Hackerangriffe auf deutsche Firmen nehmen zu

(Bild: Shutterstock)

Immer mehr deutsche Unternehmen werden Opfer von Hackerangriffen. Dabei ist die Gefahr einer Attacke umso größer, je größer das Unternehmen ist. Dennoch tun noch viele Firmen zu wenig, um sich gegen die Gefahren aus dem Internet zu schützen. Das ergab eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die im Juli Chefs und IT-Mitarbeiter von 450 Unternehmen zum Thema befragt hat.

Demnach waren insgesamt 44 Prozent der deutschen Unternehmen laut eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren einer Cyberattacke ausgesetzt. Das sind drei Mal so viele wie noch vor zwei Jahren. Handelt es sich um Firmen mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz, dann sieht das Bild noch düsterer aus. Hier sagen 57 Prozent der befragten Geschäftsführer sowie Führungskräfte aus IT-Sicherheit und Datenschutz, dass sie schon mal mit Angriffen konfrontiert waren. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen, denn jedes sechste Unternehmen entdeckt durch Zufall die Attacken.

Was die Urheber der Cyberangriffe angeht, so kommt Russland nicht besonders gut weg. Denn 45 Prozent der Befragten glauben, dass von hier aus die meisten Attacken kommen. Auf Platz zwei landet China, das von 40 Prozent als größte Gefahrenquelle angesehen wird. 27 Prozent sehen die USA als die Region mit dem höchsten Risikopotenzial.

“Die Gefährdung hat in jüngster Zeit nochmal rapide zugenommen – und kommt von unterschiedlichster Seite”, sagt Bodo Meseke, Leiter Forensic Technology & Discovery Services bei EY, in einem Statement. “Heute kann jedes Unternehmen Ziel krimineller Attacken werden – ob weltweit tätiger Großkonzern oder regional operierender Mittelständler”, so Meseke.

Viele Unternehmen schützen sich nur unzureichend

Trotz Erkenntnis der Gefahrensituation tun Unternehmen heute noch viel zu wenig, um sich vor Hackerangriffe durch Dritte zu schützen. Dabei sind die Sicherheitsvorkehrungen eher konventionell. Mehr als drei von vier Unternehmen gaben an, dass sie zur Vorbeugung von Cyber-Attacken auf Firewalls, Antivirensoftware und starke Passwörter setzen. Nicht genug, wie Meseke findet, nötig seien umfassendere Schutzvorkehrungen. “Passwörter und Antivirensoftware können von Hackern heute zum Teil sehr rasch umgangen werden. Für einen echten Schutz müssen strengere und umfassendere Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt werden.”

Denn die Folgen können im Falle eines Hackerangriffs schwerwiegend sein. Unternehmen werden zum Teil mit Schäden in Millionenhöhe konfrontiert, etwa wenn es durch die Attacke zu Betriebsausfällen oder Schadensersatzforderungen kommt. Um für größere Schäden gewappnet zu sein, lassen sich immer mehr Unternehmen gegen Cyber-Risiken versichern. Insgesamt 27 Prozent der befragten Unternehmen haben entsprechende Versicherungen abgeschlossen. In der Finanzbranche sind es sogar 48 Prozent.

Tags :Quellen:EY

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