Oberlandesgericht Köln verbietet 1&1-Werbung “bestes Netz”

Bild: 1&1

"Das beste Netz gibt's bei 1&1" - mit diesem Slogan darf der Telekommunikationskonzern aus Montabaur sein Angebot nicht mehr bewerben. Das entschied das Oberlandesgericht Köln nach Antrag der Telekom Deutschland GmbH am 19. September.

Laut einstweiliger Verfügung des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln darf 1&1 nicht mit der Aussage “Das beste Netz gibt’s bei 1&1” in Printmedien, auf Plakaten, im Internet und in Fernseh-Werbespots werben. Die im August und September dieses Jahres betriebene Werbekampagne sei irreführend, erklärte das Oberlandesgericht.

Den Antrag auf Untersagung der Webekampagne hatte Telekom Deutschland GmbH gestellt. Stein des Anstoßes war ein Werbespot, in dem ein Repräsentant des Telekommunikationskonzerns 1&1 sich an einer Hochausfassade abseilt, um ein Telekom-Plakat mit einer 1&1-Werbung zu überdecken. “Wie sich die Zeiten ändern”, ergänzt der Vertreter die auf dem Plakat prangende Botschaft.

Der Slogan sei “irreführend”, weil damit angegeutet werde, dass 1&1 Inhaberin eines Netzes sei, das von dem der Telekom und anderen Anbietern unabhängig sei. Tatsächlich aber greife der Provider auf die Netze der Telekom und anderer Anbieter zurück.

Noch mehr Irreführungen

Dass 1&1 beim aktuellen “Festnetztest” der Zeitschrift connect die höchste Punktzahl erreicht hat, ist für das Gericht auch kein Grund, die Werbung als zulässig zu betrachten. Denn der Anbieter beziehe sich mit der Kampagne nicht auf den Testsieg und die Auszeichnung “connect Testsieger Festnetztest bundesweite Anbieter 1&1 Heft 8/2017”. Vielmehr würde darüber hinaus die irreführende Aussage gemacht, dass 1&1 über das beste Netz verfüge.

Außerdem hat das Oberlandesgericht 1&1 untersagt, im Rahmen einer Werbekampagne eingetragene Warenzeichen von Telekom, darunter das “T”-Zeichen und die Farbe Magenta, zu verwenden, solange die Aussage irreführend sei.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. 1&1 kann gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen.

Bildquelle: 1&1

Tags :Quellen:Oberlandesgericht Köln

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising