Kampfansage an Amazon: Real gründet eigenen Lieferservice

Bild: real,- SB Warenhaus GmbH

Die Supermarktkette Real will ihren Abwärtsdrift mit einer neuen Geschäftsidee aufhalten und nebenbei dem E-Commercer Amazon aber auch anderen Branchenketten Konkurrenz machen. Das Unternehmen gründet einen Online-Lieferdienst, mit dem es seine Produkte an den Mann bringen will.

Wie Real-Manager Henning Gieseke dem Wirtschaftsmagazin Handelsblatt erklärte, ist der Lieferdienst in einem Modellversuch in Düsseldorf bereits getestet worden. Zuletzt sind zehn weitere Städte hinzugekommen, darunter Berlin, Hannover, Dortmund, Nürnberg und Köln. „Nächstes Jahr ist es unser Plan, bundesweit mehrere Millionen Haushalte zu erreichen“, so Gieseke. „Damit decken wir einen Großteil der Haushalte ab, die so einen Service in Anspruch nehmen würden.“

Eine eigene Lieferflotte wird Real nicht aufbauen, stattdessen wird die Metro-Tochter mit dem Paket- und Brief-Express-Dienst der Deutschen Post, DHL, zusammenarbeiten. Neben der Investition in den Lieferdienst will sich Real auch durch die Modernisierung seiner Supermarktfilialen neu aufstellen. Dafür will das Unternehmen laut dem Handelsblatt eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen.

Real und die Konkurrenz

Das Lieferdienst-Projekt ist Reals Antwort auf das aggressive Vorpreschen des Online-Versandhandels Amazon, der mit seinem Lieferdienst Amazon Fresh traditionellen Lebensmittelhändlern immer mehr Konkurrenz macht. Es ist aber auch eine Kampfansage an Konkurrenten wie Rewe und Edeka, die ihr Geschäft ebenfalls um Online-Angebote und -Lieferdienste ausweiten.

Rewe plant, im Jahr 2018 seine Ausgaben für Umstrukturierung und Modernisierung auf über zwei Milliarden Euro zu erhöhen, wie Firmenchef Lionel Souque in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger sagte. Es gelte, im Verdrängungswettbewerb gegen Konkurrenten wie Aldi und Lidl zu bestehen, aber auch mit dem Digitalisierungsprozess Schritt zu halten. „Nicht nur Amazon, auch Foodora und Lieferando sind Konkurrenten – wenn jemand dort Pizza bestellt, kauft er sie nicht mehr bei Rewe ein“, so Souque.

Edeka hat letztes Jahr nicht nur die Übernahme von Kaiser Tengelmann abgeschlossen, sondern auch den Lieferdienst Bringmeister aufgekauft. Damit machte der Supermarktgigant den Weg frei für einen eigenen Online-Shop.

Bild: real,- SB Warenhaus GmbH

Tags :Quellen:Handelsblatt

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