Verbraucher ignorieren Virtual Reality und digitale Sprachassistenten

(Bild: Gizmodo.com)

Schaut man sich die Tech-Branche an, dann kommt man um Themen wie Virtual Reality und intelligente Sprachassistenz nicht umhin. Große IT-Konzerne glauben, mit diesen Technologien das nächste Milliardengeschäft entdeckt zu haben. Haben sie dabei Bedürfnisse und Nachfrage der Endkunden aus den Augen verloren? Denn wie aus der Global Mobile Consumer Survey 2017 des Dienstleistungsunternehmens Deloitte hervorgeht, schenken Verbraucher diesen Themen noch immer kaum Beachtung.

Laut der Studie ist Virtual Reality noch weit von einem Massenphänomen entfernt. Während der Verbreitungsgrad entsprechender Hardware wie VR-Brille letztes Jahr noch bei zwei Prozent lag, hat sich der Bestand in diesem Jahr unwesentlich erhöht. Er stieg lediglich um einen Prozentpunkt. Auffällig dabei: Wenn Nutzer sich VR-Geräte zulegen, dann setzen sie eher auf höherwertige Produkte wie Full-Feature-Brillen.

Nicht besser steht es um die Akzeptanz von digitalen Sprachassistenten, wie sie in Smartphones oder Internet der Dinge integriert sind. Alexa hin oder Siri her, laut der Deloitte-Studie verwenden lediglich 18 Prozent der Befragten solche Dienste. Wenn sie genutzt werden, dann eher zur Steuerung von Navigationsfunktionen oder zur Informationssuche. In Bereichen wie Wetter, Reise oder Verkehr nimmt die Nutzung ab.

“Innovative Dienste sind der Treibstoff für die Mobilfunkindustrie. Viele der groß angekündigten Trends sind jedoch noch nicht recht bei den Verbrauchern angekommen”, so Dr. Andreas Gentner, Leiter Technology, Media & Telecommunications bei Deloitte. “Zwar zeigen sich die jüngeren Altersgruppen erwartungsgemäß aufgeschlossener – im Verhältnis zur Gesamtzahl bleiben sie aber in der klaren Minderheit. Von Disruption kann zurzeit keine Rede sein – eher von einer evolutionären Entwicklung in unterschiedlichen Geschwindigkeiten.”

Diese Produkte kommen bei Verbrauchern an

Es gibt aber auch positive Signale. So hat sich das Smartphone endgültig als mobile Leinwand durchgesetzt, wobei Nutzer auf den Geräten gerne auch längere Formate wie Filme und Serienepisoden schauen. Auch die E-Mail ist – anders als die SMS – noch lange nicht tot. 43 Prozent der Nutzer greifen auf sie zwecks Kommunikation vor allem im Geschäftsleben zu. Und: Auch im Bereich Internet of Things zeichnet sich nach Jahren der Stagnation eine Trendwende ab. Immer mehr Menschen nutzen smarte Geräte und die von den Befragten geäußerten Kaufabsichten deuten darauf hin, dass der Trend nach oben geht.

Deloitte hat für die Global Mobile Consumer Survey 2017 mehr als 53.000 Konsumenten weltweit zu ihren Nutzungsgewohnheiten, ihrer Haushaltsausstattung und ihrer Offenheit gegenüber neuen Technologien befragt. In Deutschland standen mehr als 2.000 Menschen Rede und Antwort.

Tags :Quellen:Deloitte

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