Samsung Galaxy Note 8 Test: Fast perfektes Smartphone

note 8 test

Machen wir es kurz: Das Samsung Galaxy Note 8 ist ein fast perfektes Smartphone. Es wäre schneller aufzuzählen, was es nicht kann, als was es kann - aber das wäre auch langweilig. 

Samsung Galaxy Note 8 Test

Bild 1 von 13

Samsung Galaxy Note 8 Test

Es ist lange her, dass ein Samsung Galaxy Note Smartphone offiziell in Deutschland verkauft wurde. Das letztjährige Note 7 wurde schneller vom Markt genommen als es bei den meisten Kunden ankommen konnte, 2015 gab es hierzulande das Note 5 nicht zu kaufen. Es ist also drei Jahre her, dass es ein neues Galaxy Note in Deutschland gibt. Umso mehr haben wir uns auf dieses Gerät gefreut – und die Freude war nicht vergebens.

Design: Bekanntes raffiniert

Das Note war schon immer größer als die Konkurrenz. Das Display vom ersten Smartphone dieser Serie war für damalige Verhältnisse gigantische 5,3 Zoll groß und hat alle anderen Geräte übertroffen. Fünf Jahre später ist es wieder das größte High-End Telefon, das Samsung je gebaut hat. Diesmal beträgt die Displaydiagonale 6,3 Zoll und bestimmt damit maßgeblich die Größe des Phones.

Die Rückseite des Samsung Galaxy Note 8 besteht aus Glas (Bild: Übergizmo / Daniil Matzkuhn)

Die Rückseite des Samsung Galaxy Note 8 besteht aus Glas (Bild: Übergizmo / Daniil Matzkuhn)

Das Samsung Galaxy Note 8 ist wirklich nicht klein und ganz simpel kein Handschmeichler. Durch das 18,5:9 Seitenverhältnis ist es schmal und hoch – so hoch, dass man nicht mit dem Daumen in das obere Drittel reichen kann. Man muss es also zwingend mit zwei Händen bedienen, wem das nicht gefällt, für den ist das Note einfach nicht gemacht.

Das Design unserer schwarzen Version ist elegant und unauffällig. Das Glas auf der Front-und Rückseite ist perfekt symmetrisch zu den Seiten hin abgerundet und wird von einem glänzend-schwarzen Aluminiumrahmen zusammengehalten. Der Rahmen steht minimal hervor, sodass sich das Note 8 in der Hand vom stark abgerundeten und aalglatten Samsung Galaxy S8 Plus differenziert. Dieser kleine Abstand von der Glasfläche ist kaum sichtbar, verleiht in der Hand aber die nötige Struktur, um das Telefon sicherer greifen zu können.

Fingerabdrücke gehören zur Tagesordnung (Bild: Übergizmo)

Fingerabdrücke gehören zur Tagesordnung (Bild: Übergizmo)

Das Design ist nicht perfekt. Die Rückseite glänzt zwar schön im Licht, zieht aber auch Fingerabdrücke wie magisch an. Dazu ist sie so glatt, dass das Handy bei etwas enger geschnittenen Hosen aus der Tasche rutscht, sobald man sich ins Auto setzt. Und auch die Positionierung des Fingerabdrucksensors müssen wir, wie bei der Galaxy S8-Reihe auch, bemängeln. Die leichte Einbuchtung und Abtrennung ist zwar besser als beim Schwestermodell, aber bei weitem nicht optimal.

Display: Der Infinity Pool unter den Smartphones

6,3 Zoll in einem Smartphone – das war vor sieben Jahren noch undenkbar. Durch eine Reduktion der Displayränder auf ein Minimum und eine Streckung des Seitenverhältnisses auf 18,5:9 ist es Samsung gelungen, die Fläche fast komplett mit einer Anzeige zu füllen. Fotos und Videos werden lebendig und angenehm gesättigt dargestellt, die Schärfe ist sehr gut, der Kontrast und die Schwarzwerte sind spitze genauso wie auch die Helligkeit. Glaubt man Experten, ist es das hellste Display, das je in einem Smartphone verbaut wurde. Subjektiv müssen wir zustimmen.

