Sennheiser Momentum In-Ear Wireless im Test

Sennheiser Momentum In-Ear Wireless ranked

Der Sennheiser Momentum In-Ear Wireless beweist sich im Test als kompetenter Bluetooth-Kopfhörer mit Stil. Der Sound überzeugt, Kritik gibt es wenig.

Sennheiser Momentum In-Ear Wireless

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Sennheiser Momentum In-Ear Wireless Test

Spätestens seit dem iPhone 7 mit dem fehlenden Kopfhöreranschluss sind drahtlose Bluetooth-Kopfhörer voll im Trend. Aktuell scheinen sich drei Kategorien beim Design von kabellosen In-Ear Hörern abzuzeichnen:

  • Erstens: komplett kabellos – etwa wie die Apple AirPods oder Jabra Elite Sport. Der kabellose Traum sozusagen.
  • Zweitens: In-Ear Hörer, die mit einem Kabel verbunden sind, das hinter dem Kopf hängt. Beispiele: Sennheiser Momentum Free oder Teufel Move BT.
  • Drittens: Die Kabel der einzelnen Hörer münden in einem stabilen und gleichzeitig flexiblen Bügel, der auf dem Nacken getragen werden kann.

Bei den Momentum In-Ear Wireless hat sich Sennheiser für die letzte Version entschieden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Bügel ermöglicht leichtere Hörer, bietet genügend Platz, um einen größeren Akku zu verbauen und somit die effektive Laufzeit zu erhöhen.

Sennheiser Momentum In-Ear Wireless Test

Die Sennheiser Momentum In-Ear Wireless kommen in einer Transporttasche (Bild: Übergizmo)

Hoher Komfort & Gute Verarbeitung

Die Hörer sind mit einem kurzen Kabelstück mit dem Nackenbügel verbunden. Das Kabel rollt sich nicht praktisch auf, wie beispielsweise bei den LG Tone Infinim, dafür fühlt es sich deutlich widerstandsfähiger an und suggeriert eine längere Lebensdauer. Gleichzeitig heißt das, dass die Hörer auf der Brust baumeln, wenn sie nicht benutzt werden. Einen Magneten, der beide Hörer aneinender haften ließe, gibt es nicht. Wasserabweisend- oder dicht ist der Kopfhörer nicht und ist damit eher nicht für den Sport geeignet.

Die Hörer selbst sind durchschnittlich groß und bestehen aus einem glänzenden Kunststoff. Sie sind recht leicht und rutschen dadurch nicht aus dem Gehörgang heraus. Auch bei schnellem Schritt sitzen sie fest und sind damit für die Nutzung unterwegs gut geeignet. Neben den bereits installierten Silikoneinsätze sind noch drei weitere Paare an “Stöpseln” in der mitgelieferten, weichen Transporttasche enthalten. Damit sollte jeder die perfekte Größe für sein Ohr finden können. Bei dem aktuell veranschlagten Preis von ca. 190 Euro hätten aber auch Memory-Schaum Einsätze wie von Comply beiliegen können. Diese schirmen noch besser von der Umwelt ab und passen sich dem Gehörgang besser an.

Sennheiser Momentum In-Ear Wireless Test Ranked

Der Nackenbügel ist mit weichem Leder bespannt (Bild: Übergizmo)

Zu einem guten Komfort trägt der Nackenbügel bei. Dieser ist mit einem sehr weichen Schafs-Nappa Leder bezogen und auf der Oberseite mit einer roten Ziernaht versehen. Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend und das Leder fühlt sich auf der Haut natürlich an. Durch das leichte Gewicht merkt man ihn nach wenigen Minuten kaum noch und kann sich somit voll auf den Klang einlassen. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es allerdings: Der matte, schwarze Kunststoff des Nackenbügels ist etwas kratzempfindlich. Bereits beim Koppeln per NFC mit einem Lenovo Moto Z2 Play mit Metallrückseite sind ein Paar Kratzer entstanden.

