Netflix stoppt Dreharbeiten zu „House of Cards“

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Es sieht schlecht aus für Kevin Spacey: Netflix verkündete in einem Statement, dass die laufenden Dreharbeiten zur sechsten Staffel von "House of Cards" bis auf Weiteres angehalten werden.

Die jüngsten Anschuldigungen gegen den Hollywood-Star wegen sexueller Belästigung seien der Grund für das Aussetzen der Produktion: „MRC und Netflix haben beschlossen die Produktion der sechsten Staffel von „House of Cards“ bis auf Weiteres anzuhalten, um uns Zeit zu geben die aktuelle Situation einzuschätzen und auf eventuelle Bedenken des Cast und der Crew einzugehen“, hieß es in einem Statement am Dienstag. 

Einen Tag zuvor verkündete der Streaming-Riese das Ende seiner preisgekrönten Polit-Serie nach der kommenden sechsten Staffel und betonte noch, dass die Entscheidung der Absetzung der erfolgreichen Serie nach sechs Staffeln nichts mit dem Skandal um Hauptdarsteller Spacey zu tun hätte und schon vor Monaten gefallen sei. Doch mittlerweile sehen sie das wohl anders und können die ernsten Anschuldigungen gegen Spacey nicht ignorieren.

Schauspieler Anthony Rapp, der momentan in der CBS-Serie „Star Trek: Discovery“ als Lt. Paul Stamets zu sehen ist, beschuldigte Spacey in einem Interview mit Buzzfeed, dass er ihn 1986 sexuell belästigt hätte. Der damals 14-jährige Rapp war auf eine Party in Spaceys Apartment eingeladen. Da sich der blutjunge Rapp unter den Erwachsenen langweilte, schaute er im Schlafzimmer fern. Später, nachdem wohl alle Gäste bereits gegangen sind, hat sich der damals 26-jährige Spacey an Rapp rangemacht. Im Interview beschrieb Rapp, wie der alkoholisierte Schauspieler ihn hochhob und auf das Bett legte. Danach soll er sich auf ihn gelegt haben und ihm sexuelle Avancen gemacht haben. 

Zu diesen Vorwürfen äußerte sich der Hollywood-Star per Twitter. Er könne sich an den Vorfall nicht mehr erinnern, doch möchte sich, falls es sich wirklich so ereignete für sein Verhalten entschuldigen, dass womöglich im betrunkenen Zustand passierte. Zusätzlich zu der Entschuldigung, nahm Spacey den Tweet als Anlass sich als schwul zu outen. Diese unangebrachte Vermischung seines persönlichen Outings mit dem sexuellen Missbrauch eines minderjährigen Jungen brachte ihm viel Kritik und Häme.

„Gore“, eine weitere geplante Netflix-Produktion mit Spacey, könnte laut Deadline ebenfalls gefährdet sein. Außerdem gab die International Academy bekannt, dass sie Spacey den Ehren-Emmy aberkennen. Diesen hätte er am 20. November entgegengenommen. Es geht also bergab mit Spacey – ganz so wie mit Frank Underwood in „House of Cards“…

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