WhatsApp nahezu komplett

WhatsApp

WhatsApp ist die nächste westliche App, die in China einer rigorosen Zensur zum Opfer gefallen ist. Nachdem bereits zuvor die Bild- und Videofunktionen des Kurznachrichtendienstes blockiert worden waren, lassen sich nun auch keine Textnachrichten mehr versenden.

Dies berichtet das Nachrichtenmagazin New York Times unter Berufung auf den Kryptografie-Experten Nadim Kobeissi. Der in Beirut geborene, in Frankreich lebende Programmierer erklärte, dass der Versand von Textnachrichten auf WhatsApp in China weitgehend unterbrochen sei. Damit hat die Zensur der Chat-App den vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bereits seit Mitte Juli dieses Jahres war es für Nutzer in China nicht mehr möglich, Bild-, Video- und Sprachnachrichten zu versenden.

Laut Kobeissi haben chinesische Programmierer offenbar eine Software entwickelt, mit der es möglich ist, den Versand von Textnachrichten zu stören. Zwar wird WhatsApp damit nicht komplett gesperrt, dafür ist der Dienst derart verlangsamt worden, sodass die Nutzer zum Aufgeben genötigt sind. Es sei eine Methode, die in China bereits seit geraumer Zeit angewandt wird, um die dortigen Nutzer dazu zu bewegen, chinesische Onlineseiten zu benutzen.

Internetunternehmen sind in China zur Kooperation mit staatlichen Behörden gezwungen, von denen sie streng überwacht werden. Der Chat-Dienst WeChat zum Beispiel hat diesen Monat an seine mehr als 960 chinesischen Nutzer die Mitteilung versandt, dass sie Nutzerdaten an die Zensoren weiterleite. Online-Unternehmen mit zu nachsichtigem Umgang mit Inhalten werden mit hohen Geldbußen bestraft. Seit Januar dieses Jahres gilt die Vorschrift, dass sich Nutzer von sozialen Netzwerken mit ihrem vollen Namen anmelden müssen.

Facebook nicht mehr in China präsent

Mit WhatsApp ist das letzte Unternehmen um das soziale Netzwerk Facebook aus China weitgehend verbannt worden. Facebook selbst wird von chinesischen Behörden seit 2009 blockiert. Auch der Foto- und Videodienst des Unternehmens, Instagram, ist dort nicht mehr vorhanden. Ein Kommentar des Konzerns von Mark Zuckerberg hinsichtlich der jüngsten WhatsApp-Blockade  liegt noch nicht vor.

Beobachter sehen die Zensurmaßnahmen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Parteitag der Kommunistischen Partei, der an 18. Oktober beginnt. Mit der Blockade von Internetdiensten sollen offenbar im Vorfeld kritische Äußerung der Bevölkerung unterbunden werden.

Tags :Quellen:New York Times
  1. Mit “…mehr als 960 chinesischen Nutzer…” ist Weixin, wie der Chat-Dienst in Landessprache tatsächlich heißt, ja ein voller Erfolg!

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