Homo digitalis – BR veröffentlicht Web-Serie zur Zukunft des Menschen

(Bild: BR) Homo Digitalis

Die Entwicklungen der digitalen Welt schreiten rasant voran. Doch welche Auswirkungen hat das eigentlich auf uns als Menschen? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk nähert sich diesem Thema mit einer sehenswerten Web-Serie samt Forschungsprojekt.

Das ist doch alles Quatsch. Ein Computer kann doch niemals tatsächlich die Funktionen eines echten Freundes oder einer richtigen Freundin übernehmen. Wir sind soziale Wesen, das Miteinander mit Anderen ist so speziell wie essentiell und kalte, gefühlslose Roboter machen uns nicht zu einem glücklicheren Wesen, sondern nur selbst zu Robotern. Oder?

Irgendwie ist es ja doch auch manchmal ganz schön anstrengend, Freundschaften zu pflegen oder Meinungsverschiedenheiten auszutragen und auszuhalten. Kann man sich überhaupt immer sicher sein, dass die vermeintliche Freundschaft wirklich auf Gegenseitigkeit beruht? Oder hat der oder die Gegenüber eigentlich etwas ganz anderes im Sinn und nutzt es nur aus, wenn man sich selbst zu öffnen beginnt und über Privates spricht? 

Klar, Computer lassen sich insgesamt besser kontrollieren. Doch sollten wir es wagen, menschliche Beziehungen durch künstliche Freundschaften zu ersetzen? Freunde, die immer dann mit uns reden, wenn wir es wollen. Und Freunde, vor denen man sich wegen keines versehentlich falschen Wortes zu entschuldigen braucht.

Eben diese vermeintliche „Zukunft der Freunschaft“ ist Thema in der ersten von sieben Episoden der Reihe „Homo digitalis“. In circa sieben bis zehn Minuten wird dabei von der jungen Moderatorin Helen Fares jeweils ein Zukunftsszenario auf kurzweilige Weise beleuchtet. Fares begibt sich dabei (meist) selbst in die Fänge des aktuell Möglichen, lässt sich Elektroden anbringen oder begleitet eine Porno-Darstellerin bei der ersten Begegnung mit einem Sexroboter. Kommentare aus Wissenschaft und Wirtschaft machen die kurzen Videos überaus abwechslungsreich, lassen zum Ende zugleich stets Raum, selbst über Antworten auf die großen, dahinterstehenden Fragen nachzudenken.

br homo digitalis

Upgrade fürs Gehirn? (Screenshot: BR)

Auch aus gestalterischer Sicht ist Homo Digitalis wirklich sehenswert gemacht. Die Kombination aktueller Technologien als Vehikel der jeweiligen Episode und dem bewusst sperrigen, türkisen Artwork der Serie mag zwar zunächst unglücklich und schräg wirken. Sie passt indes wie die Faust aufs Auge. So handelt Homo Digitalis ja eben von jener eigentlich zutiefst schrägen (und etwas Furcht einflößenden) Verbindung aus dieser seit Jahrhunderttausenden existierenden Spezies Homo sapiens und unvorstellbar junger Technik, die neben der Umwelt bald eben auch den eigenen Körper, Beziehungen und weitaus mehr nach Belieben gestaltbar machen soll.

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Die sieben Episoden sind bereits online verfügbar. Neben „Zukunft der Freundschaft“ lassen sich dort Videos zur „Zukunft des Denkens“, „Zukunft der Sexualität“, „Zukunft der Gesundheit“, „Zukunft der Freizeit“, Zukunft der Arbeit“ und „Zukunft der Evolution“ ansehen. 

Homo Digitalis ist eine Produktion von Bilderfest GmbH und dem Bayerischen Rundfunk, in Ko-Produktion mit ARTE und ORF, in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAO. Neben der Webserie Homo Digitalis wurde für das Projekt auch einen Chatbot entwickelt, der sich spielerisch mit dem User unterhält und individuelles Feedback über dessen Zukunft gibt.

Alle Antworten werden anonymisiert vom Fraunhofer IAO ausgewertet und im Frühjahr 2018 in einer wissenschaftlichen Studie veröffentlicht. Abschließend wird die TV-Dokumentation Homo Digitalis in BR, ARTE und ORF gezeigt.

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Tags :Quellen:br.de

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