Ford Fiesta ST-Line: Probefahrt mit dem dynamischen Kleinwagen

Der Schweller macht das Auftreten sportlicher (Bild: Übergizmo / Daniil Matzkuhn)

Der Ford Fiesta ST-Line ist der Nachwuchssportler unter den Modellen der neuen Fiesta Generation. Wir sind den dynamischen Kleinwagen mit 140 PS EcoBoost Benziner und 6-Gang-Schaltung im Voralpenland Probe gefahren und hatten dabei jede Menge Spaß.

Ford Fiesta ST Line

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Ford Fiesta ST-Line

Mehr Stil als Können – so tun manche eingefleischte Ford ST Fans die ST-Line Modelle beiseite. Damit liegen sie vollkommen falsch. Zugegeben, die ST-Line setzt weniger auf hohe PS-Zahlen und ein super straffes Fahrwerk. Dafür überzeugen die Fahrzeuge mit Alltagstauglichkeit und einem dennoch sportlichen Design. Und das Konzept geht auf: 12 Prozent aller verkauften Fords gehören mittlerweile der ST-Line an.

Den Fiesta ST-Line gibt es in insgesamt sechs unterschiedlichen Motorisierungen zu kaufen. Vier Benziner und zwei Diesel stehen dem Käufer zur Auswahl, angefangen bei 85PS (Benzin & Diesel) bis hin zu 140 Benzin-PS. Unsere Wahl fiel auf den letztgenannten Motor, den es mit manuellem 6-Gang-Schaltgetriebe gibt. Genau 9 Sekunden benötigt der Ford Fiesta mit dieser Antriebskombination von null auf 100 km/h, was durchaus sportlich ist.

Das Dach und die Spiegel in weiß sind optional und definitiv Geschmacksache (Bild: Übergizmo)

Das Dach und die Spiegel in weiß sind optional und definitiv Geschmacksache (Bild: Übergizmo)

Ford Fiesta ST-Line: Sportlich unterwegs

Unsere Route beginnt im Süden Münchens, es geht zunächst auf die Autobahn. Die ST-Line Modelle werden nämlich vor allem deswegen gekauft, weil sie einen entspannten Kompromiss darstellen. Sie sehen sportlich aus, bieten aber dennoch Komfort auf Langstrecken. Vor allem muss man aber nicht zwingend den großen 200 PS Motor ordern, den es beim ST-Modell im Frühjahr nächsten Jahres geben wird. Man kann also ganz genau entscheiden, wie viel Leistung man braucht oder sich leisten möchte.

Auf der Autobahn A8 Richtung Alpen fühlt sich der Fiesta ST Line wohl. Die 180 Newtonmeter liegen ab 1500 Umdrehungen an, somit lässt er sich recht schaltfaul fahren. Darunter wird der 1 Liter Dreizylinder etwas brummig. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 130 bis 150 km/h ist der Fiesta überraschend leise. Gespräche sind ohne Anstrengung möglich, häufig schaut man auf den Tacho und merkt erst dann, dass man weit über der Richtgeschwindigkeit fährt und der Innenraum immer noch ruhig bleibt. So kann man entspannt in den Urlaub fahren – oder wie wir zu den kurvigen Straßen im Alpenvorland.

Der Grill und die Stoßstange sind sportlich (Bild: Übergizmo / Daniil Matzkuhn)

Der Grill und die Stoßstange sind sportlich (Bild: Übergizmo / Daniil Matzkuhn)

Die Baustelle ist vorbei, also schnell drei Gänge runterschalten, in den dritten Gang, von 80 auf 140, 160, 180. Der 140 PS Motor fühlt sich auch auf der linken Spur wohl, bis 5000 Umdrehungen liegt das maximale Drehmoment an. So schaut manch ein aufgeregter Autofahrer in den Rückspiegel, dass der Fiesta noch immer im Rückspiegel klebt. Die Beschleunigung überzeugt. Maximal 202 Km/h fährt der Fiesta und zieht bis 170 sehr gut durch. Ab dann wird es zäh, da fehlt es dem 1 Liter Motor an Hubraum.

Kleiner Kurvenjäger

Wir nehmen die Ausfahrt, fahren Richtung Schliersee. Auf kleinen Landstraßen soll der Ford Fiesta ST-Line zeigen, wie viel ST wirklich in ihm steckt. Neben den optischen Designelementen hat Ford das Fahrwerk sportlicher abgestimmt. Es ist etwas härter und neigt sich in Kurven etwas weniger, ohne unkomfortabel zu sein. Ein sportliches Fahrwerk war schon immer die Stärke des europäischen Kleinwagens aus Köln.

Das Cockpit ist komfortabel - man fühlt sich schnell wohl (Bild: Übergizmo / Daniil Matzkuhn)

Das Cockpit ist komfortabel – man fühlt sich schnell wohl (Bild: Übergizmo / Daniil Matzkuhn)

Im Alpenvorland fühlt sich der 140 PS Fiesta daher wie ein Fisch im Wasser. Die nächste Kurve möchte man noch etwas enger nehmen, etwas schneller durchfahren. Der ST-Line macht Spaß, ohne, dass er ein Loch ins Portemonnaie brennt.

Etwas Kritik gibt es aber doch. Der kleine Motor könnte etwas schneller Druck aufbauen, er braucht circa anderthalb Sekunden, bis der Turbolader auf Touren kommt und das Gemisch verdichtet. Auch das Turboloch nach dem Schaltvorgang kann bei schneller Beschleunigung stören. Dreht man den Gang aus und schaltet in den nächsten, ist ein Kopfnicken vorprogrammiert. Das ist eben der Nachteil eines hubraumschwachen Motors, der den Großteil seines Drehmoments fast nur aus dem Turbolader gewinnt.

Sportliche Details innen & außen

Sportlich geht es auch im Innenraum des Fiesta ST-Line zu. Rote Nähte zieren Sitze, Lederlenkrad, Schaltknauf und Handbremshebel. Auch in den Türen, an den Lüftungsschlitzen und beim Armaturenbrett gibt es rote Elemente, die teilweise mit Carbonapplikationen kombiniert werden.

Mit Roten nähten verziert: Der Schaltknauf und Handbremshebel (Bild: Übergizmo)

Mit Roten nähten verziert: Schaltknauf, Handbremshebel & Sitze (Bild: Übergizmo)

Äußerlich differenziert sich der ST-Line von anderen Ausstattungslinien durch markantere Ausschnitte der Nebelscheinwerfer und im Kühlergrill. Die Seitenschweller sowie ein größerer, optionaler Heckspoiler verleihen dem Fahrzeug einen dynamischen Auftritt. Dazu gibt es ST-Line Schriftzüge im Einstiegsbereich und vor den Seitenspiegeln. Die serienmäßigen 17 Zoll Felgen sehen gut aus, optional kann man auf 18 Zoll upgraden.

Fazit: Kleiner, sportlicher Fiesta mit Komfort

Es gibt einen Grund, warum die ST-Line immer beliebter wird. Auf unserer Ausfahrt südlich von München hatten wir zu jeder Zeit Spaß und waren dennoch komfortabel unterwegs. Dazu ist die ST-Line günstiger, nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt. Theoretisch lässt sich der Wagen mit einem kombinierten Verbrauch von 4,5 Litern fahren, was mit dem Ford Fiesta ST eher nicht möglich sein wird.

Der Ford Fiesta ST-Line ist insgesamt also ein ziemlich guter Kompromiss, bei dem nicht viel auf der Strecke bleibt.

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