Insgesamt ist der Sennheiser Momentum In-Ear Wireless bequem und luxuriös zugleich. Das Design gefällt, die Kombination aus schwarzer und roter Farbe hat Stil. Wer sich noch etwas mehr Bewegungsfreiheit bei einem Kopfhörer wünscht, der sollte sich den Sennheiser Momentum Free anschauen, der im Laufe des Oktobers auf dem Markt erscheinen wird.

Die vier Tasten befinden sich auf der linken Seite (Bild: Übergizmo)

Die vier Tasten befinden sich auf der linken Seite (Bild: Übergizmo)

Funktionen – aptX mit dabei

Auf der Innenseite der Sennheiser Momentum In-Ear Wireless befinden sich vier Tasten. Die oberste schaltet den Bluetooth-Kopfhörer an und aus, die darunterliegenden sind zur Musiksteuerung gedacht. Die Lautstärketasten springen bei längerem Druck um ein Lied vor und zurück. Die mittlere Taste kann neben Pause/Play (kurzer Druck) auch Siri oder den Google Assistant aktivieren, wenn der Finger länger als zwei Sekunden auf dem Knopf verbleibt. Auch Anrufe können hiermit angenommen und abgewiesen werden.

Die Bedienung erwies sich im Alltag als intuitiv und praktisch. Die Tasten sind auch für große Finger bestens dimensioniert und können haptisch sehr gut unterschieden werden. Die Druckpunkte sind stets spürbar – genau so sollte es bei einem High-End Produkt sein. Haptisches Feedback gibt es bei eingehenden Anrufen oder beim Ein- und Ausschalten über den eingebauten Vibrationsmotor.

Bei der Übertragungstechnologie unterstützt der Sennheiser Momentum In-Ear Wireless Bluetooth 4.1 und den von Qualcomm initiierten Standard aptX, über den wir in unserer Bluetooth-Kopfhörer Übersicht ausführlich berichtet haben. Die Kopplung mit dem Smartphone findet wahlweise über das Bluetooth-Menü oder bei Android über NFC statt. Die Verbindung bleibt auch bei 20 Metern Luftlinie stabil. Wände schränken die Reichweite selbstverständlich ein.

Die Sennheiser Momentum In-Ear Wireless kann sich bis zu 8 gekoppelte Geräte merken und mit zwei gleichzeitig verbunden sein. Außerdem unterstützt er die gängigen Audio-Profile wie HFP, AVRCP und A2DP.

Die Hörer sind durchschnittlich groß und leicht (Bild: Übergizmo)

Die Hörer sind durchschnittlich groß und leicht (Bild: Übergizmo)

Momentum In-Ear Wireless: Ausgewogener Klang

Eines der wichtigsten Features eines Bluetooth-Kopfhörers? Der Klang. Dank AAC und aptX Codecs ist der Klang des Sennheiser Momentum In-Ear Wireless sehr gut.

Die druckvolle Bassline kommt bei “Wir” von K.I.Z. sehr gut zur Geltung. Selbst bei niedrigeren Lautstärken bauen die Tiefen eine angenehme Weite und Wärme auf, die allerdings nie aufdringlich wird. Gleichzeitig ist die Snare detailliert und rückt nicht zu stark in den Vordergrund.

Die hohe Auflösung wird auch beim Refrain von Sias “Unstoppable” deutlich. Die Drums, Bassline, Stimme sowie Synthesizer können gut differenziert werden. Auch bei elektronischen Genre spielen die Sennheiser Momentum In-Ear Wireless auf einem hohen Niveau mit. “Mirage” von Armin van Buuren überzeugt durch eine raumfüllende Bass-Line ebenso wie durch präzise Streicher beim Build-Up und klare Vocals und Synthesizer beim Hauptteil.

