Auch Amazon von Skandalen um sexuelle Belästigung betroffen

Amazon

Der Fall um den wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung in Ungnade gefallenen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein zieht immer weitere Kreise. Nun wird auch Amazon davon in Mitleidenschaft gezogen. Der E-Commercer soll von den Vorwürfen gewusst und nichts unternommen haben. Im Zuge der Weinstein-Enthüllungen sind auch sexuelle Vergehen des Chefs von Amazon Studios, Roy Price, ans Tageslicht gekommen. Der Manager wurde seines Amtes enthoben.

Amazon wird über seine Film- und Serien-Produktionsfirma Amazon Studios in den Strudel des Aufsehen erregenden Falles um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein mitgerissen. Der mittlerweile von seiner mitgegründeten Produktionsfirma The Weinstein Company entlassene Mogul steht im Verdacht, im Verlauf mehrerer Jahrzehnte etliche Frauen sexuell belästigt und vergewaltigt zu haben. Nun muss sich das Film- und Serienstudio Amazon Studios, das mit Weinstein und seine Firma bei mehreren Projekten zusammengearbeitet hat, des Vorwurfs erwehren, von den sexuellen Übergriffen des Produzenten gewusst und nichts unternommen zu haben.

Rose McGowan beschuldigt Amazon der Ignoranz

Den Vorwurf erhebt die Schauspielerin Rose McGowan. In einem an Amazon-Chef Jeff Bezos andressierten Post auf dem Kurznachrichten-Dienst Twitter schrieb die 44-Jährige: „Ich habe dem Leiter Ihres Studios gesagt, dass HW [Harves Weinstein] mich vergewaltigt hat. Immer und immer wieder habe ich es gesagt. Er sagte, das sei nicht bewiesen. Ich sagte, ich sei der Beweis.“

Amazon äußerte sich zu diesem und weiteren Tweets der Schauspielerin nicht. Kurz darauf teilte der E-Commercer jedoch mit, dass der Leiter von Amazon Studios, Roy Price, beurlaubt wurde. Grund dafür sind allerdings weniger die genannten Vorwürfe McGowans. Vielmehr hat sich auch Price offenbar des sexuellen Vergehens an einer Frau schuldig gemacht.

Der Fall von Amazon-Studios-Chef Roy Price

Die Produzentin Isa Dick Hackett wirft dem Manager vor, sie sexuell belästigt zu haben. Die Tochter des 1982 verstorbenen Science-Fiction-Autors Philip K. Dick arbeitet mit Amazon Studios derzeit bei „The Man in the Hgh Castle“ zusammen, einer Serienadaption von Dicks gleichnamigem Roman (dt. Titel: „Das Orakel vom Berge“. Außerdem fungiert sie als ausführende Produzentin bei der bevorstehenden Sci-Fi-Serie „Philip K. Dick’s Electric Dreams“.

Auch von ihrem Fall habe Amazon gewusst und dazu geschwiegen, wie das Filmmagazin Deadline Hollywood berichtet. Über den sich 2015 auf der Comicmesse Comic-Con ereigneten Vorfall soll bereits die Internetseite The Information vor anderthalb Monaten berichtet haben. Konsequenzen für Price blieben jedoch aus.

Immerhin hat Amazon zuletzt mitgeteilt, dass gemeinsame Projekte von Amazon Studios und The Weinstein Company überdacht würden. Insgesamt zwei gibt es davon derzeit, die Serie „The Romanoffs“ und eine noch titellose Serie mit Robert De Niro und Julianne Moore in den Hauptrollen.

Tags :Quellen:Deadline Hollywood

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