Filmkritik zu “Es”: Deshalb müsst ihr den Grusel-Clown-Horror anschauen!

"Es" (Bild: Warner Bros.)

Rekord für "Es": Bereits über eine Million deutsche Besucher sahen sich in den vergangenen Tagen die Neuauflage von "Es" an - noch nie zuvor startete ein Horrorfilm hierzulande so erfolgreich. Unterdessen eroberte der Gruselfilm in den USA seinen Spitzenplatz in den Kino-Charts zurück. Doch was ist dran an dem Horror-Hype?

Ich habe mir den Grusel-Clown-Horror angeschaut und behaupte: “Es” ist der beste Horrorfilm des Jahres – nein, “Es” ist der beste Film des Jahres! Regisseur Andy Muschietti (“Mama”) gelang mit der Neuauflage von Stephen Kings gleichnamigen Bestseller ein Meisterwerk. Das besondere an der Verfilmung ist, wie schon in der Buchvorlage, die hervorragende Mischung aus Horrorfilm und Coming-of-Age-Story. Im Fokus steht nicht, wie durch den angekündigten Grusel angenommen der böse Clown Pennywise (Bill Skarsgård), sondern vor allem eine Gruppe von heranwachsenden Kids. “Es” ist eine Geschichte über Mobbing, Zusammenhalt und Freundschaft, deren Rahmenhandlung durch das ultimative Böse unterlegt wird. Zweifellos ist der Film brutal und furchterregend, doch im Gedächtnis bleiben nicht nur ein abgebissener Arm oder eine gigantische Blutfontäne, die aus einem Wasserhahn schießt.

Die gefühlvoll erzählte Geschichte der Mitglieder des sogenannten “Loser Clubs”, ist das was die Zuschauer letztendlich mit nach Hause nehmen. Im Laufe des Films mobilisieren sich die gemobbten Heranwachsenden nicht nur gegen ihre Mitschüler und Peiniger, sondern treten in den Kampf mit ihren Urängsten, die teils von einem ekelerregenden Clown oder auch von einer Frau mit verzerrtem Gesicht, die aus einem Gemälde steigt, personifiziert werden. “Es” steht für das Böse und ernährt sich von der Angst der Kinder. Die Angst der Kinozuschauer würde für ein üppiges Abendmahl des Monsters allemal reichen – selten wackelten die Kinositze so stark und kreischten die Zuschauer lauter, als bei der Vorstellung, die ich besuchte. Die Wirkung der Schockerszenen aus “Es” sind am ehesten mit Filmen des Japan-Horrors vergleichbar: “The Grudge” oder auch “The Ring” bescherten ähnlich verstörende Kinomomente.

“Es” hält uns über zwei Stunden lang bei Laune, zu keinem Zeitpunkt kommt Langeweile auf, die jungen Darsteller im Alter von 14/15 die für den “Loser Club” gecastet wurden, spielen ihre Charaktere mit einer Intensität, als hätten sie zwanzig Jahre Berufserfahrung. Wir werden in Zukunft sicherlich noch viel hören von Finn Wolfhard (der bereits in der Netflix-Hit-Serie “Stranger Things” eine Hauptrolle spielte), Jaeden Lieberher, Jeremy Ray Taylor, Jack Dylan Grazer, Chosen Jacobs und vor allem von Sophia Lillis, die als Beverly Marsh, als einziges Mädchen in der Gruppe, für Aufruhr und Eifersucht unter den Jungs sorgt.

Bill Skarsgård als perfekter Killer-Clown

In der gleichnamigen Originalverfilmung, die als Zweiteiler 1990 im Fernsehen lief, schlüpfte Tim Curry in das Kostüm des Psycho-Clowns Pennywise. In der Neuauflage perfektionierte Bill Skarsgård die irren Grimassen des Killer-Clowns. Der 27-jährige Schwede wurde vor allem durch seine Darstellung des Roman Godfrey in der Mystery-Serie “Hemlock Grove” bekannt. Auch dort spielte er eine Art Dämon, der trotz seiner Killerinstinkte als gutaussehender Teenager-Traumprinz auftrat, statt als widerlicher Schreckens-Clown aus unseren kühnsten Alpträumen.

Das Einzige, das man “Es” anlasten könnte, ist die Tatsache, dass sich die Horrormomente, die uns Pennywise beschert, mit der Zeit tatsächlich etwas abnutzen und gerade im finalen Showdown, nicht mehr den gleichen Schockeffekt verursachen, wie zuvor. Wie schon sein TV-Vorgänger ist auch der neue “Es” als Zweiteiler vorgesehen, die Fortsetzung soll 2019 in den Kinos starten.

Bereits im Vorfeld sorgte “Es” für viel Aufregung, die Trailer bescherten nicht nur Clown- und Luftballonphobikern schlaflose Nächte. Selten gab es so einen Hype um einen Horrorfilm, wie bei “Es”. Mit 197 Millionen Aufrufen in 24 Stunden katapultierte der erste Trailer zu der Horror-Neuauflage zum meistgesehenen Trailer aller Zeiten. Bereits letztes Jahr entwickelte sich ein besorgniserregender Grusel-Clown-Trend weltweit, es gab eine Vielzahl von Verbrechen mit als Clown maskierten Übeltätern auch hierzulande. Bleibt zu hoffen, dass der Kinostart von “Es” nicht für eine weitere Welle sorgt.

Hier seht ihr den Trailer:

 

Bildquelle :Warner Bros.

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