Infinity Display - der Name ist Programm (Bild: Übergizmo)

Infinity Display – der Name ist Programm (Bild: Übergizmo)

Der Bildschirm bietet eine Auflösung von 2960*1440 Pixeln – davon werden standardmäßig aber nur 2220*1080 (FHD+) angezeigt. Im Alltag merkt man den Unterschied in der Darstellung kaum, dafür hält der Akku geschätzt 20 Prozent länger. Die hohe Auflösung kann der Nutzer manuell aktivieren, primär ist sie aber für den Einsatz mit der Virtual Reality Brille Gear VR gedacht.

S-Pen – Endlich wieder ein Stift

Wir sind große Fans des S-Pen! Der digitale Stift ist immer dann nützlich, wenn kein Notizblock und Kugelschreiber zur Hand sind. Das Erstellen von Notizen ist nun noch einfacher geworden als zuvor. Bereits im Sperrbildschirm kann der Stift gezogen werden, um ein Screen-Off Memo zu erstellen. Diese können dann auch direkt an den Sperrbildschirm geheftet werden, damit sie durchgehend sichtbar sind. Im Alltag kann das eine Erinnerung sein oder ganz einfach der analog-digitale Einkaufszettel.

Der S-Pen ist hilfreich für Notizen und Zeichnungen (Bild: Übergizmo)

Der S-Pen ist hilfreich für Notizen und Zeichnungen (Bild: Übergizmo)

Der S-Pen kann aber noch mehr:

  • Wer häufiger mit fremdsprachigen Texten zu tun hat, wird sich über den eingebauten Übersetzer freuen. Indem der Stift über einen Text gehalten wird, erscheint in einem Kasten darüber die Übersetzung.
  • Mit Smart Select ist es möglich einen Bildschirmbereich auszuwählen und ihn zum Beispiel als kurzes GIF abzuspeichern. Das funktioniert mit allen Videos, auch auf Youtube.
  • Live-Nachrichten bieten die Option direkt auf dem Bildschirm zu schreiben oder zu zeichnen und diese Zeichnung als animiertes GIF über den Messenger eurer Wahl zu versenden.
Die Screen Off Memos - Stift ziehen und drauf los schreiben (Bild: Übergizmo)

Die Screen Off Memos – Stift ziehen und drauf los schreiben (Bild: Übergizmo)

Kamera: Doppelt ist besser?

Das Samsung Galaxy Note 8 setzt auf eine Dual Kamera auf der Rückseite. Beide Sensoren lösen mit 12 Megapixeln auf und besitzen eine optische Bildstabilisierung – eine Weltneuheit bei Smartphones! Die Hauptlinse besitzt eine Blendenöffnung von f/1.7, die Linse, die über eine doppelte Brennweite verfügt und somit den zweifachen Zoom ergibt, muss mit f/2.4 zurecht kommen. Diesen Unterschied merkt man tagsüber weniger, im Dunkeln dafür umso mehr. Die Hauptkamera macht einfach rauschärmere und schärfere Bilder. Die Zoom-Kamera ist dennoch gut und durch die optische Bildstabilisierung besser im Dunkeln geeignet als die Zoom-Kameras der Konkurrenz.

Samsung Galaxy Note 8 Kamerafotos 10

Mit dem Galaxy Note 8 zieht Samsung nun endlich im Bereich der Bokeh-Fotografie nach. Mit dem Live-Fokus genannten Modus kann die Schärfe des Hintergrunds eingestellt werden, selbst nachdem das Foto geschossen wurde. Dieser Effekt funktioniert meist erstaunlich gut und sauber. Bei perfekten Verhältnissen sind die Kanten scharf und der Schärfeverlauf natürlich. Oft wird man gefragt, mit welcher Spiegelreflex-Kamera dieses oder jenes Bild geschossen wurde. Problematisch werden Reflexionen oder sehr feine Strukturen wie Haare oder Baumzweige, dann ist die Trennung aus Vorder- und Hintergrund unsauber und fällt negativ auf.