Drei zusätzliche Paare an Silikoneinsätzen liegen bei (Bild: Übergizmo)

Drei zusätzliche Paare an Silikoneinsätzen liegen bei (Bild: Übergizmo)

Kleiner Kritikpunkt: Ab einer Lautstärke von etwa 90 Prozent nehmen die Höhen etwas überhand, werden undefinierter und verlieren an Auflösung. In unserem Test waren bereits 80 Prozent der maximalen Lautstärke mehr, als wir uns über längeren Zeitraum antun würden. Wer gerne sehr laut hört, den wird dieser Kritikpunkt sicher mehr stören. Wobei bei einer so starken Beschallung über einen längeren Zeitraum hinweg eh angezweifelt werden kann, ob solche Musikhörer die einzelnen Töne im hohen Frequenzspektrum differenzieren können. ;)

Die Stärke der Sennheiser Momentum In-Ear Wireless ist ganz klar die Klarheit bei etwas weniger komplexen, akkustischen Stücken. Meghan Trainors “All About That Bass” in der Spotify Live Version hat einen angenehmen Kick, die akkustische Gitarrenriffs differenzieren sich gut von ihrer Stimme und dem Background-Sänger.

Insgesamt ist die Abstimmung durchaus bass- & höhenbetont, bleibt aber noch recht neutral. Der Klang lässt sich ins zusammenfassend als lebendig und druckvoll bezeichnen und ist der Preisklasse angemessen.

Leider ist der Kunststoff kratzempfindlich (Bild: Übergizmo)

Leider ist der Kunststoff kratzempfindlich (Bild: Übergizmo)

CapTune App – ohne Streaming

Teil der Sennheiser Momentum In-Ear Wireless ist die CapTune App, die für iOS und Android kostenlos bereitgestellt wird. Die Anwendung soll eine persönliche Klangabstimmung ermöglichen, was durch einen frei einstellbaren Equalizer oder Voreinstellungen erreicht wird. Das funktioniert soweit auch, mit einem Haken: Die Musik muss sich dafür auf einem Ordner auf dem Smartphone oder einem Netzwerkspeicher (NAS) befinden. Als einziger Streaming-Anbieter wird zur Zeit Tidal unterstützt. Nutzer von Spotify, Apple Music oder anderen Diensten können von den Klanganpassungen also nicht profitieren. Schade.

Captune 1

Die CapTune App bietet einen umfangreichen Equalizer (Bild: Übergizmo)

Akkulaufzeit

Der große Vorteil des Nackenbügel-Designs ist der erweiterte Platz für eine größere Batterie im Vergleich zu anderen Lösungen. Bis zu 10 Stunden Musikwiedergabe verspricht Sennheiser – andere Hersteller wie Jabra schaffen bei vergleichbaren Geräten wie dem Jabra Elite 25e bis zu 16 Stunden. In unserem Test konnten wir den Wert in etwa nachvollziehen. Auf langen Flügen können die 10 Stunden aber etwas knapp bemessen sein.

Der Akkustand wird anhand einer Stimme angegeben. Die Werte sind allerdings nicht sonderlich genau, dazu werden sie auf Englisch gesprochen. “Between 5 and 10 hours playtime” heißt es etwa, wenn der Bluetooth-Kopfhörer zwischen 50 und 100 Prozent geladen ist. Das geht genauer. Apples iPhone oder Huawei Smartphones können zum Glück den Ladestand in der Status-Leiste anzeigen – bei Samsung Smartphones geht das beispielsweise nicht. Geladen wird das Headset über einen microUSB Anschluss. Von 0 auf 100 Prozent dauert es etwa anderthalb Stunden.

(Bild: Übergizmo)

Sennheiser Momentum In-Ear Wireless – Fazit

Der Sennheiser Momentum In-Ear Wireless ist ein sehr guter Bluetooth-Kopfhörer. Der Klang ist ausgewogen, gleichzeitig aber kraftvoll und hoch aufgelöst. Der Komfort ist hoch, die Bedienung ist intuitiv. Dazu sieht er durch das weiche Leder luxuriös aus und bietet eine gute Akkulaufzeit. Kritik gibt es nur an wenigen Stellen. Wer nach einem drahtlosen Kopfhörer im höheren Preissegment sucht, sollte sich den Sennheiser Momentum In-Ear Wireless näher anschauen.

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