Unsicheres FaceID: Zehnjähriger knackt iPhone X seiner Mutter

iPhone 8 Plus

Apple prahlt gerne mit seiner FaceID-Technologie, die der Hersteller als weitaus sicherer bezeichnet als etwa die TouchID. Wie es sich aber immer wieder herausstellt, ist die Technik alles andere als sicher vor dem Zugriff Dritter. Umd das System zu knacken, bedarf es offenbar nicht einmal eines großen technischen Know-hows. Auf YouTube sorgt derzeit ein Video für Aufsehen, in dem sogar ein zehnjähriger Junge das iPhone X seiner Mutter entsperrt.

„Die Technologien hinter FaceID zählen zur innovativsten Hardware und Software, die wir je geschaffen haben“, schreibt Apple stolz auf seiner Supportseite. Und: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällige Person in der Bevölkerung das iPhone X durch einen Blick auf das Gerät dieses entsperren könne, liege bei 1 zu 1.000.000, so der Hersteller.

Das mag stimmen, nur hat Apple offenbar nicht an Verwandte gedacht, die einander ähnlich sehen. Wie der Fall einer Familie in den USA zeigt. Attaullah Malik und Sana Sherwani hatten sich ein iPhone X gekauft, das wenig später von ihrem zehn Jahre alten Sohn Ammar durch einen kurzen Blick auf das Gerät entsperrt wurde. Das Magazin Wired hat über den Fall ausführlich berichtet.

In einem gestern auf dem Videodienst YouTube veröffentlichten Video demonstrieren Mutter und Sohn das Problem. Darin ist zu sehen, wie Sana Sherwani das iPhone X sperrt, das daraufhin von Sohnemann mühelos geknackt wird.

Zu hohe Toleranzgrenze

Apple nutzt bei seiner FaceID eine TrueDepth-Kamera, die eine Tiefenkarte des Gesichts erstellt, indem sie 30.000 unsichtbare Gesichtspunkte erfasst. Außerdem erstellt die Kamera ein Infrarotbild des Gesichts. Anschließend werden Tiefenkarte und Infrarotbild in eine mathematische Darstellung verwandelt, die mit den registrierten Gesichtsdaten verglichen werden, bevor das Gerät entsperrt wird.

Weil ein Mensch nicht immer gleich aussieht, passt sich das System automatisch an die äußeren Veränderungen an, indem es zum Beispiel bei Frauen aufgelegtes Makeup oder bei Männern den Bartwuchs erkennt. Hier dürfte die Risikoquelle liegen. Offenbar hat Apple eine zu hohe Toleranzgrenze eingebaut, damit die FaceID solche Veränderungen erkennt. Und das führt offenbar dazu, dass auch einander ähnlich sehende Menschen wie eben Mutter und Kind das System knacken können.

Tatsächlich gibt Familie Malik/Sherwani dieser Vermutung Recht. Im Interview mit Wired erklärte der Vater, dass seine Lebensgefährtin ihr Gesicht bei schwachen Lichtverhältnissen eingescannt hatte. Als sie es bei besserer Beleuchtung wiederholte, war das iPhone X selbst vor der größten Bedrohung, ihrem Sohn, sicher.

Tags :Quellen:YouTubeWired
  1. Wenn das stimmt, dann sollte darauf hingewiesen werden die Einrichtung von FaceID nur bei sehr guten Lichtverhältnissen zu machen !!
    Dann scheint es ja, wenn korrekt eingerichtet, doch sicher zu sein.

    Gruß

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