Samsung Galaxy Note 8 Kamerafotos 03

Der zweifache optische Zoom liefert sehr gute Ergebnisse bei viel Licht (Bild: Daniil Matzkuhn)

Insgesamt bereitet die Kamera des Samsung Galaxy Note 8 großen Spaß im Alltag. Die Bilder sind immer scharf und gut gesättigt, die Belichtung stimmt bei Tageslicht. Einzig in dunklen Umgebungen tendiert das Note dazu etwas zu stark zu belichten. Helle Objekte in dunklem Hintergrund können dadurch zu hell und ausgebrannt erscheinen und verlieren an Schärfe. Zum Glück lässt sich das Problem mit einer praktischen Belichtungskorrektur minimieren.

Samsung Galaxy Note 8 Kamerafotos 09

Gut gefällt die automatische HDR-Funktion, die bis zu 7 Bilder automatisch schießt, um diese dann zusammenzusetzen. Der Nutzer merkt davon nichts, erhält aber ein Foto, das sowohl helle als auch dunkle Bildbereiche detailliert darstellt. Auch bei Dunkelheit ist die Leistung der Kamera beeindruckend. Das Rauschverhalten ist für ein Smartphone sehr gut, es bleiben noch viele Details in der Aufnahme.

Samsung Galaxy Note 8 Kamerafotos 01

Samsung Galaxy Note 8 Kamerafotos 04

Samsung Galaxy Note 8 Kamerafotos 02

Sonstige Ausstattung

Angetrieben von einem Samsung Exynos 8895 System on Chip und 6 GByte Arbeitsspeicher ist das Galaxy Note 8 im Alltag sehr schnell. Selbst nach einem Monat Nutzung konnten wir keine Aussetzer oder anderweitige Performance-Probleme feststellen. Sowohl für Spiele als auch für Multitasking gibt es aktuell kaum ein besseres Gerät.

Neben dem Fingerabdrucksensor stehen eine Gesichtserkennung und ein Iris-Scanner zur Verfügung. In unseren Tests funktionierten beide unzuverlässig und langsam genug, dass wir uns nach wenigen Stunden für den Scan des Fingerabdrucks als Hauptmethode zum Entsperren entschieden haben.

Ein 3,5mm Kopfhörerausgang ist dabei, der Lautsprecher ist dafür enttäuschend (Bild: Übergizmo)

Ein 3,5mm Kopfhörerausgang ist dabei, der Lautsprecher ist dafür enttäuschend (Bild: Übergizmo)

Die Konnektivität des Note 8 bewerten wir mit sehr gut. Die Datenverbindungen über WLAN und LTE sind sehr schnell, die Gesprächsqualität mit VOLTE und WLAN Call war gut, konnte aber nicht so gut abschirmen wie die Rauschunterdrückung im Huawei Mate 9. Bluetooth steht in der neuesten Version 5.0 zum Einsatz, wodurch zwei Geräte gleichzeitig verbunden werden können.

Software: Optimiert

Das Samsung Galaxy Note 8 wird mit der Samsung Experience Version 8.5 ausgeliefert, die auf Android 7.1.1 basiert. Damit ist das Smartphone noch recht aktuell, wenn auch ein Update auf Android 8 gewünscht ist. Es soll Ende des Jahres erscheinen. Das ehemals Touchwiz genannte User Interface bietet einige Einstellmöglichkeiten für den Home Screen sowie die App-Liste.

