Nachrichtenwert: Twitter verteidigt Belassen von Trump-Kommentaren

Donald Trump

Twitter muss sich nach den jüngsten Kommentaren des US-Präsidenten Donald Trump zum Streit um Nordkoreas Atomwaffentests einer Kritik seitens der Öffentlichkeit uns seiner Nutzer erwehren. Als Reaktion verteidigt der Betreiber seine Entscheidung die Hasstiraden des Präsidenten nicht zu löschen.

Trump hat sich in den vergangenen Tagen sowohl auf Twitter als auch auf anderen Plattformen mehrfach verächtlich gegenüber Nordkorea und seinen Machthaber Kim Jong Un geäußert. Im Zusammenhang mit den Atomwaffentests des Landes drohte der US-Präsident am Dienstag vor der UN-Vollversammlung in New York Nordkorea mit der völligen Zerstörung. Diktator Kim bezeichnete er am Freitag auf Twitter als “Irren, dem es nichts ausmacht, sein Volk auszuhungern oder zu töten”. Er werde “wie nie zuvor auf die Probe gestellt werden.”

Vor zwei Tagen dann die nächste Provokation. In einem Tweet bezeichnete Trump Diktator Kim als “kleines Raketenmännchen” (“Little Rocket Man”) und fügte hinzu: “they won’t be around much longer”, was auf Deutsch heißt: “sie werden nicht mehr lange unter uns weilen”, wobei er mit “sie” offenbar die Nordkoreaner meint.

Mit solchen Äußerungen verunsichert und verärgert Trump nicht nur die Weltgemeinschaft. Auch reagiert Nordkorea immer agressiver. Diese Woche drohte der Außenminister des Landes mit der “stärksten Explosion einer Wasserstoffbombe”, welche die Welt je gesehen hätte. Nach der jüngsten Attacke Trumps geht Nordkorea sogar weiter. Es fühlt sich von Trump nicht nur beleidigt und bedroht, es stuft die Äußerungen des Präsidenten sogar als Kriegserklärung ein.

Twitter: Trump schreibt Nachrichten, keine Hasstiraden

Mit der Kritik an Trump wächst auch der Unmut gegenüber Twitter. Etliche Nutzer forderten den Kurznachrichtendienst auf, Trumps Tweets zu löschen. Ferner ist auf dem Forum eine Diskussion über die Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerkes entbrannt. Twitter sieht sich aber im Recht und verteidigt die Entscheidung, Trumps Kommentare veröffentlicht zu haben. Die Begründung: Diese hätten “Nachrichtenwert” und seien von “öffentlichem Interesse”.

So unterschiedlich können Handlungen also ausgelegt werden. Während die einen eine Äußerung als kriegstreibend und als Gefährdung der Sicherheit der Welt ansehen, ist sie für andere kaum mehr als eine Nachricht. In der derzeit geführten Debatte jedenfalls um Maßnahmen gegen Hasskommentare auf sozialen Netzwerken scheint sich Twitter positioniert zu haben. Alle Posts, wie menschenverachtend und gefährlich sie auch sein mögen, haben Nachrichtenwert. Oder bestehen für Trump doch andere Regeln – auch wenn Twitter versichert “alle Accounts gleich zu behandeln”?

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