Der Sichere Ordner (Bild: Übergizmo)

Der Sichere Ordner (Bild: Übergizmo)

Besonders für Business-Nutzer ist der sichere Ordner interessant. In der von Samsung Knox verschlüsselten Umgebung lassen sich Apps und Dateien ablegen, die eine weitere Authentifizierung durch den Nutzer erfordern. Hier können beispielsweise die Firmendaten und Konten hinterlegt werden und mit einem zusätzlichen Passwort, Fingerabdruck oder einem Iris-Scan geschützt werden. Im Falle eines Diebstahls ist dieser Bereich des Handies nicht durch einfaches Auslesen zu entziffern.

Wie auch bei der Samsung Galaxy S8-Reihe ist unterhalb der Lautstärkewippe ein Knopf für Bixby eingebaut. Der intelligente Assistent soll ähnlich wie Google Assistant oder Siri bei der Bedienung des Smartphones helfen. Allerdings ist der Sprachassistent bisher nur auf Englisch und Koreanisch aktiv – seine Hilfe für deutsche Nutzer hält sich daher in Grenzen. Selbst Hello Bixby kommt nicht an die Karten-Übersicht des Google Assistant heran. Der Bildschirm zeigt Nachrichten, Youtube-Videos, Fitness-Daten, Wetter und mehr an, braucht aber häufig drei Sekunden, bis er aufgebaut wird. Zum Glück kann man die Taste für Bixby deaktivieren, aber leider nicht mit einer anderen Funktion wie der Kamera belegen.

Der Iris Scanner ist leider langsamer und unzuverlässiger als der Fingerabdrucksensor

Der Iris Scanner ist leider langsamer und unzuverlässiger als der Fingerabdrucksensor

Samsung Galaxy Note 8: Akku

Bis zu diesem Punkt gibt es nicht viel, das wir am Samsung Galaxy Note 8 kritisiert haben. Das ändert sich beim Akku. Dieser ist mit einer Kapazität von 3300 mAh nicht gerade groß geraten und das schlägt sich auch im Alltag nieder. Bei starker Nutzung sind wir nie durch einen Tag gekommen und mussten das Smartphone am Nachmittag mit Strom versorgen. Wer weniger als dreieinhalb bis vier Stunden das Gerät aktiv mit unterschiedlichen sozialen Netzen, diversen Mail-Konten und einigen Foto-Aufnahmen belastet, kommt durch den Tag. Das ist vor allem deswegen enttäuschend, weil die Note-Reihe von Beginn an für eine überdurchschnittlich lange Akkulaufzeit stand. Das ist nun nicht mehr der Fall.

Immerhin geht das Aufladen schnell: In rund einer Stunde und 40 Minuten ist das Note 8 vollständig aufgeladen, 50 Prozent werden in etwa 40 Minuten erreicht. Zudem steht drahtloses Aufladen über Qi sowie Samsungs hauseigenem Wireless Quick Charge Ladegerät zur Verfügung.

(Bild: Übergizmo)

Fazit

Das Samsung Galaxy Note 8 gehört klar zu den besten Smartphones des Jahres. Display, Kamera und Performance sind sehr gut. Enttäuschend ist hingegen der Akku, eine ehemalige Stärke der Note-Reihe. Wer auf den Stift verzichten kann und sich stattdessen einen größeren Akku wünscht, sollte sich das Samsung Galaxy S8+ anschauen. Wer sich den S-Pen in seinem Smartphone wünscht, hat eh keine andere Wahl.

Somit ist das Samsung Galaxy Note leider nur fast ein perfektes Smartphone.

 

Tags :
  1. Sehr schönes Telefon, wenn man das überhaupt noch so nennen kann, und guter Test. Was ich aber bei allen Tests bezüglich des Note vermisse, ist eine Aussage über den Audiochip. Beim HTC U11 oder LG V30 wird immer explizit drauf eingegangen. Wie ist der Klang? Ich benutze ein Smartphone auch als Musicbox, daher ist die Aussage für mich von Wert.

    1. Da gibt es nichts außergewöhnliches. Der Sound über Kopfhörer ist gut. Wer mehr rausholen will, braucht einen USB Typ C DAC.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising